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Santoczno lässt sich über zwei Themen erschließen: eine eiszeitlich geprägte Wasserlandschaft und die Geschichte der früheren Eisenhütte. Beides zeigt sich in konkreten Ortsmerkmalen, vom See Mrowinko und der Santoczna bis zu Bauwerken und Erinnerungszeichen.

See, Fluss und Wege durch das Tal

Santoczno liegt an der eiszeitlichen Rinne des 22,5 ha großen Sees Mrowinko sowie an der Santoczna, die aus dem See abfließt. Rinne, See und Fluss stehen damit in einem klaren geografischen Zusammenhang. Auch im Verlauf eines Weges spielt die Santoczna eine Rolle: Der Abschnitt Santoczno–Santok führt durch das malerische Tal des Flusses. Wer bei der Planung die Landschaft in den Mittelpunkt stellen möchte, findet hier einen anderen Schwerpunkt als bei der Betrachtung der historischen Gebäude und Denkmäler.

Erinnerungen an die Eisenhütte

In der ehemaligen Eisenhütte wurden Draht, Nägel und Stangeneisen hergestellt. An sie erinnert ein Findling auf dem Platz vor der Kirche. Er wurde 2005 aufgestellt und trägt den Abguss einer Tafel, die ein Modell der ersten deutschen Dampfmaschine darstellt.

Zu den weiteren baulichen Spuren zählen die Ruinen einer ehemaligen Wassermühle und die Ruinen einer früheren Eisenhütte beziehungsweise Eisenschmiede. Sie stehen neben der erhaltenen Kirche und dem ehemaligen Pfarrhaus für unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte: industrielle Nutzung, religiöse Architektur und das frühere Pfarrwesen.

Fachwerkkirche und frühere Pfarrhausarchitektur

Die einschiffige Fachwerkkirche mit Emporen entstand durch den Umbau eines ehemaligen Magazins der Eisenhütte von 1767. Einschiffig bezeichnet den einzelnen Kirchenraum; die Emporen ergänzen ihn um weitere Ebenen. 1819 erhielt die Kirche einen Turm, in dem zwei Glocken aus einer Berliner Glockengießerei hängen. Der Umbau verbindet so die Geschichte des Eisenhüttenstandorts mit einem markanten Sakralbau.

Ein weiteres Gebäude ist das klassizistische ehemalige Pfarrhaus aus dem 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert kam ein Flügel hinzu; das Haus trägt ein Krüppelwalmdach. Diese Merkmale geben der Architektur eine eigene zeitliche Folge: auf den Bau im 19. Jahrhundert folgte die Erweiterung im nächsten Jahrhundert. Neben den Angaben zur Kirche bietet das Pfarrhaus damit einen zweiten Blick auf die Baugeschichte Santocznos.

Lapidarium und Naturdenkmal

Nahe der Brücke und des Wasserfalls an der Santoczna befindet sich ein kleines Lapidarium aus Grabplatten eines ehemaligen deutschen Friedhofs. Ein Lapidarium ist eine Sammlung steinerner Zeugnisse; hier verweist das Material auf einen früheren Friedhof. Als weiteres Ortsmerkmal steht in Santoczno eine als Naturdenkmal geschützte Buche. Ihr Stammumfang beträgt mehr als 4 Meter, ihr Alter wird auf etwa 200 Jahre geschätzt. Anders als die Gebäude und industriellen Überreste ist sie ein Naturdenkmal – und die Altersangabe bleibt eine Schätzung.

Rad- und Wanderwege einordnen

Der blau markierte Radweg führt von Gorzów Wlkp. über Czechów, Santok, Brzezinka und Górki Noteckie nach Santoczno; seine Gesamtlänge beträgt 32 km. Für den Abschnitt Santoczno–Santok ist das malerische Tal der Santoczna als Streckenverlauf genannt. Der grün markierte Wanderweg Górki Noteckie–Zdroisko–Santoczno wird mit 7,9 km (12,3 km) angegeben. Wenn Sie eine Tour planen, prüfen Sie die konkrete Streckenführung und die Bedingungen vor dem Start; Wegverhältnisse können sich ändern.

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