Am 20. Januar steht bei der jährlichen Festa das Fogaceiras der Umzug der Mädchen im Mittelpunkt, die Fogaças auf dem Kopf tragen. Der Ursprung der Tradition liegt im Jahr 1505: Während ein großer Pestausbruch die Region heimsuchte, legte man ein Gelübde an den Märtyrer São Sebastião ab. Ein festes Datum, eine religiöse Geschichte und ein ganz konkretes Gebäck prägen dieses Fest.
Auch die Form der Fogaça da Feira erzählt von einem anderen Wahrzeichen: Ihre vier Spitzen stellen die vier Zinnen des Bergfrieds des Castelo de Santa Maria da Feira dar. Das Gebäck ist ein Symbol der regionalen Süßwarentradition und wird täglich in mehreren Produktionshäusern des Concelho hergestellt. So begegnen sich Festbrauch, Schlossgeschichte und lokale Esskultur in einem einzigen Motiv.
Geschichte und Kultur entdecken
Das Castelo de Santa Maria da Feira zählt zu Portugals bedeutendsten Militärdenkmälern. Seine zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert eingesetzten Verteidigungsanlagen machen es zu einem einzigartigen Beispiel portugiesischer Militärarchitektur. Auf der Praça de Armas des Castelo begann 1996 die Viagem Medieval. Auch andere Veranstaltungen prägen den Jahreslauf: Das Programm der Semana Santa reicht durch die Fastenzeit bis zur Feier von Ostern und umfasst künstlerische wie religiöse Initiativen; die einzelnen Veranstaltungen variieren von Jahr zu Jahr. Beim Imaginarius wird Straßentheater zum urbanen Ritual und zur Begegnung zwischen Kulturen, Sprachen und Emotionen.
Mehrere Museen eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Concelho. Das Museu Convento dos Lóios ist seit 1992 im jahrhundertealten Gebäude des Convento dos Lóios untergebracht. Seine Dauerausstellungsbereiche widmen sich Archäologie, Geschichte und Ethnografie. Die Igreja do Espírito Santo (Matriz) gehört zu einem architektonischen Komplex aus Kirche und Kloster, in dem die Kongregation des heiligen Johannes des Evangelisten – auch Lóios oder Cónegos Azuis genannt – untergebracht war.
Im Museu do Papel Terras de Santa Maria zeigt eine Dauerausstellung die handwerkliche und die industrielle Phase der Papierherstellung. Das Museum befindet sich in zwei ehemaligen Papierfabriken aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das Museu Santa Maria de Lamas bewahrt Skulpturen aus Kork beziehungsweise Korkagglomerat sowie Maschinen aus der industriellen Archäologie, die in den Anfängen der Korkverarbeitung verwendet wurden. Am Castro de Romariz reicht die Geschichte noch weiter zurück: Die befestigte Siedlung entstand im 5. Jahrhundert v. Chr.; ihre Besiedlungsschichten reichen bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. Der archäologische Fundbestand umfasst Keramik, Glas, Metalle, Münzen und Inschriften.
Flusslandschaften und Wege
Im Parque das Ribeiras do Rio Uíma treffen Feuchtgebiete, terrestrische Bereiche und menschliche Nutzung in einer ausgedehnten Flussaue aufeinander. Auf Spazierwegen werden geschützte Uferökosysteme erläutert. Einen anderen Bezug zum Wasser bietet die Praia Fluvial da Mâmoa: An jedem Flussufer befindet sich ein Badebereich; außerdem gibt es gestaltete Freizeitbereiche und Parkplätze. Die Nutzung ist saisonal.
Porto Carvoeiro liegt am nördlichen Rand des Concelho Santa Maria Da Feira am Fluss Douro. Der Ort ist als Freizeit- und Erholungsplatz ausgewiesen, an dem verschiedene Sportarten ausgeübt werden. Der Caminho Português de Santiago verläuft auf einer etwa 17 Kilometer langen Strecke durch den Concelho. Ein weiterer, gemischter Rundweg ist 3,6 Kilometer lang und beginnt und endet an der Praça da República beim Rathaus. Für die kommunalen Wanderwege gilt eine wichtige praktische Besonderheit: Sie sind weder ausgeschildert noch markiert und können nur mit dem GPS-Track begangen werden. Das kommunale Wegenetz lässt sich zum Gehen, Laufen oder Mountainbiken nutzen.
Wer sich für Bäume und Sträucher interessiert, kann den Interpretationsweg „Guardiãs do Castelo“ selbstständig und ohne Guide besuchen. Er führt zu den Beständen in der Mata das Guimbras und der Quinta do Castelo. Für Vogelinteressierte ist der Zoo de Lourosa ein eigener Anziehungspunkt: Er ist ausschließlich Vögeln gewidmet und gilt als einziger ornithologischer Park Portugals. Genannt werden etwa 500 Exemplare aus 150 Arten in 80 Gehegen; die Bestandszahlen können sich im Lauf der Zeit verändern.
Regionale Produkte und Geschmack
Die Fogaça ist nicht die einzige kulinarische Tradition. In Teilen des Concelho wird Regueifa da Páscoa bis heute in der Familie zubereitet, jeweils nach eigenen Rezepten und auf einer Unterlage aus Kohlblättern gebacken. Auch die Queijos Feirenses gehören zu den regionalen Geschmacksthemen: Sie werden als cremig und buttrig, mit weicher Textur und mildem Geschmack beschrieben und mit Tradition verbunden.
Eine weitere Verbindung von Produkt und Landschaft zeigt der Lúpulo Feirense, der an den Ufern des Flusses Cáster in Santa Maria Da Feira wächst. Zusammen mit den Festtraditionen, Museen, Flussräumen und Wegen ergibt sich ein vielfältiges Bild: Sie können den Besuch an Geschichte und Architektur ausrichten, Natur- und Wegerlebnisse in den Mittelpunkt stellen oder regionale Bräuche und Produkte entdecken.
Weitere Reiseziele
Weitere Reiseziele entdecken: Santa Maria De Feira, Sanguedo, São João De Vêr, Vale, Sanfins, Caldas de São Jorge, Guisande, Milheirós de Poiares, Lourosa, Fornos, Argoncilhe, Souto.
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