In Vlaardingen treffen Naturgebiete auf eine Stadtgeschichte, die eng mit Fischerei und Wasser verbunden ist. Der Broekpolder macht einen großen Teil der Stadtlandschaft aus: Das Natur- und Erholungsgebiet umfasst ein Viertel des Vlaardinger Stadtgebiets. Für Ihre Reiseplanung eröffnet das eine andere Perspektive auf den Ort als die historischen Themen im Stadtzentrum.
Natur im Broekpolder
De Ruigte ist ein Naturkerngebiet im Broekpolder. Offene Flächen, Wasserflächen und vielfältige Vegetation prägen das Gebiet; auch eine Herde Schottischer Hochlandrinder gehört dazu. Das Klauterwoud setzt einen anderen Akzent: Dort bietet ein abenteuerlicher Spielbereich in der Natur Kindern Raum zum Spielen. Wer Vlaardingen mit Kindern erkundet, findet hier also ein konkretes Naturthema, während De Ruigte vor allem durch seine Landschaftsmerkmale charakterisiert ist.
Auch Masamuda liegt im Vlaardingse Broekpolder, richtet den Blick aber in die Vergangenheit. Das pädagogische archäologische Freilichtgelände rekonstruiert Gebäude aus der Vorgeschichte und dem Mittelalter. So wird die ferne Vergangenheit anschaulich vermittelt. Die Kombination aus historischen Bauformen und dem Naturgebiet macht Masamuda zu einer eigenen kulturgeschichtlichen Station innerhalb des Broekpolders.
Archäologie, Technik und Stadtgeschichte
Mit der Molen Aeolus kommt ein anderes Stück Geschichte hinzu: Die authentische Galerie-Windmühle stammt aus dem Jahr 1790. Ihr traditionelles Funktionsprinzip wandelt Windkraft in mechanische Energie um, mit der Getreide auf handwerkliche Weise gemahlen wird. Masamuda veranschaulicht vergangene Bauweisen; Aeolus zeigt dagegen, wie Windkraft für ein konkretes Handwerk genutzt wird.
Die Geschichte des Museum Vlaardingen reicht bis zur Gründung der Vlaardingsche Oudheidkamer en Visscherijmuseum im Jahr 1920 zurück. Zur städtischen Kulturgeschichte gehören außerdem drei Gebiete, die als reichsgeschütztes Stadtbild ausgewiesen wurden und von nationaler kulturhistorischer Bedeutung sind. An der Koningin Wilhelminahaven stehen die ausgeprägte Heringsgeschichte und das maritime Erbe im Mittelpunkt. Diese Themen geben der Vlaardinger Stadtgeschichte unterschiedliche Schwerpunkte: institutionelle Museumsgeschichte, geschützte Stadtbilder und die Verbindung zum Hafen.
Auch die VL.92 Balder erzählt von der Fischerei. Das Schiff war ursprünglich ein Zeillogger für die Heringsfischerei mit dem Treibnetz. Heute liegt es an der Westhavenkade 54 im Zentrum von Vlaardingen, gegenüber dem Museum. Wer sich für die maritime Vergangenheit interessiert, kann hier den Bezug zwischen dem historischen Fischereischiff und der Heringsgeschichte des Hafens nachvollziehen.
Zu Fuß durch Vlaardingens Vergangenheit
Die historische Stadtwanderung „Water“ behandelt Vlaardingens Fischereivergangenheit, den Umgang der Stadt mit dem Wasser und die Regulierung des Hafenwassers. Sie setzt damit einen thematischen Schwerpunkt, während Expeditie Vlaardingen die Geschichte des Stadtzentrums mit Audio, Video und Augmented Reality erschließt. Beide Angebote greifen Stadtgeschichte auf, vermitteln sie aber auf unterschiedliche Weise: „Water“ über eine Wanderung und ihre Themen, Expeditie Vlaardingen mit digitalen Medien.
Weitere Wanderrouten in Vlaardingen führen durch historische Straßen und vorbei an Wandmalereien. Das verbindet den Blick auf die gebaute Stadt mit öffentlichen Kunstwerken. Für eine andere Perspektive auf die Stadt und ihre Umgebung führt eine geführte Besichtigung des Turms der Grote Kerk auf die etwa 38 Meter hohe „Trans“, von der sich ein Blick über Vlaardingen und die Umgebung bietet. Der Turm stammt aus dem Jahr 1746 und beherbergt die Blasebälge der Kirchenorgel sowie das Oranjecarillon. Der Aufstieg führt über steile Treppen; prüfen Sie vor Ihrer Planung, ob eine Führung zu Ihrem Besuchstermin möglich ist.
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