Flor de Sal entsteht in Castro Marim als feine Kristallschicht an der Wasseroberfläche der Salinen. Sie wird mit einem speziellen Instrument abgeschöpft, ohne den Boden zu berühren, nicht weiterverarbeitet, in der Sonne getrocknet und anschließend verpackt. Die Kristalle bilden sich ausschließlich an besonders heißen Tagen zwischen Juli und September. Auch das traditionelle Meersalz wird vollständig von Hand und mit überlieferten, jahrhundertealten Techniken gewonnen. Schon an diesen beiden Salzprodukten zeigt sich, wie viel Handwerk in einer scheinbar einfachen Zutat steckt.
Feuchtgebiet und Salztradition
Das Naturschutzgebiet Sapal de Castro Marim und Vila Real de Santo António erstreckt sich über die Gemeinden Castro Marim und Vila Real de Santo António. Es ist ein Schutzgebiet und ein Ramsar-Gebiet. Sein Feuchtgebiet dient zahlreichen Wasservogelarten als Durchzugs-, Überwinterungs- und Brutgebiet. In einem einzigen Landschaftsraum kommen damit mehrere Phasen des Vogeljahres zusammen. Auch die Esteiros da Lezíria und da Carrasqueira gehören zum Schutzgebiet: Die beiden Wasserläufe sind wichtige Laich- und Fortpflanzungsgebiete für mehrere Fischarten.
Natur und Salzgewinnung sind zwei unterschiedliche Themen, die Sie in Castro Marim entdecken können. Die handwerkliche Herstellung des Meersalzes und die besondere Entstehung der Flor de Sal erzählen von Erzeugnissen mit eigenen Verfahren und Bedingungen; das Sapal wiederum ist durch seine Bedeutung für Vögel und Fische geprägt. Wer sich für Natur interessiert, findet hier also mehr als einen einzelnen Schwerpunkt: Das Feuchtgebiet erfüllt unterschiedliche Funktionen für verschiedene Tierarten.
Route und Orte rund ums Salz
Die kommunale Route „Salinas Tradicionais“ verbindet das Centro de Interpretação do Território, die Salina do Félix und die Casa do Sal auf einer Strecke von ungefähr drei Kilometern. Die ungefähre Länge gibt eine Orientierung für die Planung; prüfen Sie vor der Reise die Wegbedingungen. Besuche der Salina do Félix können im Voraus gebucht werden und finden von April bis Oktober vorbehaltlich der Wetterbedingungen statt. Da die Besuche wetterabhängig sind, lohnt es sich, die aktuellen Arrangements vorab zu prüfen.
Die Casa do Sal befindet sich in einem restaurierten ehemaligen Lagerhaus, das vor Ort als „Balalaica“ bekannt ist. Dort wird der Film „Safra“ gezeigt, der verschiedene Phasen der traditionellen und industriellen Salzproduktion und Salzernte darstellt. Das Centro de Interpretação do Território ist eine Empfangsstelle für Besucher und zugleich Ausgangspunkt für Rundgänge und Besichtigungen im Gemeindegebiet von Castro Marim und im Baixo Guadiana. Von dort bieten sich Ausblicke auf das Naturschutzgebiet Sapal und die Mündung des Rio Guadiana.
Festung, Aussichtspunkte und Geschichte
Beim Forte de São Sebastião prägt ein unregelmäßiges, von Mauern umschlossenes Areal die Anlage; zu ihr gehören fünf Bastionen. Das Revelim de Santo António ist ein Aussichtspunkt auf den Rio Guadiana und den Sapal von Castro Marim. Beide Orte zeigen unterschiedliche Seiten der historischen und landschaftlichen Themen, die den Ort ausmachen.
Auch Castro Marims Geschichte reicht über einzelne Bauwerke hinaus. Noch im 13. Jahrhundert, während der Herrschaft von D. Dinis, wurde der Ort zum Sitz des Ordens Christi. Dieser trat an die Stelle des Templerordens, bevor er nach Tomar verlegt wurde. Im Núcleo Museológico do Castelo können Besucher die Geschichte des Castelo de Castro Marim anhand von Materialien aus verschiedenen Epochen kennenlernen.
In der Igreja de Nossa Senhora dos Mártires, der Matriz de Castro Marim, befinden sich in der Haupt- und den Seitenkapellen Darstellungen aus mehreren Jahrhunderten: São Gabriel aus dem 15. Jahrhundert, Nossa Senhora da Encarnação und die Märtyrer aus dem 16. Jahrhundert sowie Santa Luzia aus dem 18. Jahrhundert. Die Ausstellung der Casa de Odeleite widmet sich dem Haus und dem örtlichen Territorium, dem Rio Guadiana und der Ribeira de Odeleite sowie den politischen Auseinandersetzungen um den Besitz der Terras da Ordem.
Traditionen und lokales Handwerk
Zur religiösen Tradition gehört die Verehrung von Nossa Senhora dos Mártires, der Schutzpatronin von Castro Marim. Sie zeigt sich in einer Prozession am 15. August. Eine andere Form, Geschichte sichtbar zu machen, sind die Dias Medievais: Die jährlich stattfindende Veranstaltung ist eine historische Nachstellung und zieht jedes Jahr Tausende Menschen an.
Zum lokalen Handwerk zählen auch Arbeiten, die im Alltag entstehen. Besucher können Menschen begegnen, die vor ihrem Haus feine, sorgfältig gearbeitete Klöppelspitzen für Tischdecken anfertigen. Ebenso können sie Korbflechter beim Weben von Körben aus Stroh, Schilfrohr, Binsen- und Palmblättern beobachten. Diese Einblicke ergänzen die Besuche historischer Orte und die Beschäftigung mit der Salztradition um handwerkliche Praktiken, die in Castro Marim weitergegeben werden.
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