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Die Universität Coimbra – Alta und Sofia entwickelte sich über mehr als sieben Jahrhunderte innerhalb der Altstadt. Sie ist ein herausragendes Beispiel einer integrierten Universitätsstadt: mit eigener städtebaulicher Typologie und zeremoniellen wie kulturellen Traditionen, die über die Jahrhunderte bewahrt wurden. Auch Studententraditionen gehören zu ihrer authentischen Nutzung. Wer Coimbra über seine Geschichte erkundet, begegnet damit nicht nur einzelnen Bauwerken, sondern einer Stadt, deren Universität ihren Charakter lange mitgeprägt hat.

Universität und romanische Baukunst

Die Biblioteca Joanina gilt als Höhepunkt des portugiesischen Barocks. An der Capela de S. Miguel verbinden sich ältere und jüngere Zeitschichten: Sie wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert als privates Oratorium des ehemaligen Königspalasts errichtet. Ihre Barockorgel stammt aus dem Jahr 1737 und besitzt mehr als 2.000 Pfeifen.

Eine andere architektonische Epoche prägt die Sé Velha de Coimbra. Sie ist die einzige portugiesische romanische Kathedrale aus der Zeit der Reconquista, die bis heute vergleichsweise unversehrt erhalten ist. Der Bau ihres Kreuzgangs begann 1218 während der Herrschaft von D. Afonso II.; er zählt zu den frühesten gotischen Bauwerken Portugals. Die Kapitelle mit pflanzlichen und tierischen Motiven bilden eines der reichsten romanischen ikonografischen Programme des Landes. So stehen an der Sé Velha romanische Formen und ein früher gotischer Kreuzgang nebeneinander.

Klöster, Sammlungen und Stadtgeschichte

Das Mosteiro de Santa Cruz wurde 1131 gegründet und zählt zu Coimbras ältesten und bedeutendsten Monumenten. Es beherbergt das Grab eines Königs sowie das seines Sohnes D. Sancho I. Das Mosteiro de Santa Clara-a-Velha wiederum wurde 1314 auf Veranlassung von Königin Isabel von Aragón neu gegründet. Es wird landesweit wegen seiner Größe hervorgehoben und als größtes Bauwerk der Gotik bezeichnet. Bei öffentlichen Besichtigungen gehören die Ruine und das Interpretationszentrum zum Besuch; der Außenbereich ist großzügig angelegt.

Das Museu Nacional de Machado de Castro verbindet Kunst- und Baugeschichte. Seine Sammlung umfasst repräsentative Skulpturen aus Coimbra aus dem 14. bis 16. Jahrhundert, häufig aus Ançã-Stein. Das Museum befindet sich in einem Bischofspalast, der einen Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert bewahrt. Unter dem Museum liegen monumentale, zweigeschossige römische Galerien. Sie stützten vermutlich eine große Platzanlage oder ein Forum in der antiken Stadt Aeminium.

Auch andere Orte erzählen von Coimbras kulturellem Leben. Die Casa da Escrita, auch Casa do Arco genannt, ist ein Ort der Reflexion, des Denkens, der Kreativität und des Wissensaustauschs. Der Centro de Portugal Pavilion wurde von Souto Moura und Álvaro Siza Vieira entworfen und gehört zu den Pavillons mit wechselnden Ausstellungen. Bei der Umgestaltung des Laboratório Chimico kamen unversehrte Zeugnisse seiner Nutzung durch die Companhia de Jesus zum Vorschein: darunter mehrere Fenster, eine Kanzel und die Fundamente der Küchen.

Gärten und Entdeckungen im Freien

Der Jardim Botânico ist in den Jardim Clássico und die Mata gegliedert. Die Mata ist ein Arboretum und nimmt etwa zwei Drittel der Gesamtfläche ein. Der Gegensatz zwischen klassischem Gartenbereich und Arboretum gibt dem botanischen Garten zwei klar unterscheidbare Schwerpunkte.

Die Jardins da Quinta das Lágrimas liegen am linken Ufer des Mondego in Coimbra und umfassen 18,3 Hektar. Ihr bewaldeter Südhang eignet sich für lange Spaziergänge; zum Gartengelände gehört außerdem ein mittelalterlicher Garten, der als erster in Portugal bezeichnet wird. Der Pátio das Escolas ist ein breiter, ebener Platz ohne Hindernisse für die Fortbewegung von Rollstuhlnutzern.

Im Parque Verde do Mondego befindet sich das UC Exploratório. Dazu gehört ein Planetarium mit hemisphärischer 360-Grad-Projektion. Das Exploratório ist täglich geöffnet und bietet interaktive Angebote mit einem starken Schwerpunkt auf Experimentieren. Eine andere Art, portugiesische Geschichte und Bauformen kennenzulernen, bietet Portugal dos Pequenitos, das als Portugals erster Themenpark bezeichnet wird. Dort finden sich Miniaturreproduktionen portugiesischer Häuser und nationaler Monumente. Ein ethnografischer und monumentaler Bereich zeigt Darstellungen der portugiesischsprachigen afrikanischen Länder, von Macau, Indien und Timor.

Studentisches Leben und praktische Orientierung

Der akademische Kalender prägt auch wiederkehrende Feste. Die Queima das Fitas findet im Mai über acht Tage statt. Die Festa das Latas, auch Latada genannt, wird im Oktober gefeiert und markiert den Beginn des akademischen Jahres an der Academia de Coimbra. Sie beginnt mit einer Serenade am Largo da Sé Nova, aufgeführt von studentischen Fado-Gruppen. Termine und Veranstaltungsdetails stehen unter dem Vorbehalt des offiziellen Programms; prüfen Sie es daher vor Ihrer Reise.

In den historischen Cafés der Baixa von Coimbra werden Pastéis de Santa Clara oder Arrufadas angeboten oder genossen. Einzelne Betriebe und Speisekarten können sich ändern. Für die Weiterreise bieten die Comboios Urbanos de Coimbra tägliche Zugverbindungen zwischen Coimbra und Figueira da Foz. Am Bahnhof Coimbra B bestehen Anschlüsse an die SMTUC und an alternative Metro-Mondego-Dienste. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

Weitere Reiseziele entdecken: São Bartolomeu, Almalaguês, Cantanhede, Abrunheira, Tábua, Góis, Pampilhosa Da Serra, Montemor-o-Velho.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Coimbra.

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