Schardam verbindet historische Schleusen, Kirchenbau und mehrere Wege mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Hornsluis verweist auf die Geschichte der Wasserverteidigung; die Hervormde Kerk bietet einen eigenen Blick auf Kirchenarchitektur. Wander- und Fahrradrouten führen zu den Schleusen, weitere Strecken greifen Kirchen- oder Landschaftsthemen auf. So reichen die Anknüpfungspunkte von Baugeschichte bis zu regionalen Naturbezügen.
Schleusen und Wasserverteidigung
Die Hornsluis bei Lutje Schardam ist ein Rijksmonument aus dem Jahr 1735. Bei feindlicher Bedrohung wurde sie für die Stelling van Amsterdam als Inundationsschleuse eingesetzt. Der Begriff bezeichnet eine Schleuse, die dazu diente, Wasser als Teil der Verteidigung einzusetzen. Knapp nördlich von Schardam gelegen, macht die Hornsluis den Bezug zwischen Wasserbau und militärischer Geschichte konkret.
In Schardam selbst sind die Noorder- en Zuidersluis ebenfalls Rijksmonumenten. Sie sind unter anderem Einlassschleusen für die Stelling van Amsterdam. Damit begegnen Ihnen in der Ortsgeschichte unterschiedliche Funktionen des Wasserbaus: Die Hornsluis ist mit der Nutzung als Inundationsschleuse verbunden, die Noorder- en Zuidersluis mit der Funktion als Einlassschleusen. Zusammen geben diese Bauwerke dem Thema Wasserverteidigung einen besonderen Platz in der Geschichte Schardams.
Die Hervormde Kerk und ihre Bauform
Die Hervormde Kerk an der Adresse Schardam 27 ist ein kleines, einschiffiges Gebäude mit einem fünfseitigen Chorschluss. „Einschiffig“ beschreibt die Anlage mit einem Kirchenschiff; der Chor endet in fünf Seiten statt in einer geraden Abschlusswand. Die Kirche stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1662. Im Turm befindet sich eine von Geert van Wou gefertigte Glocke aus dem Jahr 1497. Bauform und Glocke bieten zwei unterschiedliche historische Anhaltspunkte: Die Datierung des Kirchengebäudes ist wahrscheinlich, das Jahr der Glocke ist 1497.
Wander-, Rad- und Themenrouten
Wer zwischen zwei Wegen zu den Schleusen wählt, kann sich an der Fortbewegungsart orientieren: Der Wanderweg der dritten Etappe des Zuiderzeepad verläuft über die Schleusen von Schardam. Auf dem Abschnitt Amsterdam–Hoorn der Zuiderzeeroute führt die Fahrradroute ebenfalls über sie. Die erste Streckenangabe benennt eine Wanderetappe, die zweite einen Fahrradabschnitt. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Routennotizen.
Eine andere Auswahl bietet die Kerkenroute. Sie gehört zu einer größeren provinzialen QR-Route zum religiösen Erbe in Noord-Holland und führt an den Kirchen von Kwadijk, Middelie, Oosthuizen, Beets, Schardam, Etersheim und Warder entlang. Ihr Thema ist damit nicht nur die Kirche in Schardam, sondern religiöses Erbe an mehreren Orten. Die Strecke richtet sich an einem gemeinsamen Thema aus, während die Zuiderzeepad- und Zuiderzeeroute die Schleusen über unterschiedliche Fortbewegungsarten einordnen.
Die Kogen- en brakenroute steht auch mit Schardam in Verbindung und führt an der Etersheimerbraak vorbei. Dort wurde Lehm abgebaut, um den Seedeich zu verstärken. Bei der Etersheimerbraak liegt der tiefste Punkt von Noord-Holland; zwischen Deich und Polder beträgt der Höhenunterschied zehn Meter. Auf dieser Route kommt so zur Orts- und Baugeschichte ein konkretes Landschaftsthema hinzu: der Zusammenhang von Seedeich, Polder und dem früheren Lehmabbau.
Landschaft und Jahreszeiten
Nördlich der Schleusen von Schardam führt die Straße auf einen Deich. Von dort reicht der weite Blick über das Markermeer bis zur Skyline von Hoorn in der Ferne. Der Deichblick setzt einen landschaftlichen Akzent neben die Schleusen und Bauwerke.
Am letzten Abschnitt der Wanderung verläuft der Weg an der feuchten Oosterkoog am Rand des Markermeers entlang. Dort kommen im Winter Große Brachvögel und im Frühjahr Uferschnepfen vor. Die Jahreszeit bringt damit einen konkreten Unterschied für die Naturbezüge dieser Strecke: Im Winter sind Große Brachvögel genannt, im Frühjahr Uferschnepfen.
Weitere Reiseziele entdecken: Oosthuizen, Middelie, Kwadijk, Beets, Warder.
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