Die geschlossene, arkadengesäumte Reihe der hölzernen Weberhäuser „Dwunastu Apostołów“ gibt Chełmsko Śląskie ein prägnantes Thema für einen Kulturaufenthalt. Zusammen mit den Bürgerhäusern am Marktplatz, der Pfarrkirche zur Heiligen Familie und dem Weg zur Kapelle der Heiligen Anna verbindet sie unterschiedliche Seiten der Bau- und Handwerksgeschichte. Für Ihre Reiseplanung bieten diese Motive verschiedene Ansatzpunkte, um zu entscheiden, ob Architektur und Webergeschichte Ihren Aufenthalt prägen sollen.
Weberhäuser und zwei Siedlungsgeschichten
Die „Dwunastu Apostołów“ wurden 1707 für aus Böhmen zugezogene Weber errichtet. Von den ursprünglich zwölf hölzernen Gebäuden sind elf erhalten. Ihre Arkaden prägen die geschlossene Reihe und machen deutlich, dass hier nicht nur ein einzelnes Weberhaus, sondern eine Siedlungsform beschrieben wird. Wer sich für Bau- und Handwerksgeschichte interessiert, kann an diesem Ensemble beides zusammen betrachten: die hölzerne Architektur und den Zweck, für den sie errichtet wurde.
Eine zweite Weberhaussiedlung, „Siedmiu Braci“, wurde 1763 auf Initiative der Abtei Krzeszów gegründet. Ihr einziges erhaltenes Haus steht in der Kamiennogórska-Straße 21. Zusammen mit der für böhmische Weber errichteten Häuserreihe „Dwunastu Apostołów“ zeigt sie, dass die örtliche Webergeschichte zwei eigenständige Siedlungen umfasst. Die Jahreszahlen markieren damit unterschiedliche Bau- und Siedlungsgeschichten: eine Häuserreihe für zugezogene Weber aus Böhmen und eine von der Abtei initiierte Gründung.
Arkaden, Bürgerhäuser und Kirche
An der Nordseite des Marktplatzes prägen barocke und klassizistische Bürgerhäuser das Bild. Zu ihren Merkmalen gehören Arkaden, dekorierte Fassaden und verzierte Giebel. Arkaden kommen damit sowohl bei den Bürgerhäusern als auch in der Reihe der „Dwunastu Apostołów“ vor; Holzbau und geschlossene Reihenform kennzeichnen jedoch das Weberensemble, während bei den Bürgerhäusern Stilrichtungen und Fassadendetails hervortreten. So können Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Architektur gezielt wahrnehmen.
Die Pfarrkirche zur Heiligen Familie ist eine dreischiffige frühbarocke Basilika und wurde zwischen 1670 und 1680 umfassend umgebaut. Dieser Zeitraum liegt vor der Errichtung der „Dwunastu Apostołów“ im Jahr 1707. Kirche und Weberhäuser setzen damit unterschiedliche zeitliche Bezugspunkte. Für die Einordnung hilft der Vergleich ihrer Baugeschichten: Bei der Kirche stehen Bautyp und Umbauzeit im Vordergrund, bei den Häusern ihre Nutzung für zugezogene Weber und die erhaltene Reihe.
Weg zur Kapelle und Handwerk im Haus
Zum kulturellen Bild gehört auch der Weg zur Kapelle der Heiligen Anna. Er beginnt an der Annensäule in der Kamiennogórska-Straße; barocke Bildstöcke zwischen den Feldern markieren den Weg. Damit erweitert sich der Blick von Häusern und Fassaden auf Kapelle und Wegmarken. Wenn Sie den Weg in Ihren Besuch einbeziehen möchten, erkundigen Sie sich vorab nach den aktuellen Bedingungen der Route.
Die Webergeschichte lässt sich außerdem über die Werkzeuge betrachten. In einem der Weberhäuser zeigt die Izba Tkactwa der Vereinigung „Tkacze Śląscy“ historische Spinnräder, Webstühle und weitere Geräte des Webereihandwerks. So ergänzt die Ausstellung die Betrachtung der Häuser um einen Blick auf die Arbeitsmittel der Weberei. Wenn die Kammer für Ihre Besuchsplanung wichtig ist, klären Sie vorab die Besuchsmöglichkeiten.
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