El Carmen zeigt seine kulturelle Eigenart besonders im Weihnachtsfestkreis: Hatajo de Negritos und Las Pallitas verbinden Tanz mit der Verehrung der Jungfrau und mit bestimmten Dezember- und Januartagen. Für eine Reise mit kulturellem Schwerpunkt bietet diese Tradition einen roten Faden, der sich vom zentralen Platz bis zu den Ritualen am Ende der Festzeit verfolgen lässt.
Plaza, Kirche und Ortsgeschichte
Die Plaza de Armas von El Carmen hat kolonialen Charakter und ist für ihre stattlichen Palmen bekannt. An der Plaza befindet sich die Iglesia de Nuestra Señora del Carmen, die aus dem Jahr 1761 stammt. Auch das Dorf El Carmen in Chincha wurde 1761 zusammen mit seiner Kirche und der Verehrung der namensgebenden Jungfrau gegründet. Damit sind Platz, Kirche und religiöse Tradition in der Ortsgeschichte eng miteinander verknüpft. Wer den kulturellen Zusammenhang verstehen möchte, kann hier mit dem Ort und diesem historischen Bezugspunkt beginnen.
Hatajo de Negritos und Las Pallitas
Die Hatajos von El Carmen bestehen überwiegend aus Kindern und Jugendlichen. In eigens angefertigten, farbenprächtigen Trachten führen sie Zapateo-Tänze zu Violinenbegleitung und dem Klang von Glocken auf. Las Pallitas bestehen aus ungefähr zwanzig Mädchen und Jugendlichen; sie tanzen in zwei Reihen unter der Leitung einer Führerin. In El Carmen begleitet sie dabei ein Gitarrist. So zeigen sich zwei unterschiedliche Formen der Aufführung: Bei den Hatajos prägen Trachten, Violine und Glocken das Bild, während Las Pallitas durch ihre zweireihige Formation und die Gitarrenbegleitung gekennzeichnet sind.
Weihnachtszeit und Rituale
Am 24. Dezember begleiten der Hatajo de Negritos und Las Pallitas die Jungfrau tanzend vom Ortseingang bis zur zentralen Plaza von El Carmen. In der Weihnachtszeit tanzen beide Gruppen bei Besuchen verschiedener Häuser vor Weihnachtsaltären und Krippen. Diese Altäre sind für die mit Hatajo und Pallitas verbundenen Rituale von besonderer Bedeutung und bilden deren Mittelpunkt. Die Tradition des Hatajo de Negritos in El Carmen ist mit den Tagen vom 25. bis zum 28. Dezember sowie erneut dem 6. Januar verbunden; zu den Aufführungsorten gehören unter anderem Kirchen, Plätze und Häuser, in die die Gruppen eingeladen werden. Der Heiligabend mit seinem Weg zur Plaza und die weiteren Aufführungstage markieren unterschiedliche Teile des Festkreises. Wenn Sie eine konkrete Aufführung in Ihre Reiseplanung einbeziehen möchten, empfiehlt sich eine vorherige Nachfrage zum Ablauf.
Auch die zeitliche Einordnung hat mehrere Ebenen: Überlieferte Erinnerungen verbinden Hatajo de Negritos und Las Pallitas seit den Anfängen des Ortes mit der Verehrung der Jungfrau. Die dokumentierte Tradition eines Hatajo aus El Carmen reicht mindestens bis 1890 zurück. Am Ende des 6. Januar ziehen die Hatajos mit ihren Altären durch die Straßen von El Carmen zu einem Feuer außerhalb des Ortes. Dort verbrennen sie die Altäre. Das Ritual beendet die religiösen Festlichkeiten und symbolisiert die Erneuerung des kommenden Jahres.
Gerichte aus dem Bezirk El Carmen
Auch kulinarisch bietet der Bezirk El Carmen Anknüpfungspunkte: Besucher können Carapulcra mit Chincha-Sopa Seca probieren; Manchapecho chinchano wird als eines der typischen Gerichte des Bezirks genannt. Welche Speisen einzelne Restaurants anbieten, kann variieren.
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