Etwa 80 Prozent Vlielands sind Naturgebiet und werden von Staatsbosbeheer verwaltet. Besonders anschaulich ist das in den Kroon's Polders: Das Gebiet besteht aus vier Poldern und dient etwa 70 Vogelarten als Brut-, Rückzugs- und Nahrungsgebiet. Der Deich entlang der Polders eignet sich zur Vogelbeobachtung. Rund um das Gebiet können Sie wandern und eine neue Vogelbeobachtungshütte besuchen; nasser Boden kann den Weg beeinflussen.
An der Südseite der Insel bietet die Vogelbeobachtungshütte bei Dodemansbol Aussicht auf Watvögel, Ringelgänse, Wanderfalken, Löffler, Brandgänse, Pfeifenten, Spießenten und weitere Vögel im Watt. Wer gern beobachtet, kann diesen Ort mit dem Deich entlang der Kroon's Polders verbinden, ohne dass beide denselben Blick auf die Insel bieten müssen.
Wanderwege und wechselnde Landschaften
Das Wanderwegenetz Vlielands umfasst sechs mit Pfosten markierte Routen sowie drei besondere Wanderungen von 2 bis 8 Kilometern Länge. Durch Bomenland führt eine 3,5 Kilometer lange Wanderroute, die Staatsbosbeheer angelegt hat. Pfosten mit gelben Bändern markieren den Weg; bei wechselnden Bedingungen sollten Sie die Markierung vor Ort prüfen. Vom 1. August bis zum 15. März darf man auf Vlieland fast überall wandern. Während der Brutzeit vom 15. März bis zum 1. August sind bestimmte Gebiete für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Prüfen Sie vor einer Tour die aktuellen örtlichen Hinweise.
Der Pad van Twintig durchquert eine offene, weitgehend unberührte Landschaft zwischen der Wattseite und der Nordseeseite Vlielands. Beiderseits liegen von Staatsbosbeheer verwaltete Weideflächen, auf denen Soay-Schafe und Schottische Hochlandrinder frei umherlaufen. Am Kooispleklid treffen hohe und niedrige Dünen aufeinander; an der Westseite des Dünengebiets liegt eine Cranberryfläche. Vom höher gelegenen Radweg reicht der Blick auf ein abgetragenes Tal. Die Vliehors wiederum ist eine 2.120 Hektar große, baumlose Sandfläche an der Westspitze der Insel. Auch die an Vlieland angrenzende Waddenzee gehört zum Bild der Region und steht seit 2009 auf der UNESCO-Welterbeliste.
Mit dem Fahrrad lassen sich viele Orte der Insel über ein ausgedehntes Netz mit Muscheln befestigter Wege kennenlernen. Eine konkrete Landschaftsroute ist der Pad van Twintig; die Radwege bilden daneben ein eigenes Wegenetz. So können Sie Ihre Entdeckungen danach ausrichten, ob Sie lieber zu Fuß durch die Landschaft gehen oder verschiedene Orte mit dem Fahrrad ansteuern möchten.
Dorfgeschichte und maritime Spuren
In Oost-Vlieland umfasst die Dorpsstraat 39 Rijksmonumente und gehört zum geschützten Dorfbild. Die Nicolaaskerk auf Vlieland stammt aus dem Jahr 1605 und zählt zu den ältesten ursprünglich protestantischen Kirchengebäuden der Niederlande. Das Museum Tromp's Huys befindet sich im ältesten Gebäude Vlielands, das kurz nach 1575 errichtet wurde. Seine Sammlungen vermitteln Kultur- und Seefahrtsgeschichte mit Gemälden, Zeichnungen, Radierungen, Drucken, Fotografien, Uhren, See- und anderen Karten sowie Schiffsmodellen.
Auch die jüngere Vergangenheit ist auf der Insel präsent: Das Bunkermuseum Wn 12H ist die einzige der auf Vlieland errichteten Stellungen, die erhalten geblieben ist. Die Besucherroute führt durch Schützengräben und Bunker sowie an Aussichtspunkten und Geschützstellungen vorbei. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Zugangsinformationen.
Die Vlielander Kaasbunker befindet sich in einem ehemaligen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der Teil des Atlantikwalls war. Eine Ausstellung widmet sich der Geschichte des Gebäudes, Käse, Seetang und weiteren Vlielander Geschmacksträgern. Nach Anmeldung gibt es eine Videotour durch den Bunker und die Umgebung mit anschließender ausführlicher Käseverkostung. So verbindet sich ein Besuch mit Inselgeschichte und lokalen Produkten.
Anreise und Unterkunft planen
Gäste dürfen ihr Auto nicht nach Vlieland mitnehmen. Bei Ankunft der Fähre steht ein Bus bereit, der Reisende zu ihrer Unterkunft bringt. Für die Verbindung der Rederij Doeksen von Harlingen nach Vlieland und zurück sind etwa 1 Stunde und 35 Minuten angegeben; die direkte Schnellfähre benötigt etwa 45 Minuten. Fahrpläne und Überfahrtszeiten können sich ändern, daher lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Verbindungen vor der Reise.
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