Nußdorf Am Haunsberg lässt sich über mehrere klar unterscheidbare Themen kennenlernen: die Baugeschichte seiner Kirchen, einen kurzen Informationsweg, Natur in der Weitwörther Au und den Einkauf regionaler Lebensmittel. Für die Planung sind die unterschiedlichen Schwerpunkte interessant: Der Generationenweg hat eine ungefähre Gehzeit, die Kirchen erzählen von verschiedenen Bauphasen, und die Nussdorfer Schrona bringt die Herkunft regionaler Produkte ins Spiel. So können Sie einen Aufenthalt nach Kultur, Bewegung, Natur oder regionalem Einkauf ausrichten.
Pfarrkirche zum hl. Georg: mehrere Bauphasen
Die Pfarrkirche zum hl. Georg verbindet eine mögliche Entstehung im 15. Jahrhundert mit einer späteren Wiederaufbauphase. Laut einer Steininschrift im Allerseelenkammerl könnte sie 1476 oder 1491 errichtet worden sein. Sie zählt zu den wenigen erhaltenen Kirchen mit neugotischer Einrichtung. In den Jahren 1913 und 1914 wurde sie wieder aufgebaut. Bauzeit, neugotische Ausstattung und Wiederaufbau bieten damit drei unterschiedliche Anhaltspunkte, um die Geschichte des Bauwerks einzuordnen.
St. Pankraz: Kapelle, Kirchenbau und Burgreste
St. Pankraz entstand aus einer dem Ritterheiligen St. Pankraz geweihten Burgkapelle. Von 1701 bis 1707 errichtete die Salzburger Hofbaumeisterei unter dem Einfluss von Fischer von Erlach den Bau als Dreikonchenbau mit kurzem Langhaus. Der Begriff Dreikonchenbau verweist auf drei konchenartige, apsisähnliche Bauteile; das kurze Langhaus ist der längsgerichtete Teil des Kirchenbaus. Zusammen beschreiben diese Begriffe die Grundform genauer als eine reine Datierung. An der Westseite des auslaufenden Haunsberges befinden sich auf einem steilen Felsvorsprung noch Ruinenreste der ehemaligen Burg des Ministerialengeschlechts derer von Haunsperg. Kirchenbau und Burgreste geben dem Ort zwei unterschiedliche historische Ebenen.
Auch die Wallfahrt bei St. Pankraz gehört zur historischen Perspektive: Sie war nur lokal bedeutsam und wurde bis 1816 von einem Eremiten betreut. Erhaltene Votivgaben gibt es nicht.
Generationenweg – Barfußweg
Der von Jugendlichen entworfene Generationenweg – Barfußweg vermittelt Ereignisse aus der Vergangenheit und Informationen über Nußdorf Am Haunsberg. Er führt Spaziergänger zu einem selbst gestalteten Erholungsplatz. Die Strecke vom ersten bis zum letzten Schild dauert ungefähr zehn Minuten. Diese Zeitangabe bezieht sich auf den Weg zwischen den Schildern; wer am Erholungsplatz verweilt oder sich mehr Zeit für die Informationen nimmt, kann den Aufenthalt entsprechend länger planen. Im Vergleich zu den Kirchen, deren Baugeschichte eigene Schwerpunkte setzt, ist für diesen Weg eine kurze Streckenzeit angegeben.
Natur in der Weitwörther Au
Die Weitwörther Au setzt einen anderen Naturakzent. Durch Renaturierung wurde ihr artenreicher Auwald wiederhergestellt. Der Auen-Erlebnisweg führt barrierefrei rund um den Ausee und bietet Familien vielfältige Möglichkeiten, die Natur unmittelbar zu erleben. Von einer speziellen Vogelbeobachtungshütte lässt sich das Geschehen auf dem Wasser und in der Luft beobachten. Die Zugänge unterscheiden sich: Der Auwald lenkt den Blick auf renaturierte Landschaft, der Erlebnisweg auf eine barrierefreie Runde und die Hütte auf gezielte Beobachtungen.
Regionale Lebensmittel aus der Nussdorfer Schrona
Die Nussdorfer Schrona ergänzt die Kultur- und Naturthemen um einen Einkaufsschwerpunkt. Sie bündelt lokale Lebensmittelproduzenten und erleichtert den Einkauf regionaler Lebensmittel. Angeboten werden Eigenprodukte der Schrona-Bauern; die jeweils verfügbaren Produkte stammen aus einem Umkreis von 5 km um Nußdorf. Damit ist die Herkunft ein konkreter Bezugspunkt für den Einkauf. Sortiment und Verfügbarkeit können sich ändern. Wenn Sie bestimmte Erzeugnisse suchen, fragen Sie vor dem Besuch am besten nach dem aktuellen Angebot. So lässt sich die Schrona in die Planung einbeziehen, wenn regionale Lebensmittel für Ihre Reise eine Rolle spielen.
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