In Lottum treffen Rosengeschichte, sakrale Bauwerke und unterschiedliche Naturbilder als eigene Schwerpunkte aufeinander. Die Rozenhof bietet einen Anhaltspunkt für Roseninteressierte; Kapellen, historische Bauwerke und Naturgebiete ergänzen den Blick auf den Ort. Bei der Planung können Sie sich daran orientieren, ob Rosen, Baugeschichte oder Landschaften im Mittelpunkt Ihres Aufenthalts stehen sollen.
Rosenkultur in Lottum
Die ersten Rosen wurden in Lottum um 1875 kultiviert. Heute werden in Rozendorp Lottum und der unmittelbaren Umgebung jährlich etwa 20 Millionen Strauchrosen angebaut. Das entspricht 70 Prozent der niederländischen Produktion; dieser Anteil kann sich im Lauf der Zeit verändern. Die Zahlen geben einen Eindruck von der Bedeutung des Rosenthemas, während die Geschichte bis zu den Anfängen des Anbaus zurückreicht.
Im Museum der Rozenhof Lottum werden die Geschichte und Entwicklung der Rosen, ihre Rolle in der Kultur und neue Entwicklungen in der Rosenzucht präsentiert. Die Rozenhof ist täglich von Mai bis einschließlich Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Da sich betriebliche Angaben ändern können, prüfen Sie die Öffnungszeiten vor Ihrem Besuch. Die Rozenhof ist außerdem ein guter Start- und Endpunkt für Wanderrouten; die aktuelle Verfügbarkeit der Routen sollten Sie vorab prüfen. Die Rozenroute ist mit grünen Schildern gekennzeichnet, auf denen „Rozenfietsroute“ steht.
Landschaft zwischen Wiesen, Wald und Bach
Kaldenbroek liegt in einem alten, weitgehend verlandeten Maasarm. Das Gebiet besteht größtenteils aus einem Mosaik teils feuchter Heuwiesen und Erlenbruchwälder. Das Naturschutzgebiet Siebersbeek zeigt ein anderes Landschaftsbild: Es gehört zu den seltenen Orten, an denen Bäche ihren natürlichen Charakter bewahrt haben und die Strömung des Bachwassers die Landschaftsform bestimmt. Für die Reiseplanung sind dies zwei unterschiedliche Naturthemen – die feuchten Wiesen- und Waldflächen Kaldenbroeks und die von natürlichen Bachläufen geprägte Landschaft bei Siebersbeek.
Landgüter, Mühlen und Kirchenbau
De Borggraaf wurde erstmals 1501 erwähnt. Das historische Landgut umfasst ein kompaktes Herrenhaus mit Vorhof und von Wasser umgebenen Vorgebäuden. Sein Komplex ist in einer nahezu ungestörten ländlichen Struktur gut erhalten und besitzt allgemeine sowie kulturhistorische Bedeutung. Die Jahreszahl und die Bauform geben zwei verschiedene Einblicke: Die Erwähnung von 1501 verankert den Ort in der Geschichte, während die Anordnung von Herrenhaus, Vorhof und Vorgebäuden seinen baulichen Charakter beschreibt.
Bei Siebersbeek befindet sich außerdem eine ehemalige Ölmühle, die bereits in einer Urkunde von 1440 erwähnt wird. Erhalten ist die Kammer für das Schaufelrad. Der Ort verbindet so einen frühen schriftlichen Hinweis mit einem noch vorhandenen Bauteil der Mühle.
Auch Lottums Kapellen und Kirchen tragen unterschiedliche Zeitschichten. Die ursprüngliche Quirinuskapelle wurde vermutlich um 1638 von Jacob van den Hondskamp gegründet. Eine Quirinuskapelle wurde 1946 als Ersatz für eine im Krieg zerstörte Kapelle errichtet. Die römisch-katholische Pfarrkirche H. Gertrudis entstand 1950 an derselben Stelle wie die Kirche, die 1944 von den Deutschen zerstört worden war.
Die Heilige Familiekapel wurde 1947 von Bewohnern des Weilers Houthuizen aus Dankbarkeit dafür erbaut, dass der Weiler den Krieg unversehrt überstanden hatte. Sie liegt am Pieterpad. Im Mai und Oktober wird dort sonntagnachmittags der Rosenkranz gebetet. Die St.-Annakapelle, erbaut 1909 und 2002 restauriert, dient bei der jährlichen Kirmes- und Fronleichnamsprozession als Ruhealtar; die Prozession findet stets am ersten Sonntag im Juli statt. Damit unterscheiden sich die Kapellen nicht nur durch ihre Baugeschichte, sondern auch durch ihre jeweils überlieferten religiösen Bezüge.
Orientierung unterwegs
Die Autofähre Lottum-Lomm verbindet Lottum mit Lomm. Wenn Sie die Fähre in Ihre Wegeplanung aufnehmen, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Betrieb. Für einen Aufenthalt mit Rosen als Schwerpunkt bieten Museum, Anbaugeschichte und die ausgeschilderte Rozenroute unterschiedliche Anknüpfungspunkte; wer sich stärker für Kulturgeschichte interessiert, findet in Landgut, Mühle und Sakralbauten eine andere Auswahl an Themen.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Horst Aan De Maas.