Westerhaar-Vriezenv Wijk eignet sich für eine Entdeckungstour mit Schwerpunkt auf Siedlungsgeschichte, Torfabbau und Landschaft. Die Ortsgeschichte führt von einzelnen Bauernhöfen über die Arbeit im Torf bis zum teilweisen Zusammenwachsen von Westerhaar und Vriezenveensewijk. Ergänzend zeigen die Wanderung „Ommetje Veenschap: geschiedenis“, die Boerderij Galerie Dekker und das Veenmuseum unterschiedliche Seiten des Besuchs. Östlich des Ortes liegt außerdem das geschützte Naturgebiet Engbertsdijksvenen.
Landwirtschaft, Torfabbau und Ortsgeschichte
Die Ursprünge von Westerhaar-Vriezenveensewijk sind sowohl agrarisch als auch durch den Torfabbau geprägt. Westerhaar entstand zunächst als Ansammlung einzelner Bauernhöfe. Deren Bewohner nutzten Land, das sie vom Kloster in Sibculo gepachtet hatten. Am Anfang der Siedlungsgeschichte stehen damit einzelne Höfe und gepachtete Flächen, nicht eine geschlossene Ortschaft. Der großflächige Torfabbau brachte vor allem Arbeiter aus Drenthe und Friesland nach Westerhaar-Vriezenveensewijk und ergänzte die landwirtschaftliche Prägung um ein weiteres Kapitel.
Ein wichtiges Datum für die Entwicklung der beiden Orte ist 1920: Damals wurde zwischen Westerhaar und Vriezenveensewijk eine reformierte Kirche errichtet. Westerhaar und Vriezenveensewijk wuchsen im Laufe der Zeit teilweise auch deshalb zusammen. Die Kirche war also ein Faktor unter mehreren. Diese historische Entwicklung lässt sich als Folge unterschiedlicher Einflüsse betrachten: bäuerliche Anfänge, Zuzug durch den Torfabbau und eine spätere Verbindung der Orte.
Kunst und ein originales Torfzug-Erlebnis
Die Boerderij Galerie Dekker stammt aus dem Jahr 1911. In ihrer Galerie werden regelmäßig Gemälde von Jennie Dekker sowie Werke anderer Künstler ausgestellt. So verbindet der Besuch an diesem Ort die Geschichte des Gebäudes mit seiner Funktion als Galerie. Die regelmäßigen Ausstellungen von Jennie Dekkers Gemälden und die Möglichkeit für andere Künstler, dort Werke zu zeigen, geben der Galerie ihren eigenen kulturellen Schwerpunkt.
Beim Veenmuseum können Besucher das Gelände mit einem originalen Torfzug erkunden. Das ist ein anderer Zugang zum Thema Torfabbau als die Ortsgeschichte: Hier steht die Fahrt über das Museumsgelände im Mittelpunkt. Zusammen mit der Galerie ergeben sich zwei unterschiedliche kulturelle Anknüpfungspunkte, Kunst und Baugeschichte auf der einen sowie Torf und ein historischer Zug auf der anderen Seite.
Wandern durch das Veenschap
Die Wanderung „Ommetje Veenschap: geschiedenis“ führt durch das Veenschap mit seinem typischen Vriezenveense-Parzellenmuster: lange, schmale Äcker prägen diese Flur. Unterwegs verläuft die Route auch über einen Knüppeldamm. Damit gehören sowohl die charakteristische Aufteilung der Felder als auch ein besonderer Wegabschnitt zu dieser Wanderung. Der Startpunkt liegt an der Dalweg 39, 7676 SB Westerhaar-Vriezenveensewijk.
Für die Wahl der Route ist die angegebene Einschränkung wichtig: Wegen Viehgittern sowie Moor- und Sandboden ist diese Wanderung nicht für Rollstuhlfahrer oder Nutzer von Elektromobilen geeignet. Wenn Sie die Wanderung einplanen, berücksichtigen Sie diese Bedingungen bei Ihrer Entscheidung. Die Ortsgeschichte und die Galerie bieten weitere thematische Schwerpunkte, falls für Sie eine Wanderung durch das Veenschap nicht passt.
Seltenes Hochmoor östlich des Ortes
In der näheren Umgebung von Westerhaar-Vriezenveensewijk liegt östlich des Ortes Engbertsdijksvenen. Das Naturgebiet ist als Natura-2000-Gebiet geschützt; dort kommt noch seltenes Hochmoor vor. Damit stehen die Themen Ortsentwicklung und Torfabbau einer besonderen Landschaft gegenüber, in der der Erhalt des Hochmoors im Vordergrund steht. Wer seine Interessen abwägt, kann so zwischen geschichtlichen Einblicken, Kunst, einer Wanderung mit ausdrücklich benannten Wegbedingungen und dem Naturthema Hochmoor unterscheiden.
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