Wijdemeren wechselt zwischen Wasser, Schilf, Wald und Kulturerbe. An den Loosdrechtsen Plassen prägen Seen und Wasserwege das Bild; in den Ankeveense Plassen formen Torfstiche, schmale Gräben und Inseln ein Feuchtgebiet. Dazu kommen Landhäuser, historische Gärten und Spuren der Arbeit, mit der Menschen das Wasser lenkten. So führen Naturerlebnisse und Geschichte durch ganz unterschiedliche Landschaften.
Seen, Schilf und Wasserwege
Zu den Loosdrechtse Plassen gehören die Seen rund um Loosdrecht, darunter Wijde Blik, Vuntus, Loenderveense Plas und Breukeleveense Plas. An der Weersloot liegen kräuterreiche Wiesen. Auf und an den Seen sind Wassersport, Kanufahren, Wandern und Radfahren möglich. Eine konkrete Kanutour führt auf der 4,8 Kilometer langen Vuntusroute durch Seen und Gräben, Wiesen und Schilffelder bis in Sumpfwälder. Die verschiedenen Landschaftselemente geben der Route ihren besonderen Charakter.
Auch die Fietsboot verkehrt auf den Loosdrechtse Plassen. Sie ist nicht nur für Radfahrende zugänglich, sondern auch für Spaziergänger sowie Menschen im Rollstuhl oder mit einem Elektromobil. Prüfen Sie vor der Fahrt die Zugänglichkeitsregelungen; der Betrieb kann saisonabhängig sein. Auf dem Wijde Blik gibt es fünf öffentliche Erholungsinseln, an denen Boote bis zu dreimal 24 Stunden anlegen dürfen. Stege und Einfahrthäfen finden sich auch auf den Erholungsinseln im übrigen Seengebiet. Da sich Anlegeregeln ändern können, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Vorgaben.
Feuchtgebiete zu Fuß und per Kanu entdecken
Die Ankeveense Plassen bilden ein Labyrinth aus Torfstichen, schmalen Wassergräben, Inseln und offenem Wasser. Das Gebiet ist Rückzugsraum für zahlreiche Schilf-, Wasser- und Sumpfvögel. Zum Schutz von Flora, Fauna und Wasserqualität ist Freizeitbootverkehr dort gesperrt. Eine etwa 11 Kilometer lange Wanderroute führt durch die wasserreiche Landschaft und bietet Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Sie verläuft größtenteils unbefestigt und kann nach Regen sehr matschig werden. Alternativ lassen sich die Plassen unter Begleitung eines Guides von Natuurmonumenten erkunden; prüfen Sie dafür den lokalen Aktivitätenkalender.
Auch die Kortenhoefse Plassen erzählen von der Nutzung des Wassers: Torfgewinnung prägte die Landschaft, und Legakkers sowie Torfstiche sind noch heute sichtbar. Die Kanuroute dort dauert etwa drei Stunden. Blaue Pfeile und gelbe Schilder mit schwarzen Nummern weisen den Weg; prüfen Sie vor der Abfahrt, ob Markierungen und Zugangsbedingungen passen. Bei ausreichender Eisbildung können Besucher die Plassen außerdem auf Schlittschuhen erkunden.
Für Spaziergänge gibt es weitere konkrete Möglichkeiten: Ein neun Kilometer langer Weg führt über den alten Kirchenpfad Oppad und die Kromme Rade zwischen ’s-Graveland und Kortenhoef. Wijdemeren verfügt darüber hinaus über zahlreiche Wander- und Radwege. In Nederhorst den Berg verbindet eine Fuß- und Fahrradfähre den Ort mit Nigtevecht; ihr Betrieb kann saisonabhängig sein oder sich ändern, daher empfiehlt sich ein Blick auf den Fahrplan.
Gärten, Landhäuser und Wasserbau
Die ’s-Gravelandse Buitenplaatsen bewahren 400 Jahre Gartengeschichte. Stattliche Landhäuser, Gärten und Parkwälder liegen in einer abwechslungsreichen Landschaft; ein 17 Kilometer langer Spazierweg führt über zehn der Buitenplaatsen. Eine besondere Verbindung von Architektur und Garten zeigt Trompenburgh: Haus und geometrischer Garten wurden als Ensemble entworfen und gelten als außergewöhnliches Beispiel der Gartenkultur des 17. Jahrhunderts. Das Landhaus war der Wohnsitz von Admiral Cornelis Tromp; sein Entwurf ist von der Form eines Schiffs inspiriert. Trompenburgh zählt zu den am besten erhaltenen Häusern des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden. Frei zugänglich ist die Anlage nicht, doch gelegentlich gibt es Öffnungen, etwa am Tag des offenen Denkmals oder für Führungen. Von außen können Sie an der Anlage entlang spazieren oder radfahren. Informieren Sie sich vorab über mögliche Öffnungstermine.
Im Kasteel Museum Sypesteyn begegnen Sie Porträts von Vorfahren, viel Loosdrechter Porzellan, Möbeln, Glaswaren, Skulpturen, Uhren aus dem 18. Jahrhundert und einer Waffenkammer. Die Sammlungen können sich in ihrer Ausstellung ändern. Der historische Garten spiegelt alt-niederländische Gartenarchitektur wider; im frühen Frühjahr blühen dort 35 Arten von Stinsenpflanzen. Ein anderes Kapitel der Baugeschichte zeigt Fort Kijkuit, ein Fort der Nieuwe Hollandse Waterlinie. Im Pulverhaus befindet sich ein Informationspunkt, außerdem gibt es einen Aussichtspunkt und ein zugängliches Fortgelände. Picknicktische und eine Anlegestelle für Boote ergänzen den Ort; prüfen Sie vor einem Besuch den Zugang zu einzelnen Gebäuden.
Mühlen und lokale Spuren
Molen Gabriël ist die einzige erhaltene Mühle in Kortenhoef und ein Wahrzeichen der Landschaft der Vechtplassen. Historisch sorgte sie gemeinsam mit zwei weiteren Mühlen dafür, dass Kortenhoef trocken blieb. Auch bei Nederhorst den Berg lässt sich Wasserbaugeschichte nachvollziehen: Die Poldermühle entwässerte den etwa 473 Hektar großen Stichts-Ankeveensepolder. Dorpzicht, um 1630 erbaut und als ältester Bauernhof von Nederhorst den Berg geltend, diente ursprünglich als Bäckerei für Hinderdammers und vorbeifahrende Schiffer. Die Kirche O.L. Vrouw Hemelvaart am Dammerweg wurde 1890 eingeweiht.
Zu einer saisonalen Entdeckung gehört die Pluktuinderij Aardbei & Zo in Nederhorst den Berg. Dort können Sie ungespritzte Erdbeeren, Kräuter, Gemüse und Obst selbst pflücken; die Erzeugnisse können im Hofladen bezahlt werden. Prüfen Sie vor der Anreise, was aktuell verfügbar ist. So zeigt sich Wijdemeren nicht nur in Seen und historischen Anlagen, sondern auch in Erlebnissen, die vom Rhythmus der Jahreszeiten geprägt sind.
Weitere Reiseziele entdecken
Nieuw-Loosdrecht, Oud-Loosdrecht, Loosdrecht, ’S-Graveland, Nederhorst Den Berg, Kortenhoef, Ankeveen, Breukeleveen
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordholland.