Eine Siedlungsform vom Wasser geprägt
Der zunehmende Einfluss des Wassers zwang die Bewohner von Marken, auf erhöhten Warften zu leben. Von diesen sogenannten Werven sind heute noch 13 erhalten. Diese Zahl macht eine prägende Eigenheit des Ortes greifbar: Die Siedlungsform entstand als Antwort auf das Wasser und ist mit den erhaltenen Werven weiterhin präsent.
Als das Bauen auf den Warften nicht mehr möglich war, errichteten die Bewohner Häuser auf Pfählen. Bewohnt wurden darin nur die oberen Stockwerke. Die beiden Bauformen stehen für eine historische Abfolge: Erst boten die Warften erhöhte Wohnplätze, später beschränkte sich der bewohnte Bereich bei den Pfahlhäusern auf die oberen Etagen.
Fischerei, Hafen und Leuchtturm
Überschwemmungen beendeten Landwirtschaft und Viehzucht auf Marken; daraufhin wandten sich die Bewohner der Schifffahrt und besonders der Fischerei zu. Im Hafen liegen weiterhin authentische Marker Botter: hölzerne Fischereiboote mit flachem Boden und charakteristischem braunem Segel. Die Stichting Marker Botters vertäut und unterhält sie. So gehören die Boote und ihre Pflege zu den konkreten Anknüpfungspunkten der maritimen Ortsgeschichte.
Die traditionelle Tracht von Marken wird an Tagen wie dem Koningsdag getragen. Der Anlassbezug ist dabei eng gefasst: Die Tracht gehört zu bestimmten Tagen, nicht zu einer allgemeinen Beschreibung des Alltags.
Der Leuchtturm Het Paard van Marken steht an der Spitze von Marken. Er stammt aus dem Jahr 1839 und diente früher dazu, Schiffe von der Wattensee nach Amsterdam zu leiten. Da der Leuchtturm bewohnt ist, ist eine Besichtigung nur von außen möglich. Damit verbindet sich an diesem Ort ein heutiger Besuchshinweis mit der früheren Navigationsaufgabe des Bauwerks.
Rundgänge und kulturelle Einblicke
Die Route „Around Marken“ führt über die charakteristischen Warften, durch typische Straßen von Marken und durch die gemütliche Kerkbuurt. Der Audioguide „Walk around Marken“ umfasst elf Stationen. Eine kostenlose App spielt die Audiogeschichte automatisch ab, sobald Sie die jeweilige Station erreichen. Für die Auswahl sind das unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Bei der Route stehen die genannten Ortsbereiche im Vordergrund, beim Audioguide die Stationen und die automatisch abgespielte Erzählung.
In der Klompenmakerij Marken können Besucher sehen, wie Holzschuhe mit einer authentischen Dampfmaschine hergestellt werden. Wer sich für handwerkliche Herstellung interessiert, findet hier eine konkrete Vorführung statt einer bloßen Beschreibung des Produkts.
Das Marker Museum befindet sich im historischen Ortszentrum von Marken in sechs historischen Häusern.
Ein Haus im historischen Zustand
Ein Haus ist so erhalten, wie es 1982 hinterlassen wurde. Dazu gehören traditionelle Kleidung, eine Alkoven-Schlafnische und Antiquitäten, die Sijtje Boes selbst gesammelt hat. Schlafnische und Kleidung machen die frühere Wohnkultur anschaulich.
Anreise und Wege vor Ort
Marken wurde 1957 durch einen Verbindungsdeich mit dem Festland verbunden. Die Überfahrt mit dem Volendam-Marken-Express zwischen Volendam und Marken dauert etwa 30 Minuten. Wenn Sie diese Verbindung für Ihre Anreise einplanen, prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Besuch. Das Zentrum von Marken ist autofrei; Besucher parken am Ortseingang und gehen von dort zu Fuß weiter. Wer mit dem Auto anreist, kann sich daher auf das Parken am Ortseingang und den anschließenden Weg zu Fuß einstellen.
Wegen der Verstärkung des Deichs sollen große Abschnitte des Deichfußwegs bis Herbst 2027 geschlossen bleiben. Wenn Sie diesen Weg in Ihre Planung aufnehmen, prüfen Sie vor dem Spaziergang die aktuellen Bedingungen.
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