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39 vollständige und fragmentierte Spielbretter, dazu 18 kleine Spielsteine: Das Núcleo Museológico de Arqueologia in Alcoutim zeigt ein ungewöhnliches Ensemble aus islamischer Zeit. Die Objekte verteilen sich auf sechs Typen. Als Fundkomplex von einer einzigen archäologischen Stätte in Portugal gilt die Sammlung als das größte bekannte Ensemble islamischer Spielbretter und -typen des Landes. Vollständige Bretter und Fragmente stehen hier neben den Spielsteinen – so lässt sich die Vielfalt der erhaltenen Formen unmittelbar vergleichen.

Rundweg durch Alcoutims Sehenswürdigkeiten

Der PR3 Os Encantos de Alcoutim ist ein etwa vier Kilometer langer Rundwanderweg zu wichtigen Sehenswürdigkeiten der Vila. Zu den genannten Zielen gehören die Ruínas do Castelo Velho, das Castelo da Vila, die Ermida de Nossa Senhora da Conceição, die Igreja Matriz de S. Salvador, die Capela de Santo António, der Flussstrand und die Casa do Artesanato. Die Runde verbindet damit verschiedene Facetten des Orts: historische Bauwerke, religiöse Orte, Handwerk und den Flussstrand. Die ungefähre Länge bietet eine Orientierung zur Streckenwahl, sagt aber nichts über die benötigte Gehzeit aus.

Von früher Besiedlung bis zur Renaissance

Die archäologischen Zeiträume reichen weit zurück. Der Menir do Lavajo stammt aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr., etwa aus dem Jahr 3500 v. Chr. Der 3,14 Meter hohe Monolith besteht aus Grauwacke; seine dunkelgraue Farbe, das sternförmige Erscheinungsbild und der elliptische Querschnitt geben ihm eine markante Gestalt. Im Núcleo Museológico de Arqueologia im Castelo de Alcoutim spannt sich eine historische Ausstellung vom Neolithikum, datiert auf 5000 bis 3000 v. Chr., bis ins 20. Jahrhundert.

Andere Orte erzählen von späteren Jahrhunderten. Das Castelo Velho de Alcoutim weist mehrere Besiedlungsphasen auf, die überwiegend zwischen dem 8./9. und dem 12./13. Jahrhundert liegen. Der Bau des Castelo de Alcoutim begann dagegen unter König Dinis im 14. Jahrhundert: Die Festung diente der Verteidigung der Grenze und der Kontrolle des Handels auf dem Guadiana. An der Igreja Matriz de São Salvador lässt sich ein späterer architektonischer Abschnitt betrachten. Sie gilt als Beispiel für frühe Renaissancebauten der Algarve und wurde zwischen 1538 und 1554 an der Stelle einer mittelalterlichen Kirche errichtet.

Museen mit unterschiedlichen Blickwinkeln

Die Museen setzen verschiedene Schwerpunkte. Das Núcleo Museológico de Arte Sacra zeichnet die religiöse Kunstgeschichte Alcoutims vom Manuelinismus des 16. Jahrhunderts bis zum Neoklassizismus des 19. Jahrhunderts nach. Im Núcleo Museológico Dr. João Dias stehen Leben und Werk des Arztes und Chirurgen João Francisco Dias im Zentrum einer Dauerausstellung. Zu sehen sind Originaldokumente, ein Dokumentarfilm, frühere Sprechstunden- und Operationsräume sowie chirurgische Instrumente und Mobiliar.

Das Museu do Rio richtet den Blick auf das Leben am Guadiana: Themen sind Schifffahrt, Handel, Fischerei, Schmuggel und die Flussgemeinden. Die Geschichte Alcoutims ist eng mit dem Gezeitenbereich des Flusses verbunden. Boote, die Waren aus der Region transportierten, mussten dort früher oft mehrere Stunden auf günstige Bedingungen für die Schifffahrt warten. Heute sind auf dem Guadiana bei Alcoutim Bootsfahrten möglich. Wer geführte Besichtigungen des Archäologiemuseums, des Núcleo Museológico de Arte Sacra, des Núcleo Museológico Dr. João Dias oder des Núcleo Histórico de Alcoutim nutzen möchte, meldet sich zuvor an der Rezeption des Castelo de Alcoutim an.

Flussufer, Feste und lokale Traditionen

Am Flussstrand Praia fluvial do Pego Fundo an der Ribeira de Cadavais gibt es ruhiges Wasser, einen Garten und ein Volleyballfeld. Ausstattungen ermöglichen Menschen mit eingeschränkter Mobilität, den Sandstrand und das Wasser zu nutzen. Auch wiederkehrende Veranstaltungen führen über den Guadiana hinweg: Beim jährlich im Spätwinter stattfindenden Wanderfestival Caminheiros reicht die grenzüberschreitende Region bis nach Sanlúcar de Guadiana. Eine weitere jährliche Tradition ist die Flussprozession zu Ehren von Nossa Senhora do Carmo, der Jungfrau der Seefahrer. Sie führt geschmückte Boote mit den Bevölkerungen von Alcoutim in Portugal und Sanlúcar in Spanien auf dem Guadiana zusammen; genaue Programmdaten können sich ändern.

Handwerk gehört ebenfalls zum Bild der Gemeinde Alcoutim. Dort werden weiterhin Leinenarbeiten, Stickereien, Spitzen, Korbflechterei aus Schilfrohr, Töpferei und Schuhmacherei ausgeübt. Diese Traditionen ergänzen die Museums- und Flussperspektive um ein breites Spektrum handwerklicher Arbeiten.

Praktische Orientierung für Ihre Planung

Der öffentliche Straßenverkehr im Gemeindegebiet wird ausschließlich von EVA Transportes, SA betrieben. Außerhalb der Hauptverkehrsachsen sind die räumliche Abdeckung und die Bedienungsfrequenz gering. Wenn Busverbindungen für Ihre Planung wichtig sind, prüfen Sie die aktuellen Routen und Fahrzeiten vorab. Für Besuche mit Führung ist die vorherige Anmeldung an der Rezeption des Castelo de Alcoutim erforderlich.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Faro.

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