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Im Powiat gdański wechseln sich zwei markante Landschaftsräume ab. Im Westen erstreckt sich die Gdańsk-Höhe am Rand der Kaschubischen Seenplatte, die zur Pommerschen Seenplatte gehört. Sanfte Moränenflächen, kleine Hügel, Seen in Rinnentälern und Wälder prägen die Gegend; die Radunia und ihre zahlreichen Nebenflüsse bilden Durchbrüche und Windungen. Im Osten liegt Żuławy Gdańskie im Einzugsgebiet der Martwa Wisła und als Teil des größeren Gebiets Żuławy Wiślane. Diese Unterschiede lassen sich beim Blick auf die geschützten Landschaften und auf den Wegen durch die Region gut nachvollziehen.

Das Landschaftsschutzgebiet Żuławy Gdańskie umfasst 27.491 Hektar innerhalb des Powiat gdański und schützt die charakteristische Kulturlandschaft der Żuławy. Das Landschaftsschutzgebiet Dolina Raduni umfasst 925 Hektar. Es bewahrt den Talboden und die Hänge der Radunia sowie angrenzende Wald- und Landwirtschaftsflächen mit Becken und Durchbrüchen. Zum Naturschutzgebietsinventar des Powiat gehören außerdem Jar Reknicy, Bursztynowa Góra, Wyspa na Jeziorze Przywidz und Dolina Kłodawy.

Rundwege zwischen Seen und Höhenzügen

Für Radfahrer bieten mehrere Rundwege gut unterscheidbare Längen und Landschaftsbilder. Der 18,5 Kilometer lange „Szlak Trzech Jezior“ verläuft in der Gemeinde Przywidz entlang der Seen Przywidzkie Małe, Połęczyńskie und Głęboczko. Der 12 Kilometer lange Rundweg „Wzgórza Przywidzkie“ führt überwiegend durch Waldgebiete entlang der höchsten Erhebungen der Gemeinde und passiert ein Hügelgräberfeld. Eine weitere Runde, der 13 Kilometer lange „Dolina Reknicy“, beginnt und endet in Przywidz und führt durch das Urstromtal des Sees Głęboczko und des Flusses Reknica.

Auch der „Szlak Motławski“ bietet eine konkrete Orientierung: Er ist insgesamt 37 Kilometer lang, davon verlaufen 24,7 Kilometer im Powiat gdański. Dieser Abschnitt ist flach und führt über Asphaltstraßen oder Wege aus Betonplatten, die frei von starkem Autoverkehr sind. Wer statt einer Radstrecke eine Tour auf dem Wasser in Betracht zieht, kann den Motława-Weg von Gdańsk nach Tczew mit dem Kanu befahren; die Route führt durch den Powiat gdański.

Wasserkraft und Baukultur

Technikgeschichte erschließt der Fuß- und Radweg „Szlak Elektrowni Wodnych“. Entlang der Radunia können acht zwischen 1910 und 1937 errichtete Wasserkraftwerke besichtigt werden. Sechs davon bilden die Kaskade des Flusses. Die Anlagen gelten als bemerkenswerte Beispiele der Industriearchitektur aus der Zwischenkriegszeit – ein eigener Schwerpunkt neben den Landschaften und Rundwegen.

Auf dem 20 Kilometer langen „Szlak Domów Podcieniowych“ begegnen sich mehrere Facetten des Kulturerbes. Der Weg ist für Fußgänger, Radfahrer und Wasserwanderer ausgewiesen und führt zu sieben Vorlaubenhäusern, darunter dem stattlichsten in Trutnowy. Dazu kommen Kirchen in Osice, Trutnowy und Koźliny, die Ruinen einer gotischen Kirche in Steblewo sowie ein Getreidespeicher aus dem 18. Jahrhundert in Koźliny. Ein konkretes Baudatum der regionalen Baugeschichte liefert das Fachwerkhaus mit Vorlaube in Trutnowy: Der Niederländer Peter Lettahn errichtete es zwischen 1720 und 1726 für Georg Basener.

Eine andere historische Perspektive bietet der 34 Kilometer lange „Szlak Śladami Mennonitów“. Zu seinen Stationen zählen Vorlaubenhäuser in Krępiec und Trutnowy, Kirchen in Wróblewo und Kiezmark, ein Glockenturm in Wiśliny und eine Mennonitenstele in Wocław. Die Landschaft entlang des Weges ist ebenfalls charakteristisch: Die Motława mäandriert zwischen zahlreichen Kanälen und kleineren Wasserläufen; ausgedehnte Wiesen sind von regionaltypischen Weiden bestanden.

Mit der Faktoria Handlowa kommt ein archäologischer und alltagsgeschichtlicher Blick hinzu. Sie ist die Rekonstruktion einer Handelssiedlung, die vor rund 2.000 Jahren bestand, und zugleich ein modernes Ausstellungs- und Bildungszentrum. Dort werden archäologische Funde zur Geschichte der Bernsteinstraße präsentiert und das Alltagsleben einer Siedlung aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. gezeigt. Zusammen mit den Wasserbauwerken, Vorlaubenhäusern und historischen Routen eröffnet sich so eine Region, in der sich Natur- und Kulturthemen auf unterschiedliche Weise erkunden lassen.

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