Ein Renaissancehof im Tal der Dobrzynka, eine spätrenaissancezeitliche Kirche und ein Park mit unterschiedlich gestalteten Uferseiten geben Pabianice mehrere klare Entdeckungsansätze. Historische Bauwerke erzählen von verschiedenen Epochen; Themenwege richten den Blick auf religiöse und kulturelle Erinnerung. Auch für Bewegung gibt es unterschiedliche Maßstäbe, von einer 1,5 km langen Radschleife an Teichen bis zu längeren Routen in Pabianice.
Architektur mit unterschiedlichen Handschriften
Der als „Zamkowy“ bezeichnete Renaissancehof gehört zu den einzigartigen und wertvollen Baudenkmälern der polnischen Architektur des 16. Jahrhunderts. Er liegt im Tal der Dobrzynka an der ul. Stary Rynek 1, nördlich der Straße. Der eklektische Ender-Palast wurde 1883 für Karol und Teodor Ender errichtet; heute hat das Gebäude eine Verwaltungsfunktion. Das Weberhaus ist ein zweigeschossiges hölzernes Baudenkmal aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Ständerbauweise ist für das deutsche Sachsen typisch. Renaissancehof, Palast und Weberhaus stehen damit für deutlich verschiedene Bauformen und Zeiten.
Der nach Juliusz Słowacki benannte Park am Schloss ist ein vier Hektar großer Garten. Sein linkes Ufer ist englisch gestaltet, das rechte französisch. Auch die Verkehrsgeschichte ist mit einem historischen Bauwerk verbunden: Das Bahnhofsgebäude von Pabianice wurde 1901–1902 als eine der Stationen der Warschau-Wiener Eisenbahn errichtet.
Kirche und kulturelle Erinnerung
Die Kirche des heiligen Matthäus, des Apostels und Evangelisten, und des heiligen Laurentius wurde 1583–1588 als spätrenaissancezeitliche Backsteinbasilika erbaut: dreischiffig und mit Querschiff. Zu ihrer Architektur gehören außerdem Gewölbe mit Stichkappen. Der barocke Hauptaltar stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. So treffen in einem Bauwerk eine spätrenaissancezeitliche Anlage und ein späteres barockes Ausstattungsstück zusammen.
Der Weg „Śladami św. Maksymiliana Kolbego po Pabianicach“ führt zu dieser Kirche. Dort empfing Rajmund Kolbe, der spätere heilige Maximilian, 1906 seine Erste Kommunion. Der Weg verbindet damit einen konkreten Ort mit einem biografischen Ereignis. Anders setzt der Weg „Śladami wielokulturowości Pabianic“ an: Er führt zu erhaltenen Spuren der deutschen und jüdischen Kulturen und Religionen. Zu ihm gehört die ehemalige Weberei und Spinnerei der Gesellschaft „Krusche i Ender“ aus dem Jahr 1891. Der eine Weg richtet den Blick auf Kolbes Geschichte, der andere auf verschiedene kulturelle und religiöse Spuren.
Auch der ehemalige Hof der Krakauer Kapitelskanoniker ist ein Ort mit einer wechselnden Geschichte: Seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergt er das Museum der Stadt Pabianice.
Routen und Bewegung nach Maß
„Pabianice zapisane na taśmie filmowej“ ist knapp 6 km lang und eignet sich für Spaziergänge oder Orientierungsläufe von Schülergruppen. Bei der Route „Warto zobaczyć“ umfasst die erste Etappe 6,5 km; die zweite Etappe ist 9 km lang und führt als Stadtroute zu Sehenswürdigkeiten in Pabianice. Damit können Sie die Routen sowohl nach ausgewiesener Länge als auch nach ihrem jeweiligen Thema unterscheiden. Der knapp 6 km lange Filmweg ist die kürzeste dieser Strecken, die zweite Etappe von „Warto zobaczyć“ die längste.
Fürs Radfahren stehen unterschiedliche Maßstäbe gegenüber: Das Freizeitzentrum Lewityn besitzt eine 1,5 km lange Radschleife um seine Teiche. Der regionale Radweg „Szlak św. Maksymiliana Kolbego“ ist über 62 km lang und führt durch Pabianice. So lässt sich eine Runde um die Teiche einer deutlich längeren regionalen Route gegenüberstellen. In der Sommersaison ist in der Nähe des Badebereichs von Lewityn ein Verleih von Wassersportausrüstung geöffnet; prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuelle Verfügbarkeit.
Weitere Reiseziele entdecken: Dobroń, Konstantynów Łódzki, Pabianice, Ksawerów, Sieradz, Kutno, Rawski, Tomaszowski.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lodz.