In Wies führen verschiedene Themen zu unterschiedlichen Seiten des Ortes: Die Wies-Kirche verbindet Baugeschichte und eine fortdauernde Pilgertradition, Kapellen stehen im Mittelpunkt eigener Wege und religiöser Bräuche, und im Erlebnis-Bergbaumuseum wird Technik anschaulich. Wer einen Aufenthalt plant, kann daher zuerst entscheiden, ob Kirchen und Geschichte, Wanderwege oder geologische Entdeckungen den Schwerpunkt bilden sollen.
Kirchen, Kapellen und Ortsgeschichte
Die Wies-Kirche wurde von 1774 bis 1782 für die Gnadenstatue des „Gegeißelten Heilands auf der Wies“ erbaut. Sie ist ein Werk des Marburger Architekten Johann Fuchs und weist klassizistische Elemente auf. Traditionelle Gruppen pilgern weiterhin zur Pfarrkirche. Bauzeit, architektonische Gestaltung und Pilgertradition geben damit verschiedene Anknüpfungspunkte für einen Besuch mit Schwerpunkt Sakralkultur.
Auch Schloss Burgstall gehört zur Geschichte des Ortes: Es ist Teil der Schutzzone, die den historischen Ortskern von Wies umfasst. Die renovierte St.-Veit-Kapelle in Altenmarkt wiederum ist ein Fixpunkt des Themen-Wanderweges „Kapellenweg“. Bei ihrer Restaurierung wurde eine fast geschlossene Fläche gotischer Fresken aus der Zeit um 1400 freigelegt. Sie umfasst 127 m² – eine konkrete Größenordnung, die den Umfang dieses Freskenfundes nachvollziehbar macht.
In Wernersdorf dient die Emmauskapelle als sakraler Raum für Heilige Messen, Andachten, Hochzeiten und Taufen. Jedes Jahr am Ostermontag ist sie außerdem Ziel des Emmaus-Ganges: Pilger aus umliegenden Pfarrgemeinden brechen zu einer frühmorgendlichen Sternwanderung auf. Der wiederkehrende Termin unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Besuch der Kapelle und kann für die Planung rund um Ostern eine Rolle spielen.
Wege mit Geschichte und festen Besuchszeiten
Das Erlebnis-Bergbaumuseum Limberg liegt direkt am Erlebnisweg „Bergbau Museums Weg“. Im Museum können Besucher per Knopfdruck das Bohrgerät eines Bergmanns betätigen und die Schaufelbewegung eines Grubenarbeiters nachvollziehen. Eine Besichtigung ist nach telefonischer Terminvereinbarung möglich; stimmen Sie den Termin vor Ihrer Anreise ab. So lässt sich der Museumsbesuch gezielt in die Planung einbeziehen, statt eine Besichtigung ohne vorherige Absprache vorauszusetzen.
Ein weiterer Weg, der zu konkreten Zielen führt, ist der „Hans-Kloepfer-Weg“ nach Sankt Katharina in der Wiel. Dort können der „gefangene Russ“ und die Pfarrkirche besichtigt werden. Die kleine Pfarrkirche wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut; ihre Einrichtung dürfte aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammen. Bei diesem Ziel stehen somit ein historischer Kirchenbau und ein weiteres Besichtigungsziel am Endpunkt des Weges nebeneinander.
Für die Versuchsstation für Spezialkulturen gilt ein bestimmter saisonaler Rahmen: Die Versuchsanstellungen wechseln jährlich und können von Anfang Mai bis Ende September montags bis freitags besichtigt werden. Zum Gelände gehört ein Garten mit 160 Kleinparzellen. Besucher können dort Gemüse, Kürbisse, Blumen und Kräuter sehen, riechen und kosten. Prüfen Sie vor der Anreise die konkreten Besuchsdaten, wenn Sie diesen saisonalen Programmpunkt einplanen möchten.
Gesteine, Aussicht und regionale Entdeckungen
Die Gesteinswelt Wielfresen präsentiert 20 teils tonnenschwere Gesteinsblöcke und -platten. Die meisten wurden geschnitten und ihre Flächen poliert, damit das Innere der Gesteine sichtbar wird. Die Gesteinswelt ist in das Netzwerk des touristisch-erdwissenschaftlich orientierten Koralm Kristall Trail eingebunden. In Unterfresen gilt der Geosteig Hohl-Felsen als eines der schönsten Eklogitvorkommen Österreichs. Wer sich für Geologie interessiert, findet hier also unterschiedliche Formen, Gesteine zu betrachten: als freigelegte Gesteinsinneres und als geologisches Vorkommen.
Schloss Limberg ist durch seine Renovierung gut erhalten und liegt auf einer kleinen Anhöhe mit Ausblick über die Südweststeiermark. Ein anderes Kunstthema setzt das Kunstobjekt „Der 1000-jährige Spiegel“: Der aus Wies stammende Künstler Viktor Thomas Kröll realisierte es in Aug bei Wies. Diese Ziele ergänzen Kirchen und Wanderwege um einen Blick auf Landschaft und Kunst, ohne dass sie zu einer festen Route verbunden werden müssen.
Auch regionale Produkte und Handwerk gehören zu den möglichen Schwerpunkten. Die Hofkäserei Kronabeter in Krass 109, 8551 Wies bietet regionale Käsespezialitäten und bäuerliche Produkte direkt am Hof an. Die Käsehütte ist rund um die Uhr geöffnet; außerdem bietet die Hofkäserei Verkostungen und individuell zusammengestellte Käseplatten an. Das Brenngerätemuseum ist in einem alten Kellerstöckl aus dem Jahr 1865 untergebracht und erläutert die geschichtliche Entwicklung des Schnapsbrennens von der Antike bis zur Gegenwart. So können Sie Wies je nach Interesse über sakrale Bauwerke, Geologie, Kunst oder regionale Erzeugnisse erschließen.
Weitere Reiseziele entdecken: Graschach, Kothvogel, Gundersdorf, Sankt Anna Ob Schwanberg, Wetzelsdorf in der Weststeiermark, Schwanberg, Mainsdorf, Pölfing-Brunn.
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