Vaals verbindet eine vielschichtige Bau- und Religionsgeschichte mit dem Vaalserberg und seinen Wanderwegen. Zu den kulturellen Anhaltspunkten zählen Kirchen, ein Museum und Spuren der örtlichen Geschichte; rund um den Vaalserberg stehen Hügellandschaft, Wanderwege und der Dreiländerblick im Mittelpunkt.
Kirchenkunst und Architektur in Vaals
Das Museum Vaals zeigt mehr als 200 Kirchen- und Klosterfiguren sowie weitere religiöse Kunst der Neogotik aus der Zeit von 1850 bis 1920. Beim Museumsbesuch führt der Weg unter gregorianischem Gesang durch das Mittelschiff zum Altar. Zur Anlage gehört eine neoromanische Klosterkapelle, die 1908 im Auftrag der Kamillianerpatres erbaut wurde. Wegen ihres kulturhistorischen und architektonischen Werts wurde sie 1995 als Rijksmonument eingestuft. Sammlung, Gesang und sakrale Architektur geben dem Besuch jeweils einen eigenen kulturellen Akzent.
Auch die Sint-Pauluskerk lässt sich über ihre Bauform einordnen: Sie ist eine dreischiffige neugotische Kreuzbasilika mit einem hohen Turm an der rechten Ecke der Vorderfassade. Das Gebäude gilt als charakteristisches Werk des Architekten Johannes Kayser (1842–1917) und ist von der norddeutschen Backsteingotik inspiriert. Die Hervormde Kerk wurde 1671 an einen romanischen Turm aus Sandstein angebaut. Eine ehemalige mittelalterliche Kirche diente von 1649 bis 1671 gleichzeitig dem katholischen und dem protestantischen Gottesdienst. So stehen in Vaals unterschiedliche Bauformen neben einer Geschichte gemeinsamer religiöser Nutzung.
Die De Kopermolen ergänzt dieses Bild um eine weitere Verbindung von Gebäude und Kulturleben. Das Kunst- und Kulturzentrum befindet sich in einer ehemaligen evangelisch-lutherischen Kirche, die 1736 von Lutheranern aus dem Raum Aachen erbaut wurde. Das Gebäude wird für Ausstellungen, Konzerte und kommunale Empfänge genutzt. Wenn eine Veranstaltung für Ihre Planung ausschlaggebend ist, prüfen Sie vorab den Termin.
Ortsbild, Landgut und lokale Geschichte
Vaals hat wegen seines von historischen Gebäuden geprägten Ortsbilds den Status eines geschützten Dorfbilds. Der Ort verfügt über mehr als 160 Rijksmonumenten, meist im für die Niederlande einzigartigen typischen Aachener-Lütticher Barockstil. Das heutige Rathaus wurde 1765 von Johann Arnold von Clermont und seiner Frau Maria Elisabeth Sophie Emminghaus erbaut. Von Clermont richtete es als Tuchfabrik sowie teilweise als Wohnhaus und Büro ein.
Der Komplex Vaalsbroek ist ein U-förmiger Gebäudekomplex, der 1739 an der Stelle einer spätmittelalterlichen Burg errichtet wurde. Zum Landgut Vaalsbroek gehören außerdem die Vaalsbroekermolen, eine Wassermühle, und ein Mausoleum der Familie Von Clermont. Diese Merkmale lenken den Blick sowohl auf die Form des Ensembles als auch auf seine Baugeschichte und die mit dem Landgut verbundenen Gebäude.
Am Vaals’er Markttapijt zeigt eine Fläche aus Betonsteinen das mehrfarbige Motiv eines gewebten Tuchs. Der Platz bietet Raum für Veranstaltungen und den Wochenmarkt; außerdem gibt es dort ein Springbrunnenfeld mit 44 Düsen. Für einen anderen Blick auf die Grenzgeschichte steht De Klèng Wach: Das ehemalige Zollamt aus der Zeit um 1890 ist mit Fotos, Karten und Grenzsteinen eingerichtet. Die ältesten sicher belegten Spuren jüdischen Lebens in Vaals reichen bis 1737 zurück. Neben einer ehemaligen Kirche steht ein Denkmal für die Opfer von Krieg und NS-Zeit. Darauf finden sich, soweit bekannt, die Namen aller ermordeten jüdischen Einwohner von Vaals.
Vaalserberg, Wanderwege und Dreiländerblick
Der Vaalserberg erreicht 322,5 Meter über dem Amsterdamer Pegel (NAP). Seine Vegetation ähnelt einer Fortsetzung des Vijlenerbos: Hohe Nadelbäume und große Adlerfarne wachsen auf weichem Waldboden. Auf dem Vaalserberg gibt es zahlreiche Wanderrouten. Die einfache Rundwandeling Joods Vaals ist 3,6 Kilometer lang; prüfen Sie vor dem Aufbruch die Routenbedingungen. Die Wanderung Rundum Kasteel Vaalsbroek beginnt bei Kasteel Vaalsbroek und führt über Wanderknotenpunkte in die hügelige Landschaft hinter dem Landgut. Höhenunterschiede eröffnen unterwegs Ausblicke über das Hügelland.
In der Nähe des höchsten Punkts des Vaalserbergs liegt das Drielandenpunt, an dem die Grenzen der Niederlande, Belgiens und Deutschlands zusammentreffen. Der Wilhelminatoren bietet Ausblicke über alle drei Länder und verfügt über einen Skywalk in 35 Metern Höhe. In seiner heutigen Form wurde der Turm 2011 wiedereröffnet. Damit stehen neben den Wanderwegen auch ein Aussichtspunkt und der markante Grenzort als eigene Themen für die Reiseplanung zur Wahl.
So lässt sich die Ortswahl an den Interessen ausrichten, die Ihre Reise prägen sollen.
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