Ein grauer Granitfindling verbindet in Wyszomierz eine konkrete Ortsangabe mit einer lokalen Marienüberlieferung. Er liegt eingegraben auf einer Anhöhe nahe der Straße an der Grenze von Wyszomierz; oberirdisch sichtbar ist nur ein kleiner Teil von etwa 40 × 40 cm. Die Geschichte des Steins umfasst damit seine Lage, seine Beschaffenheit und die verschiedenen Beschreibungen der Spuren, die mit ihm verbunden werden.
Ein Findling an der Ortsgrenze
Der Findling besteht aus grauem Granit und ist heute nahe der Straße auf einer Anhöhe an der Grenze von Wyszomierz eingegraben. Ursprünglich lag er an der Grenze zwischen Wyszomierz und Kutyski. Die beiden Grenzbezüge verorten denselben Findling in einer früheren und einer heutigen Ortsbeschreibung: Die ältere Angabe nennt Wyszomierz und Kutyski gemeinsam, während die heutige Lage dem Grenzgebiet von Wyszomierz zugeordnet ist. Diese Gegenüberstellung hilft, die Ortsgeschichte des Steins zeitlich zu ordnen und die verschiedenen Grenzangaben auseinanderzuhalten.
Von der Oberfläche sind ungefähr 40 × 40 cm sichtbar. Die Maßangabe bezieht sich auf diesen kleinen oberirdischen Teil des eingegrabenen Findlings. Lage, Material und sichtbarer Ausschnitt beschreiben unterschiedliche Merkmale: Der Granit benennt die Beschaffenheit, Anhöhe, Straße und Grenze verorten den Stein, und die Maße beziehen sich auf den Teil oberhalb des Bodens.
Spuren und lokale Überlieferung
Eine lokale Überlieferung bringt Spuren auf dem Findling mit einer Marienerscheinung in Verbindung. Nach Angaben örtlicher Informanten wies der Stein verschiedene Zeichen und Vertiefungen auf; darunter war ein Eindruck, der als menschlicher Fußabdruck beschrieben wurde. Die religiöse Erzählung und die beschriebenen Formen gehören zu unterschiedlichen Ebenen derselben Ortsüberlieferung: Die Informanten schildern Zeichen im Stein, während die Marienerscheinung die überlieferte Deutung benennt. Wer sich für lokal gebundene Erzählungen interessiert, findet hier einen konkreten Kulturbezug zu Wyszomierz, der an einem bestimmten Gegenstand festgemacht ist.
Was Władysław Jarecki 1902 beschrieb
Władysław Jarecki beschrieb 1902 auf dem Findling den Abdruck eines linken Fußes mit deutlich erkennbaren Zehen sowie ein Kreuz mit Sockel. Die Jahreszahl bezieht sich auf Jareckis Beschreibung der Spuren. Seine Schilderung nennt die Seite des Fußes, die Zehen und die Gestaltung des Kreuzes. Damit werden zwei konkrete Formen benannt, die in der allgemeinen Schilderung verschiedener Zeichen und Vertiefungen weniger detailliert erscheinen.
Die Berichte setzen unterschiedliche Akzente: Jarecki hält den linken Fuß und das Kreuz mit Sockel fest, örtliche Informanten sprechen von verschiedenen Zeichen und Vertiefungen und nennen darunter einen als Fußabdruck beschriebenen Eindruck. Zusammen wird sichtbar, dass die Überlieferung nicht nur eine einzelne Form des Findlings erwähnt, sondern sowohl konkrete Zeichen als auch eine religiöse Deutung des Steins umfasst. Die Gegenüberstellung trennt zudem die heutige Ortsangabe von Jareckis historischer Beschreibung: Die eine verortet den Stein, die andere hält fest, welche Spuren er 1902 beschrieb.
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