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Krumbach lässt sich über zwei unterschiedliche Themen kennenlernen: das Moor mit seinen Beobachtungsmöglichkeiten und eine Architektur, die bis zu einzelnen Bushaltestellen reicht. Dazu kommen eine Pfarrkirche mit Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten und die Kapelle Salgenreute auf einem Nagelfluhrücken. Wer für eine Reise Natur und Baukultur verbinden möchte, findet damit mehrere klar unterscheidbare Anknüpfungspunkte. Landschaft, gestaltete Alltagsarchitektur und Kirchen- sowie Ortsgeschichte setzen jeweils eigene Schwerpunkte.

Moor und Naturwissen

Im Moor in Krumbach gibt es Wanderwege, 14 Moorsitze und einen Moorraum. Die Elemente sprechen unterschiedliche Formen der Aufmerksamkeit an: Wanderwege stehen für Bewegung durch den Naturraum, Moorsitze für einen Halt, der Moorraum für gezielte Landschaftsbeobachtung. So ergänzen sich Bewegung und Beobachtung als unterschiedliche Zugänge zum Moor.

Die Moorführer sind Naturpädagogen mit fundierten Kenntnissen zu Ökologie, Pflanzen und Tieren, Kulturgeschichte, Geologie und Geomorphologie in und um die Moore in Krumbach. Ökologie richtet den Blick auf Beziehungen in der Natur; Geologie und Geomorphologie befassen sich mit dem Aufbau und den Formen des Geländes. So lässt sich die Moor-Thematik nicht nur über einzelne Pflanzen oder Tiere, sondern auch über Landschaftsformen und Kulturgeschichte betrachten.

Architektur im Alltag und in der Kirche

BUS:STOP Krumbach umfasst sieben Bushaltestellen, die von sieben internationalen Architekturbüros entworfen und gemeinsam mit örtlichen Handwerkern umgesetzt wurden. Das Projekt stellt eine alltägliche Bauaufgabe in den Mittelpunkt und bringt internationale Architektur und örtliches Handwerk zusammen. Innerhalb des Projekts fällt die Haltestelle Glatzegg durch ihre Form auf: Sie ist als konische Camera Obscura gestaltet, öffnet sich zur Straße und rahmt mit einem Fenster in der Rückwand die Blickachse zu den Bergen. Für Architekturinteressierte liegt der besondere Blickwinkel im Alltagsmaßstab: Im Mittelpunkt steht eine Bushaltestelle, deren Form und Ausrichtung den Bergblick rahmen.

Die heutige Pfarrkirche St. Martin stammt im Wesentlichen aus dem frühen 19. Jahrhundert; ihre qualitätvolle barocke und barockisierende Innenausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bauzeit und Ausstattung verweisen damit auf unterschiedliche Zeitspannen. Zugleich macht die Kombination barocker und barockisierender Bezüge das Kircheninnere differenzierter als ein einzelnes Stilwort.

Die Kapelle Salgenreute steht auf einem Nagelfluhrücken nahe Krumbach und ist aus Holz und Stein erbaut. Bei ihr treten Lage und Baumaterial in den Vordergrund, während sich St. Martin über Bauzeit und Innenausstattung einordnen lässt. Die zwei sakralen Bauwerke eröffnen damit verschiedene architektonische Perspektiven: hier die Verbindung von Landschaftslage und Materialien, dort die zeitliche Einordnung von Bau und Ausstattung.

Ein Thema der Ortsgeschichte

Auch die Ortsgeschichte bietet einen eigenen Bezugspunkt. Die unmittelbare Ursache des Krumbacher Weiberaufstands war die geplante Musterung junger Männer für den Militärdienst. Dieser historische Bezug ergänzt die Natur- und Architekturthemen um einen konkreten Aspekt der Geschichte des Ortes.

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