Die Dieze floss schon im Mittelalter durch ’S-Hertogenbosch; im Bereich der Innenstadt trägt der Fluss den Namen Binnendieze. Er verläuft hinter Häusern und teilweise unter Häusern und Straßen hindurch. Auf diesem historischen Wasserlauf werden Besucher-Rundfahrten angeboten. Fahrpläne können variieren, daher lohnt es sich, die Abfahrtszeiten vor dem Besuch zu prüfen. Wasserweg und Stadtgeschichte liegen hier eng beieinander: Die Binnendieze zeigt, wie sich der Fluss in die gebaute Stadt einfügt.
Zwischen Wasser, Festungsgeschichte und Feuchtgebiet
Im Bastionder gibt es Führungen mit Erläuterungen zur Militärgeschichte von ’S-Hertogenbosch und zu den Festungsanlagen. Eine Videopräsentation widmet sich der Belagerung der Stadt im Jahr 1629 durch Frederik Hendrik; außerdem wird das Kanonenrohr Stuerghewalt erläutert. Vom Bastionder reicht der Blick über das Naturgebiet Bossche Broek. Auch die Zitadelle Fort Willem Maria gehört zur Festungsgeschichte: Sie wurde 1637 zum Schutz der Stadt errichtet.
Im Bossche Broek steht statt der Bauwerke die Feuchtlandschaft im Mittelpunkt. Am besten lässt sich das Gebiet bei einem Spaziergang erleben. Es bietet Lebensraum für Feuchtgebietsarten wie Pimpernelblauwtje und grote modderkruiper; Beobachtungen können je nach Jahreszeit variieren. Eine andere Perspektive auf die Festungsgeschichte bietet die 56 Kilometer lange Radroute Linie 1629. Sie folgt den Resten der angelegten Festungswerke und führt an wichtigen Orten der Belagerung vorbei. Die Route verläuft durch ’S-Hertogenbosch, Heusden, Sint-Michielsgestel und Vught; als Variante können Sie eine Strecke durch das Bossche Broek wählen.
Auch die Route-App Erfgoed ’s-Hertogenbosch verbindet Bewegung mit Geschichte: Sie bietet historische Routen und Schnitzeljagden, auch für Kinder. Audiotouren starten automatisch per GPS; Routen können offline heruntergeladen werden. Damit stehen unterschiedliche Arten der Erkundung nebeneinander – vom Spaziergang im Feuchtgebiet über eine thematische Radtour bis zu einer Route mit Audiobegleitung.
Kirche, Kunst und Stadtgeschichte
Die Sint-Jan bietet Führungen in der Kathedrale und im Turm an. Beim Aufstieg auf den Sint-Jans-Turm kommen Sie am Glockenspiel und am Uhrwerk vorbei und besuchen eine Ausstellung über Bau und Restaurierung des Turms. Oben eröffnet sich eine Aussicht. Die Sint-Jan ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar; in der Kerkstraat befindet sich in der Nähe eine kostenlose bewachte Fahrradabstellanlage. Da sich Führungszeiten und Zugangsregelungen ändern können, prüfen Sie diese vor dem Besuch.
Die Museen der Stadt setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Das Noordbrabants Museum widmet sich Kunst, Geschichte und Kultur von Noord-Brabant, während das Design Museum Den Bosch ein Museum für moderne Kunst ist. Im Jheronimus Bosch Art Center steht eine Ausstellung über den Maler Jheronimus Bosch und sein Werk im Mittelpunkt. Das Museum Kruithuis vermittelt Geschichten aus dem Achtzigjährigen Krieg, der Belagerung von ’s-Hertogenbosch und der Wasserlinie. Die Dauerausstellung von Erfgoed ’s-Hertogenbosch zeichnet die Geschichte der Stadt von der Neandertalerzeit bis zur Gegenwart nach.
Wer sich für Malerei interessiert, findet im Museum Slager mehr als 130 Jahre Malerei der Familie Slager aus dem Zeitraum von 1861 bis 1994. Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten ehemaligen Bürogebäude und zeigt Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen aus verschiedenen Stilperioden in wechselnden thematischen Ausstellungen. Im Museum Het Zwanenbroedershuis reicht die Geschichte der Illustre Lieve Vrouwe Broederschap bis in die Gegenwart. Zu den ausgestellten Objekten zählen einzigartige Musikalien aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Holzschnitzereien und der Trinkbecher Wilhelms von Oranien.
Das Sint-Jansmuseum De Bouwloods zeigt mehr als 200 Skulpturen aus der Zeit vom 13. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Darunter sind Skulpturen und Bauteile, die bei Restaurierungen der Sint-Jan entfernt und ersetzt wurden; eine fortlaufende Ausstellung behandelt sämtliche Restaurierungen. Das Nationaal Carnavalsmuseum Oeteldonks Gemintemuzejum ergänzt diesen Blick auf lokale Kultur mit einer Dauerausstellung zu Geschichte und Besonderheiten des Karnevals. Zu sehen sind Masken, Kleidung, Werbematerial, Waffen, Wappenschilde und weitere Gegenstände. Das Museum bietet auch Führungen an und liegt am Ort des ehemaligen Torhauses des mittelalterlichen Zusters-van-Orthen-Klosters an der Binnendieze.
Bossche Bol und Wege zu Fuß
Eine Bossche Bol ist eine Gebäckspezialität aus Brandteig mit Schlagsahnefüllung und einer Hülle aus geschmolzenem Schokoladenfondant. Ihr Durchmesser beträgt 12 Zentimeter. Die 5,8 Kilometer lange Route Van Bosch naar Bossche bol ist ein Spaziergang zum Thema Essen und führt zum Probieren originaler Bossche Bollen in der Bäckerei Jan de Groot gegenüber dem Hauptbahnhof in der Innenstadt. Prüfen Sie vorab die Verfügbarkeit. So lässt sich die Essensroute auch konkret von der 56 Kilometer langen Radroute Linie 1629 unterscheiden: Die eine widmet sich einem kulinarischen Spaziergang, die andere der Belagerungsgeschichte und den Festungswerken.
Praktische Orientierung
Der Bahnhof ’s-Hertogenbosch ermöglicht lokale, regionale und nationale Reisen; zu den Verbindungen gehören Züge, Stadtbusse und Regionalbusse. Vom Bahnhof aus ist das kostenlose Kulturerbezentrum Erfgoed ’s-Hertogenbosch in 20 Minuten zu Fuß erreichbar. Prüfen Sie vor dem Besuch die Öffnungszeiten und Besuchsregelungen. Auch die ArcheoHotspot ’s-Hertogenbosch bietet einen direkten Einblick in archäologische Arbeit: Dort können Sie kostenlos und ohne Anmeldung mitarbeiten und das archäologische Labor kennenlernen. Da sich die Teilnahmebedingungen ändern können, informieren Sie sich vorab.
Weitere Reiseziele entdecken: Rosmalen, ’S-Hertogenbosch, Roosendaal, Oosterhout, Alphen-Chaam, Woudrichem, Werkendam, Goirle.
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