Mehr als 5.000 verschiedene Pflanzenarten wachsen in den Priona Tuinen; zugleich erzählen Kapelle und Kriegsdenkmäler von Schuinesloots Geschichte. Gartenkunst, Landschaft und Erinnerungsorte geben der Reiseplanung unterschiedliche Anknüpfungspunkte – von ökologisch bewirtschafteten Gärten bis zur lokalen Geschichte des Zweiten Weltkriegs.
Priona Tuinen: Gartenkunst und Küche
Die Priona Tuinen wurden Ende der 1970er-Jahre von Henk Gerritsen und Anton Schlepers entworfen, die als Künstler ausgebildet waren. In den Gärten wachsen mehr als 5.000 verschiedene Pflanzenarten. Sie werden ökologisch bewirtschaftet, ohne Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. So gehören sowohl der künstlerische Hintergrund des Entwurfs als auch die Art der Pflege zu den besonderen Merkmalen der Anlage.
Die Verbindung von Garten und Küche zeigt sich im Restaurant De Tuinkamer: Küchenchef Alwin Leemhuis bereitet dort wöchentlich ein besonderes Menü mit Blumen und Pflanzen aus den Priona Tuinen zu. Wenn Sie diesen kulinarischen Bezug in Ihren Aufenthalt einplanen, prüfen Sie vorab das aktuelle Menü.
Kavelbos und Natur im Vechtdal
Das Kavelbos ist einer von mehreren schmalen Waldstreifen, die während der Flurbereinigung in den 1970er-Jahren angelegt wurden. Rehe, Hasen und zahlreiche Vogelarten finden dort Schutz. In den Teichen leben Frösche und Kröten; an den Rändern wachsen Wildblumen und junge Bäume. Die Landschaft zeigt damit eine andere Naturseite als die gestaltete Pflanzenvielfalt der Priona Tuinen: Hier bestimmen Waldstreifen, Teiche und Lebensräume für Tiere das Bild.
Schuinesloot gehört zu den Teilgebieten des Naturgebiets Vechtdal. Zusammen mit dem Kavelbos lässt sich so auch die Landschaft als Teil der Ortsidentität einordnen. Wer sich für Natur interessiert, kann diese Themen neben der Gartenkunst als eigenen Schwerpunkt berücksichtigen, ohne beide Anlagen gleichzusetzen.
Vom Gewässernamen zur Dorfgeschichte
Die historische Schuinsche Sloot wurde als Abzweigung der Hoofdvaart door Lutten angelegt, um das Lutterveld von Slagharen aus zu erschließen. Eine andere Namensspur führt zum Dorf selbst: Das Lintdorf erhielt in den 1970er-Jahren den Namen Schuinesloot. Er leitet sich vom südlich gelegenen Gewässer Schuine Sloot ab, das inzwischen zugeschüttet ist. Die beiden historischen Bezüge zeigen, wie Gewässer und Landschaft in Orts- und Flurnamen weiterleben können.
Auch die Niederländisch-Reformierte Kapelle verbindet verschiedene Zeiten. Sie wurde 1916 an der Stelle errichtet, an der um 1900 noch die letzte Plaggenhütte von Schuinesloot stand. Ihre prägende Lage im Ortskern macht sie zu einem markanten Wahrzeichen. Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich Pastor Frederik Slomp, bekannt als Frits de Zwerver, in Schuinesloot verborgen. Kapelle, frühere Siedlungsspur und Kriegsgeschichte ergänzen sich damit als unterschiedliche Aspekte der lokalen Vergangenheit.
Gedenkorte und saisonale Aktivitäten
Das Kriegsdenkmal von Schuinesloot erinnert an neun Besatzungsmitglieder zweier Bomber, die 1941 beziehungsweise 1942 im Dorf abstürzten. Es steht auf einem Grünstreifen neben dem Parkplatz bei der Niederländisch-Reformierten Kapelle an der Schuineslootweg. Ein weiterer Gedenkort am Kikkertsveldweg besitzt eine Informationstafel zum Absturz eines britischen Lancaster-Bombers. Wer sich für die Luftkriegsgeschichte interessiert, findet hier zwei konkrete historische Anknüpfungspunkte mit jeweils eigener Ortsangabe.
Auch saisonale Aktivitäten gehören zum Ortsleben. Während Frostperioden sorgen Freiwillige des Vereins Nooit Gedacht dafür, dass die Eislaufbahn Schuinesloot zugänglich gemacht wird. Die Sloot'n Run ist ein Hindernislauf mit einer Kinderstrecke und einer Erwachsenenstrecke; prüfen Sie die Termine, wenn Sie eine Teilnahme planen. In den Sommermonaten kann man auf vier Beachvolleyballfeldern an der Eislaufbahn spielen. Klären Sie die örtliche Verfügbarkeit vorab, wenn Sie diese Möglichkeit einplanen.
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