In Hollands Kroon erzählen Wasserwege und Deiche von einer Landschaft, die sich verändert hat und bis heute vom Wasser geprägt ist. Das zeigt sich sowohl bei Touren über ruhige Wasserwege als auch in der Geschichte Wieringens: Die einstige Insel in der Zuiderzee wurde 1924 mit der Fertigstellung des Afsluitdijk mit dem Festland verbunden. Wer die Region erkundet, kann diese unterschiedlichen Perspektiven verbinden – auf dem Wasser, zu Fuß und in Museen.
Wasser erleben – auf dem Wasser und am Ufer
Das Sloepennetwerk führt Bootsfahrer über ruhige Wasserwege, vorbei an malerischen Dörfern und besonderer Natur. Am Amstelmeer bietet das Lutjestrand eine andere Art, Zeit am Wasser zu verbringen: Dort gibt es einen Sandstrand, ein Schwimmbecken und getrennte Bereiche zum Kite- und Windsurfen. Auch Bootfahren und Stand-up-Paddling sind möglich. Die Freizeitangebote und Bedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor einer Teilnahme.
Am Waddenbelevingspunt richtet sich der Blick vom Wasser auf die Umgebung und bei passendem Interesse auch auf den Nachthimmel. Zwei Fernrohre stehen dort zur Verfügung; der Ort zählt zu den dunkelsten der Niederlande und eignet sich besonders zur Beobachtung der Sterne. Vom Parkplatz an der Vissershaven führt ein etwa 500 Meter langer Fußweg über einen schmalen Deich zum Aussichtspunkt. Die untere Plattform ist für Rollstühle und Elektromobile zugänglich, die obere nur über eine Wendeltreppe. Da sich Details zur Zugänglichkeit durch Wartungsarbeiten ändern können, empfiehlt sich eine Prüfung vor dem Besuch.
Wieringen: Inselgeschichte und maritime Erinnerungen
Die frühere Insellage Wieringens wird auf mehreren Wegen und in Museen greifbar. Die Rundwanderung Westerland van Wieringen führt über die Westspitze des ehemaligen Inselgebiets, vorbei an alten Dörfern, Höhenunterschieden, Hohlwegen und ausgedehnten Weiden. Die MUZ-Route erzählt anhand von Denkmälern der Zuiderzeewerken von der Entwicklung vom Inselgebiet zum Festland; ihre Länge ist mit 37,5 Kilometern angegeben. Wer eine Fahrradroute sucht, findet mit „Langs zilt en zoet“ eine etwa 30 Kilometer lange Strecke durch die Natur, vorbei an Herrenhäusern, Kirchen, Bauernhöfen und Schleusen.
Im Wieringen Eilandmuseum „Jan Lont“ geht es um das tägliche Leben und Arbeiten der Inselbewohner vor dem Bau des Afsluitdijk. Zu den Themen gehören Viehzucht, Seegrasfischerei, Jagd und Fischerei. Auch die WR60 führt in die maritime Vergangenheit: Sie ist das einzige erhaltene Wieringer Skuutje aus einer früheren Flotte solcher Fischerboote. Das Schiff wurde vermutlich um 1840 auf der Werft von Alkema in Makkum für den Fischer Jan Tijsen aus Den Oever gebaut. Heute dient es für Ausflugsfahrten und als Ausbildungsschiff; die Verfügbarkeit von Fahrten sollten Sie vorab prüfen.
Eine andere Wasserperspektive bietet das Museum De Turfschuur in Kolhorn. Es behandelt den regionalen und lokalen Kampf gegen das Wasser und die Veränderungen der Landschaft. Ein vierteiliges Modell und eine kurze Videopräsentation erklären 1.000 Jahre Wasserbewirtschaftung und Landschaftsentwicklung. Zum Museum gehören außerdem drei kostenlose geführte Dorfrundgänge als Audiotouren, die ganzjährig und auch bei geschlossenem Museum verfügbar sind. Prüfen Sie das Angebot vor Ihrer Erkundung.
Wege für unterschiedliche Interessen
Die Routen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge, sondern auch in der Art, wie sie die Umgebung erschließen. Die Wieringen-Wanderroute ist 15,8 Kilometer lang und ergänzt den Weg über eine App mit Videos, Bildern und Geschichten. Die Kromme Grouwroute ist eine 7,15 Kilometer lange Wanderung mit Start und Ziel in Kolhorn; sie führt an einem alten Torffluss und einem Vorkriegskanal entlang und verläuft teilweise über Grasdämme. Für Paddler ist die 3,4 Kilometer lange Vaarroute rondje Kolhorn ausgewiesen, die sich an alle Erfahrungsstufen richtet. Routenlängen und Bedingungen sollten Sie vor der Tour noch einmal prüfen.
Auch Natur und lokale Geschichte begegnen sich draußen. Im Dijkgatbos liegen die Wielen: zwei mehr als 20 Meter tiefe Wasserlöcher, die beim Deichbruch am 17. April 1945 entstanden. Im Robbenoordbos wachsen Schwarzerlen und Moorbirken, außerdem gibt es dort zahlreiche Pilze. Einen saisonalen Akzent setzt die Poldertuin Anna Paulowna mit Frühjahrsblühern regionaler Blumenzwiebelzüchter. Freiwillige pflegen den Garten jährlich; seine Blütezeit von Mitte März bis Ende April variiert mit dem Wetter.
Tierwelt und regionale Produkte
Im Tierpark Hoenderdaell stehen gerettete Braunbären, Kattas, Alpakas und ein Schneeleopard beispielhaft für die dortige Tierpflege und möglichst naturnah gestalteten Lebensräume. Besucher können außerdem farbenprächtige Loris füttern. Im Park betreibt die Stichting SOS Dolfijn ein pädagogisches Auffangzentrum für Meeressäuger und hilft gestrandeten oder vom Stranden bedrohten Schweinswalen, Delfinen und Walen.
Zur regionalen Alltagskultur gehören auch Erzeugnisse von Höfen und Betrieben. Die Zorgboerderij Dijkgatshoeve verkauft im Hofladen unter anderem biologische Produkte vom eigenen Land; die Öffnungsbedingungen können Sie vor einem Besuch prüfen. Die Wieringer Frietkraam bereitet frische Pommes aus Kartoffeln von Maarten Kikkert zu und bietet außerdem Schmorgericht vom Wieringer Rind sowie hausgemachte Kroketten an. Das Angebot kann variieren. So stehen in Hollands Kroon neben der Landschaft auch ihre Geschichte, Tierwelt und regionale Erzeugnisse im Mittelpunkt – mit verschiedenen Möglichkeiten, die eigenen Interessen aufzugreifen.
Weitere Reiseziele entdecken: Westerland, Wieringerwaard, Kreileroord, Winkel, Barsingerhorn, Hippolytushoef, Kolhorn, Hoorn.
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