Arequipa verbindet ein markantes historisches Stadtbild mit religiöser Kunst und regionaler Küche. Im Zentrum stehen die Plaza de Armas, Bauwerke aus vulkanischem Sillar und Orte mit unterschiedlichen kulturellen Schwerpunkten. Für die Reiseplanung lässt sich so zwischen Architektur, Sammlungen und dem Alltag am Mercado San Camilo wählen.
Plaza de Armas und Sillar-Architektur
Das Herz der historischen Stadt Arequipa ist die Plaza de Armas. Zu ihrem städtischen Umfeld gehören Arkaden, Rathaus und Kathedrale; als monumentales Ensemble ist sie ebenso wie als Denkmal geschützt. In ihrer Mitte steht ein Bronzebrunnen mit einer Figur namens Tuturutú. Der Platz bietet damit einen konkreten Ausgangspunkt, um Arequipas historische Bauformen und einzelne Wahrzeichen auseinanderzuhalten.
Das historische Zentrum ist aus vulkanischem Sillar-Gestein erbaut und verbindet europäische mit indigenen Bautechniken und Gestaltungsmerkmalen. Die historischen Gebäude wurden überwiegend im 18. Jahrhundert errichtet und meist aus Sillar gebaut. Rundbogen und Gewölbedächer prägen viele von ihnen. Diese Merkmale zeigen sich nicht nur im Material: Auch die Verbindung verschiedener Bautraditionen gehört zum Charakter des Zentrums. Wer Arequipa wegen seiner Architektur auswählt, findet hier deshalb mehr als einen einzelnen Gebäudetyp.
Für die Orientierung hilft die Lage der Iglesia de la Compañía: Sie befindet sich südöstlich der Plaza de Armas. Dort führt ein touristischer Rundgang von der Fassade durch den Innenraum bis in die Kapelle und zeigt unter anderem präkolumbische Kunst. Lage und beschriebene Abfolge machen die Kirche zu einem eigenen Schwerpunkt innerhalb der historischen Baukunst Arequipas.
Kirchen, Kunst und historische Anlagen
Die Iglesia de la Compañía bewahrt außerdem Ölgemälde der Jesuiten Bernardo Bitti und Diego de la Puente, die die Vizekönigszeit prägten. Damit verbindet sich der Rundgang durch Fassade, Innenraum und Kapelle mit einer Sammlung, die einen anderen Blick auf die Kirche eröffnet: Neben ihrer Architektur steht die Malerei dieser beiden Künstler im Mittelpunkt.
Der Complejo San Francisco umfasst mehrere Bestandteile: die Kolonialkirche, den Kreuzgang des Klosters San Francisco, die Kirche und den Kreuzgang des weltlichen Dritten Franziskanischen Ordens sowie eine Bibliothek mit 20.000 Bänden und eine Gemäldesammlung. Das Museo Franciscano wiederum wurde 2006 eröffnet, um Besuchern die franziskanische Kultur nahezubringen. Es umfasst religiöse Kunstwerke und Gegenstände in der Pinakothek der Unbefleckten Empfängnis. So lässt sich der kulturelle Schwerpunkt der franziskanischen Einrichtungen sowohl über ihre Architektur als auch über Kunst und Bibliotheksbestand einordnen.
Eine andere Bauform zeigt das Monasterio de Santa Catalina de Siena: Die kleine, ummauerte religiöse Zitadelle umfasst Kreuzgänge, Plätze, Straßen, Ziegeldächer und gepflasterte Böden. Sie wurde 1580 als vollständig abgeschlossener Konvent für Ordensfrauen errichtet. Das Museo Arqueológico José María Morante Maldonado befindet sich dagegen in einem historischen Sillar-Haus, das am Ende der Vizekönigszeit errichtet und zum Kulturerbe der Nation erklärt wurde. Beide Beschreibungen lenken den Blick auf unterschiedliche historische Gebäude, ohne sie auf denselben Bautyp zu reduzieren.
Mercado San Camilo und die Umgebung
Am Mercado San Camilo kommen Geschichte, Architektur und das Alltagsleben Arequipas zusammen. Der Markt ist zugleich ein Kultur- und Tourismusort. Zu den dort angebotenen typischen Speisen aus Arequipa zählen queso helado, buñuelos, adobo dominical, rocoto relleno und caldos. Die Vielfalt reicht damit von Süßspeisen bis zu herzhaften Gerichten und macht den Markt zu einem eigenen Thema neben Kirchen und historischen Sammlungen.
Zum landschaftlichen und kulturellen Umfeld des historischen Zentrums gehört das Chili-Flusstal. Drei schneebedeckte Vulkane und prähispanische Agrarterrassen im Umland prägen diesen größeren Zusammenhang. So lässt sich Arequipa nicht nur über Sillar, Arkaden und religiöse Kunst beschreiben: Auch die Beziehung des historischen Zentrums zu seiner natürlichen und kulturellen Umgebung gehört zum Bild der Stadt.
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