Zum Inhalt

Vor Nazaré beginnt ein Naturphänomen, das die Küste mitprägt: der Canhão da Nazaré, Europas größter Unterwassercanyon. Er reicht über 170 Kilometer und mehr als 5.000 Meter in die Tiefe. Die Praia do Norte ist international für ihre Riesenwellen bekannt, die unter dem Einfluss des Canyons entstehen. So stehen in Nazaré die Kräfte des Atlantiks neben einer Ortsgeschichte, die sich am Strand und auf dem Sítio in ganz unterschiedlichen Spuren zeigt.

Wellen, Küste und Canyon

Der Canyon ist eine tektonisch entstandene Unterwasserstruktur, die mit der Verwerfung Nazaré-Pombal verbunden ist. Etwa 500 Meter vor der Küste beginnt er; diese ungefähre Angabe macht deutlich, wie nah die geologische Besonderheit an der Küstenlinie liegt. Zugleich bringt der Canyon nährstoff- und planktonreiche Gewässer an die Oberfläche. Dadurch wird eine artenreiche Meeresfauna von wirtschaftlichem Interesse ermöglicht.

Das Forte de S. Miguel Arcanjo bietet einen Aussichtspunkt über die Praia do Norte. Das ehemalige Küstenverteidigungsfort ist im manieristischen Stil gehalten; sein Bau begann 1577. Im Fort befinden sich das Centro Interpretativo do Canhão da Nazaré, die Surfer Wall und Wechselausstellungen. Wenn Sie einen Besuch einplanen, prüfen Sie vorab die aktuelle Zugänglichkeit. So können Sie die Aussicht und die Ausstellungsthemen in Ihre Erkundung der Küstenlandschaft einbeziehen.

Zwischen Strand und Sítio

Der Ascensor da Nazaré verbindet den Strand mit dem Sítio und befördert Einwohner wie Touristen zwischen den beiden Ortsteilen. Die Strecke wurde am 28. Juli 1889 eingeweiht, ist 318 Meter lang und weist eine Neigung von 42 Prozent auf. Als historische befestigte Verbindung zwischen Strand und Sítio führt auch die Ladeira do Sítio hinauf. Sie ist ein aussichtsreicher Weg mit Blick auf den Ort, den Strand und die Meeresfront. Beide Verbindungen machen den Wechsel zwischen den Ortsteilen zu einem prägenden Teil der Orientierung in Nazaré.

Das Vorgebirge Sítio ist eine 318 Meter hohe Felswand mit steilem Abfall zum Meer und einem markanten Aussichtspunkt über die portugiesische Küste bei Nazaré. Einen anderen Blick auf die Umgebung bietet der Parque da Pedralva: Vom Monte Branco reicht die Aussicht über die Landschaft, und im Park lassen sich örtliche Tier- und Pflanzenwelt erleben. Der renovierte Park umfasst verbesserte Wege und Fußverbindungen, einen sanierten See, öffentliche Toiletten, Beleuchtung und Sitzgelegenheiten; er bietet außerdem Möglichkeiten zum Entspannen und Spazierengehen.

Auch am Strand gibt es praktische Orientierung: Die Praia da Nazaré verfügt über barrierefreie Zugänge mit Rampen und zugänglichen Wegen. Zur Ausstattung gehören außerdem Beschilderung in Brailleschrift, das ColorADD-System und eine taktile Karte. Diese konkreten Merkmale ergänzen den Blick auf die Küste um Informationen, die für die Planung eines Strandbesuchs wichtig sein können.

Geschichte und Kultur auf dem Sítio

Das Santuário de Nossa Senhora da Nazaré wurde 1377 von König D. Fernando I. gegründet. Ab Beginn des 17. Jahrhunderts wurde es bis zu seiner heutigen Form wiederaufgebaut. Im Kirchenschiff befinden sich niederländische Azulejos aus dem frühen 18. Jahrhundert; flankiert wird das Heiligtum von einem Krankenhaus und dem ehemaligen Königspalast. Jährlich am 8. September finden große Wallfahrten zum Santuário statt.

Mit 1182 verbunden ist die Ermida da Memória: D. Fuas Roupinho gab ihre Errichtung in Auftrag, nachdem die Überlieferung von seiner Rettung vor einem tödlichen Sturz berichtet. Neben der Kapelle liegt ein Felsen mit dem überlieferten Hufabdruck des Pferdes; in der Ermida fallen figurative blau-weiße Azulejos ins Auge. Auch andere Kapellen erzählen von Nazarés religiöser und baulicher Geschichte. Die 1760 erbaute Capela N.ª Sra. dos Aflitos zeigt blau-weiße Musterkacheln an der Fassade und florale Azulejos in Blau-, Gelb- und Weißtönen im Innenraum. Die Capela de N.ª Sra. dos Anjos stammt aus dem 16. Jahrhundert, ist als Monument von öffentlichem Interesse eingestuft und steht mit der Procissão do Senhor dos Passos in Verbindung.

Das im Sítio gelegene Museu Dr. Joaquim Manso vermittelt die historisch-kulturelle Identität der Region Nazaré mit Schwerpunkt auf der maritimen Kultur. Zu seinen Fundstücken gehören Objekte aus prähistorischen, römischen und paläochristlichen Epochen. Darunter sind architektonische Elemente der Igreja de S. Gião, die dem 7. Jahrhundert zugeschrieben werden. Der Blick auf diese Funde ergänzt die religiösen Bauwerke um weitere zeitliche Schichten der regionalen Geschichte.

Maritime Kultur und lokale Küche

Die Fischerei zeigt sich auch in Traditionen und Alltagskultur. Im Museu do Peixe Seco - Museu Vivo gibt es einen Estendal de Secagem do Peixe, ein Interpretationszentrum und eine Zone zur Fischzubereitung. Dort können Besucher die Techniken des Trocknens kennenlernen. Getrockneter Fisch kann außerdem an der Marginal gegenüber dem Centro Cultural beim Estendal de Secagem do Peixe gekauft werden. Zur typischen Küche von Nazaré gehören gegrillte Sardinen und Caldeirada.

Zum maritimen Kunsthandwerk zählen Miniaturboote und traditionelle Puppen. Das Centro Cultural da Nazaré befindet sich in der ehemaligen Fischauktionshalle; 1995 öffnete es als Ort für Wechselausstellungen und andere kulturelle Aktivitäten für die Öffentlichkeit. Zusammen erzählen solche Orte und Gegenstände von einer Küstenkultur, die sich nicht nur in der Landschaft, sondern ebenso in Handwerk, Essen und Ausstellungsthemen entdecken lässt.

Weitere Reiseziele entdecken: Nazaré, Valado Dos Frades, Serra Da Boavista, Famalicão, Alvaiázere, Castanheira De Pêra, Pataias, Foz Do Arelho.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Leiria.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.