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Wer Tiefgraben als Reiseziel wählt, kann Baugeschichte, Wanderziele am Mondseeberg, Radfahren und Badezeit am Irrsee in den Mittelpunkt stellen. Das Freilichtmuseum Mondseer Rauchhaus zeigt einen Mittertennhof in Holzblockbauweise, der erstmals 1416 erwähnt wurde. Die Hausform vereint Wohnhaus, Stall und Stadel unter einem Dach. Einen Rauchfang gibt es nicht: Der Rauch zieht durch das Dach ab und trocknet das im Obergeschoss gelagerte Getreide. So wird an diesem Beispiel erkennbar, wie Bauweise und Nutzung zusammenhängen: Wohn- und Wirtschaftsbereiche liegen unter einem Dach, während der Rauchabzug zugleich dem Trocknen des Getreides dient.

Auch handwerkliche Praxis gehört zum Kulturangebot. Das Bauern- und Freilichtmuseum bietet Workshops an, darunter zur Herstellung historischer Zäune. Das ist ein anderer Zugang als die Betrachtung der Hofanlage: Hier geht es um eine konkrete handwerkliche Tätigkeit, dort um die Bauform und ihre Funktionen.

Mondseeberg: Aussicht und Wanderwege

Das Gebiet Mondseeberg in Tiefgraben ist für seine Panoramaaussicht bekannt. Seit Herbst 2019 steht am Gipfel der Aussichtsturm Kulmspitz, der ein Panorama auf den Mondsee bietet. In Tiefgraben führen zahlreiche Wanderwege, darunter Wege zur Kolomanskirche; sechs markierte Wanderwege führen zur Radstatt-Kapelle. Für die Tourenplanung stehen damit sowohl die Kolomanskirche als historisches Ziel als auch die Radstatt-Kapelle als Ziel markierter Wege zur Wahl.

Kirchen, Kapellen und besondere Wegpunkte

Die Kolomanskirche gilt als älteste Holzkirche Europas. Die Radstatt-Kapelle liegt versteckt im Wald am Rücken des Mondseebergs auf 994 m Seehöhe. Am Wanderweg auf den Kolomannsberg steht im Wald die hölzerne Ritzinger-Waldkapelle; sie bestand bereits um 1900. Der Heilig-Geist-Bildstock ist eine Station beim Bittgang von Seegruber zur Radstatt, während Wanderer an der Frischling-Kapelle gerne Rast machen. Die Orte geben unterschiedlichen Interessen einen Anknüpfungspunkt: historische Bauform, Waldlage, ein bestimmter Bittgang oder eine Rast unterwegs. Die beiden Zeitangaben lassen sich unterschiedlich lesen: Beim Mondseer Rauchhaus ist 1416 das Jahr der ersten Erwähnung; die Ritzinger-Waldkapelle bestand bereits um 1900. So bezeichnet die eine Angabe einen Erwähnungszeitpunkt, die andere einen ungefähren Zeitpunkt, zu dem die Kapelle schon existierte.

Radfahren, Baden und Anreise

Die umliegenden Hügel Tiefgrabens sind durch Forststraßen und Wanderwege erschlossen. Zum Radfahren bietet Tiefgraben Möglichkeiten für Mountainbiken, E-Bike-Fahren, Rennradfahren und Trekkingradfahren. Die Auswahl an Radformen ist breit; Sie können den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts nach der bevorzugten Radart setzen.

Als Badeziel ist die Badeanlage Tiefgraben eine begrünte Badestelle am Irrsee. Tiefgraben ist über die Autobahn A1 und die Ausfahrt Mondsee erreichbar.

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