In Schoorldam treffen Wasserbaugeschichte, Stolpboerderijen und die Route der Westfriese Omringdijk aufeinander. Der Ort lässt sich dadurch aus mehreren Blickwinkeln betrachten: Ein mittelalterlicher Damm erzählt von einer Öffnung für den Schiffsverkehr und einer Übergangsfunktion, während Bauernhäuser und Denkmäler einen eigenen architektonischen Blick eröffnen. Hinzu kommt eine künstlerische Spur aus dem Jahr 1905. Für die Reiseplanung ergibt sich so ein Kultur- und Geschichtsschwerpunkt, der sich sowohl an einzelnen Bauwerken als auch an einer benannten Route orientiert.
Der Damm und die Herkunft des Ortsnamens
Um das Jahr 1200 wurde an dieser Stelle in der Rekere ein Damm mit einer Öffnung für den Schiffsverkehr gebaut. Der Damm diente auch als Übergang. Später gab er der Siedlung ihren Namen; dieser geht auf das gegenüberliegende Dünendorf Schoorl zurück. Wasserbau und Namensgeschichte gehören damit zur Ortsgeschichte, verweisen aber auf unterschiedliche Dinge: Der Übergang ist mit dem Damm verbunden, der Name mit Schoorl.
Stolpboerderijen und geschützte Bauwerke
In Schoorldam gibt es etwa 25 Stolpboerderijen; die meisten historischen Exemplare stehen am Westfriesedijk und rund um die Sluisweg. Ältere und jüngere Höfe gehören zum örtlichen Bestand. Damit tritt neben dem mittelalterlichen Wasserbau eine zweite Perspektive hervor: die historische Bauernhausarchitektur und ihre Konzentration an zwei benannten Bereichen.
Am Westfriesedijk 29 ist eine Stolpboerderij als Gemeindedenkmal ausgewiesen. Das Gebäude am Westfriesedijk 27 ist als Rijksmonument geschützt und als Cafe Sluiszicht bekannt. Sein rechteckiger, zweigeschossiger Vorderbau steht unter einem Walmdach; rückseitig schließt ein eingeschossiger Flügel unter einem Satteldach an. Ein Walmdach besitzt geneigte Dachflächen auch an den Schmalseiten, ein Satteldach wird von zwei geneigten Flächen geprägt. Am Gebäude lassen sich so die beiden Dachformen mit dem Wechsel vom Vorderbau zum niedrigeren Rückflügel verbinden. Auch die Grebmolen am Molenweg 1 bei Schoorldam ist als Rijksmonument geschützt.
Kunstgeschichte und Route
Schoorldam war einer der kleinen Orte, in denen Pablo Picasso im Juni und Juli 1905 arbeitete. Diese Verbindung zur Kunstgeschichte ergänzt die baulichen Zeugnisse um eine andere historische Spur. Sie liegt zeitlich weit nach der mittelalterlichen Entstehung des Damms und lässt sich als eigener Aspekt der Ortsgeschichte einordnen.
Die Route der Westfriese Omringdijk folgt zwischen Schagen und Alkmaar dem Westfriese Omringdijk und führt durch Schoorldam. Der genannte Abschnitt gibt der Routenperspektive einen größeren Rahmen; Schoorldam ist dabei ausdrücklich ein Ort auf ihrem Verlauf. Denkmäler und Bauernhäuser beziehen sich dagegen auf einzelne Bauwerke im Ort. Für Ihre Reiseplanung unterscheiden sich damit eine überörtliche Routenperspektive und die konkrete Ortsgeschichte.
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