Der Schödersee ist ein periodischer See: Er füllt sich nur nach starken Regenfällen oder nach der Schneeschmelze und trocknet wegen unterirdischer Abflüsse im Sommer oft vollständig aus. Wer ihn als Wanderziel einplant, sollte ihn daher als saisonales Naturphänomen verstehen – Wasser ist nicht ganzjährig zu erwarten.
Landschaft und Bergsteigerdorf
Ein Drittel des Hüttschlager Gemeindegebiets gehört seit 1991 zum Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark der Alpen. Seit 2008 zählt Hüttschlag außerdem zu den nach strengen Kriterien ausgewählten „Bergsteigerdörfern Österreichs“. Die Initiative ist ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins im Rahmen der Umsetzung der Internationalen Alpenkonvention.
Diese beiden Bezüge geben dem Ort unterschiedliche Akzente: Der Nationalpark steht für den Schutz eines großen Teils des Gemeindegebiets, die Auszeichnung für eine besondere Einordnung im Bergsteigerdorf-Projekt. Für die Reiseplanung lohnt es sich, die konkreten Ziele und Routen in den Mittelpunkt zu stellen – vom saisonalen See bis zu den ausgewiesenen Klettersteigen.
Wandern zwischen Schödertal und Arlscharte
Der Hohe Tauern Panorama Trail führt auf der nördlichen Seite des Salzachtals bis nach Hüttschlag und ist als Route mit 17 Etappen angelegt. Seine Etappenstruktur macht ihn zu einem anderen Wanderthema als die einzelnen Ziele rund um den Ort. Da die Routenkonfiguration aktualisiert werden kann, prüfen Sie vor einer Tour den aktuellen Verlauf beim Betreiber.
Eine Wanderung von der Nationalpark-Informationsstelle beim Gasthof Talwirt führt ins Schödertal und hinauf zur Arlscharte, dem Übergang ins Maltatal. Auf der Wanderung bis zum Schödersee informieren etwa 50 Schautafeln über naturkundliche und historische Besonderheiten des Großarltales. So verbindet sich das Ziel mit Themen, die unterwegs vermittelt werden. Von der Wanderung führt zudem ein rund 40 Meter langer Abstecher zum Ötzlsee.
Auch beim Kreealmwasserfall gibt es eine konkrete Orientierung für die Wegplanung: Vom Abzweig zu den Kreealmen ist er in fünf Gehminuten erreichbar und stürzt etwa 80 Meter in die Tiefe. Die Angabe beschreibt den Zugang ab diesem Abzweig; sie ist nicht mit der Dauer einer längeren Wanderung gleichzusetzen.
Klettersteige mit unterschiedlichen Eckdaten
Bei den Klettersteigen lassen sich die genannten Schwierigkeitsgrade und Maße vergleichen, ohne die Routen gleichzusetzen. Der Klettersteig „Kupfergeist“ in der Hüttschlager Wand führt über 150 Meter senkrechten Fels und hat den Schwierigkeitsgrad C–E. Der Übungsklettersteig „Gletschergoaß“ ist mit A–C bewertet, 150 Meter lang und 50 Meter hoch. Die Angaben betreffen dabei unterschiedliche Größen: Beim Kupfergeist ist die senkrechte Felsstrecke genannt, beim Gletschergoaß Länge und Höhe.
Vom Ortszentrum Hüttschlag aus sind die Klettersteige „Kupfergeist“, „Gletschergoaß“ und „Franzl“ in rund 25 Minuten erreichbar. Für die Tourenplanung sollten Sie die technischen Bedingungen prüfen. So bleiben die ungefähre Erreichbarkeit und die jeweils genannten Routendaten getrennte Orientierungspunkte.
Kultur zwischen Alm, Wald und Ortsgeschichte
Das Talmuseum Hüttschlag präsentiert die Ausstellung „Auf der Alm – zwischen Himmel und Erde“. Sie behandelt die Kulturlandschaft, Almen und Wald im Nationalpark. Damit steht neben den Wanderzielen auch die Landschaft selbst als Thema im Mittelpunkt: nicht nur ihre Natur, sondern ebenso ihre Nutzung und Prägung als Kulturlandschaft.
Ein weiterer historischer Bezug ist die Pfarrkirche Hüttschlag. Sie entstand vermutlich im 18. Jahrhundert unter dem Einfluss der Salzburger Hofbaumeisterei. Die vermutete Datierung und der architektonische Einfluss ergänzen die Natur- und Wanderthemen um einen Blick auf die Baugeschichte des Ortes.
Weitere Reiseziele entdecken: Radstadt, Wimm, Kleinarl, Mandling, Neuberg, Großarl, Hüttau, Karteis.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sankt Johann Im Pongau.