Badagrys Kulturthemen reichen von Musik und Maskerade bis zu religiösen Überlieferungen und historischen Orten. Für die Auswahl eines kulturell geprägten Aufenthalts ist es hilfreich, diese Zugänge auseinanderzuhalten. Kulturelle Traditionen erschließen andere Fragen als konkrete Orte mit benanntem Zweck, Datum oder historischem Zusammenhang.
Sato-Trommeln: Herkunft und Aufführung
Der Überlieferung nach sollen die Sato-Trommeln aus Akarakumoh in Badagry stammen. Kodjo, Avidagba und Tosavi bauten sie; erstmals gespielt wurden sie im Dorf Akarakumoh. In Badagry werden die Trommeln zu besonderen Anlässen gespielt, besonders bei Beisetzungen älterer und angesehener Menschen. Sie sind etwa drei Meter hoch und werden mit sieben langen Schlägeln gespielt. Bei den Aufführungen springen die Spielenden gleichzeitig im Rhythmus der Trommeln, tragen traditionelle Kleidung und zeigen akrobatische Darbietungen. Herkunftserzählung, Anlass und Aufführungsform geben so unterschiedliche Einblicke in dieselbe Tradition.
Egungun und Igunuko
Egungun ist eine Tradition in Badagry und im Yorubaland. Sie steht für die Abstammung von Familien und Gemeinschaften sowie für die spirituelle Rückkehr verstorbener Vorfahren, die die Lebenden segnen, leiten und beschützen. Igunuko ist eine traditionelle Maskerade in Badagry, die für ihre imposante Erscheinung und tiefe spirituelle Symbolik bekannt ist. Beide Traditionen haben damit eine spirituelle Dimension, doch ihre Schwerpunkte unterscheiden sich: Egungun verbindet Gemeinschaft und Ahnen, Igunuko setzt die Maskerade und ihre Symbolik in den Vordergrund.
First Storey Building und Agia-Baum
Das First Storey Building in Nigeria befindet sich im Viertel Boekoh in Badagry. Rev C.A. Gollmer errichtete es im Juni 1845 als Amtssitz des CMS-Vikars. Erbauer, Monat und Zweck geben dem Bau eine präzise historische Einordnung: Hier ist ein konkreter Zeitpunkt mit einer konkreten Funktion verbunden.
Unter dem Agia-Baum wurde der Überlieferung zufolge erstmals in Nigeria das Evangelium verkündet; der Baum wurde etwa 350 Jahre alt. Gebäude und Baum erzählen so nicht dieselbe Art von Geschichte: Beim Gebäude stehen Bauzeit und Amtssitz im Mittelpunkt, beim Baum eine religiöse Überlieferung und das ungefähre Alter.
Slave Route und Gberefu
Der historische Slave Route bezeichnet den Weg, auf dem versklavte Menschen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert getrieben wurden. Für den Abschnitt vom Gberefu Jetty bis zur Küste am Point of No Return werden etwa zwanzig Minuten zu Fuß angegeben. Die Gehzeit bezieht sich auf diesen Abschnitt; der Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert beschreibt dagegen die historische Route, nicht die Dauer eines Besuchs.
Im näheren Umfeld von Badagry liegt der Slave Spirit Attenuation Well am Gberefu Sea Beach, auf der anderen Seite der Lagune direkt gegenüber dem Sklavenhafen von Badagry. Versklavte Menschen wurden gezwungen, aus ihm zu trinken. Beide Orte zeigen unterschiedliche Aspekte derselben Geschichte: Der Weg bezeichnet das Getriebenwerden, der Brunnen das erzwungene Trinken.
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