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Im Bergbaugebiet Minas de Aljustrel ist Bergbau seit 5.000 Jahren belegt – wenn auch mit Unterbrechungen. Zugleich liegen die Minen im alentejanischen Gebiet des Iberischen Pyritgürtels. Diese lange, wechselvolle Geschichte und die geologische Lage geben Aljustrel einen besonderen Entdeckungsfaden: Zu den industriellen Zeugnissen kommen archäologische Spuren, religiöse Kunst und Aussichtspunkte, von denen die Minen Teil des Landschaftsbildes sind.

Bergbau auf verschiedenen Wegen entdecken

Der Parque Mineiro de Aljustrel wird als Attraktion des Industrietourismus präsentiert, die Bergbau, Geologie, Archäologie, Bildung und Kultur verbindet. Wer sich mit dem Gebiet zu Fuß beschäftigen möchte, findet im Percurso Mineiro Urbano einen etwa 12 Kilometer langen Weg durch verschiedene bergbauliche Sehenswürdigkeiten in der Vila Aljustrel und ihrer Umgebung. Die ungefähre Länge ist ein nützlicher Anhaltspunkt, wenn Sie diesen Fußweg in Ihre Tagesplanung aufnehmen.

Eine weitere Perspektive bietet die thematische Rota da Faixa Piritosa Ibérica. Zu ihren Stationen beziehungsweise Bestandteilen in Aljustrel gehören das Museu Municipal, die Bergwerksgalerie Piso 30, die Casa dos Compressores und der Bereich Algares. Die Zusammenschau dieser Namen macht die Bandbreite des Bergbauerbes greifbar: Sie reicht von musealen und unterirdischen Bezügen bis zu Anlagen, die unmittelbar mit der Arbeit in den Minen verbunden sind.

Technik, Archäologie und ältere Spuren

Der Núcleo da Central de Compressores befindet sich in einer 1952 errichteten Bergbauanlage. Sie erzeugte Druckluft für die bergmännischen Arbeiten. Auch der Name Malacate Vipasca führt zu einer konkreten technischen Funktion: Er bezeichnet einen Bergwerksaufzug, der der Auf- und Abwärtsbewegung in Förderschächten diente. Einige dieser Schächte sind mehr als 300 Meter tief. Die mit Malacate Vipasca verbundene Mine liegt nahe einem Gossan mit Spuren römischen Bergbaus; dazu zählen Stollen in einer Tiefe von bis zu 120 Metern.

Der Archäologische Museumsbereich behandelt die Entwicklung der menschlichen Besiedlung in der Gemeinde und setzt einen Schwerpunkt beim Bergbau. Das Museu Municipal de Aljustrel bewahrt außerdem archäologische Materialien aus Ausgrabungen in der Region. Einen anderen historischen Zeithorizont eröffnet Cerro da Mangancha: Die befestigte Siedlung geht in ihren Ursprüngen auf die späte Bronzezeit zurück. Sie liegt auf der Kuppe eines Hügels; von dort reicht der Blick über die umgebende Landschaft bis zu den wichtigen Minen von São João do Deserto.

Auch vom Moinho do Maralhas aus lässt sich der industrielle Charakter der Gegend im Landschaftsbild erkennen. Südlich des Mühlenstandorts sind die Fördergerüste der Minen von Aljustrel, einige Behälter für saure Wässer und die Bergwerkslagerhäuser zu sehen. Zusammen mit dem Blick von Cerro da Mangancha eröffnen diese Aussichtspunkte unterschiedliche Perspektiven: Hier stehen die sichtbaren Anlagen im Vordergrund, dort weitet sich der Blick über die Landschaft bis zu den Minen.

Kirchen, Kunst und Festtage

In der Igreja Matriz de Aljustrel begegnen Architektur und religiöse Bildkunst einander auf engem Raum. Die Kirche ist einschiffig; zwei Seitenkapellen sind São Nuno de Santa Maria beziehungsweise Santa Bárbara gewidmet. Eine Fliesenbildtafel aus dem 17. Jahrhundert zeigt den Göttlichen Erlöser der Welt. In der Igreja da Misericórdia befinden sich vier Gemälde der manieristischen Schule – ein eigener Kunstakzent neben der Fliesendarstellung in der Matriz.

Zu den religiösen Festen gehören Feiern mit unterschiedlichen Terminen und Programmen. Die Festa em Honra de Nossa Senhora das Dores findet jährlich am vierten Sonntag der Fastenzeit statt und erreicht mit einer Prozession ihren Höhepunkt. Die ebenfalls jährlich stattfindenden Festividades em Honra de Nossa Senhora do Castelo umfassen Musikveranstaltungen, typische Jahrmärkte, Predigten, eine Eucharistiefeier und eine Prozession. Wenn Sie eine dieser Feiern erleben möchten, prüfen Sie das jeweilige Datum vor Ihrer Reise; beim Fest zu Ehren Nossa Senhora das Dores richtet es sich nach dem Kirchenjahr.

Das Santuário de Nossa Senhora do Castelo ist über eine Treppe von der Rua de Nossa Senhora do Castelo bis zum Vorplatz der Kapelle erreichbar. Der Vorplatz dient als Aussichtspunkt über den Landkreis Aljustrel und angrenzende Gebiete. Für eine erste Orientierung befindet sich das Fremdenverkehrsamt von Aljustrel im Parque Mineiro de Aljustrel, im Bairro de Santa Bárbara, 7600-020 Aljustrel.

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