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Schellinkhout verbindet Wasserbaugeschichte mit Dorfarchitektur und Erinnerungsorten. An De Grote Molen und dem ehemaligen Gemaal zeigt sich die Geschichte der Polderentwässerung; direkt außerhalb des Ortes liegt De Uiterdijk am Markermeer. Diese unterschiedlichen Schwerpunkte bieten einen Zugang zur Orts- und Landschaftsgeschichte, ohne dass sie dieselbe Geschichte erzählen.

Wasserbau und Poldergeschichte

De Grote Molen ist eine achteckige Binnenkruier, die wahrscheinlich zwischen 1603 und 1638 erbaut wurde. Sie entwässerte den 650 Hektar großen Polder Schellinkhout über eine Kolk und eine Auswässerschleuse in die ehemalige Zuiderzee. Bauform, wahrscheinliche Bauzeit und Entwässerungsfunktion geben der Mühle unterschiedliche historische Bezugspunkte: ihre Architektur, die Technik und den Umgang mit dem Polderwasser.

Das Gemaal Schellinkhout entstand 1900 neben De Grote Molen als motorbetriebenes Pumpwerk. Es wird nicht mehr als solches genutzt, seine Maschinen sind jedoch noch vorhanden. So lassen sich die Anlagen nach Funktion und Status unterscheiden: Die Mühle ist mit der historischen Polderentwässerung verbunden, beim ehemaligen Pumpwerk sind der Motorbetrieb und die erhaltenen Maschinen die markanten Punkte.

De Uiterdijk am Markermeer

De Uiterdijk ist ein außendeichs gelegenes Gebiet direkt außerhalb von Schellinkhout am Markermeer. Anfang 2021 wurde dort östlich des Badestrands ein Kitesurfstrand angelegt, um Schwimmen und Kitesurfen sicher voneinander zu trennen. Hier steht damit die Gestaltung eines Bereichs für unterschiedliche Strandaktivitäten im Vordergrund – ein anderer Schwerpunkt als die historische Wassertechnik am Polder.

Deich und Route durch Schellinkhout

Die Uiterdijkroute folgt der Westfriese Omringdijk und führt durch Schellinkhout. Der von der Route begangene Abschnitt ist Teil des 126 Kilometer langen Deichs. Die Längenangabe bezieht sich auf den Deich; zur Uiterdijkroute gehört hier die Beschreibung ihres Verlaufs durch Schellinkhout.

Dorfkirche, Rathaus und Erinnerung

Die Dorfkirche von Schellinkhout liegt am Fuß des IJsselmeerdeichs und besitzt eine zweimanualige Orgel, die P. Flaes 1872 fertigte. Das ehemalige Rathaus am Dorpsweg 108 wurde 1765 von Jan Roos und Remmert Schuijt erbaut. Eine Gedenkbank in Schellinkhout wurde 1951 als Dank an die Gemeinde für die Aufnahme von Evakuierten aus Nederhorst den Berg aufgestellt.

Diese Orte stehen für unterschiedliche Aspekte der Dorfgeschichte: die Orgel für die historische Ausstattung der Kirche, das Rathaus für die kommunale Baugeschichte und die Gedenkbank für die Erinnerung an die Aufnahme der Evakuierten. Zusammen ergänzen sie die Polder- und Wasserbaugeschichte um religiöse, bürgerliche und erinnerungskulturelle Themen.

Der weitere Rahmen von Drechterland

Als größerer regionaler Rahmen verbindet Drechterland Ausblicke über das IJsselmeer und landwirtschaftlich geprägte Flächen mit charakteristischen Stolpboerderijen. Die Gemeinde lädt zu Wander-, Boots- und Radtouren ein. So können Sie die konkreten Dorf- und Baugeschichten Schellinkhouts von den breiteren Landschafts- und Tourenthemen Drechterlands unterscheiden und den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts danach wählen.

Weitere Reiseziele entdecken: Wijdenes, Hem, Westwoud, Oosterleek, Hoogkarspel, Venhuizen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Drechterland.

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