Zum Inhalt

In Óbidos treffen literarisches Profil und historische Baukunst auf eine Landschaft, die von der Lagoa de Óbidos geprägt ist. Die Stadt wurde 2015 von der UNESCO als Stadt der Literatur ausgezeichnet und in das Netzwerk der Kreativen Städte aufgenommen. Das zeigt sich auch daran, wie Räume für Bücher und Kultur genutzt werden: Die gotische Igreja de São Pedro wurde in eine Bibliothek und eine Buchhandlung umgewandelt. Im Zuge der literarischen Ausrichtung erhielten verlassene Räume neue Funktionen; so entstanden zahlreiche thematische Buchhandlungen.

Literatur, Kunst und Geschichte entdecken

Das FOLIO – Festival Literário Internacional de Óbidos fand erstmals 2015 statt. Sein elftägiges Programm umfasst Ausstellungen, Konzerte, Buchvorstellungen, Literaturkurse, Konferenzen, Filmzyklen und weitere Aktivitäten. Eine andere musikalische Perspektive bietet SIPO – Semana Internacional de Piano de Óbidos: Seit 1996 kommen dort bedeutende Persönlichkeiten aus dem musikalischen Umfeld und junge Studierende aus aller Welt zusammen. Das Festival findet im Sommer zehn Tage lang statt; tagsüber gibt es Meisterkurse an mehreren Orten, abends Festivalkonzerte in Óbidos. Wenn Sie eine Veranstaltung in Ihre Reise einbeziehen möchten, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Ausgabe.

Auch die Bauwerke erzählen unterschiedliche Kapitel. Dem Castelo de Óbidos werden römische Ursprünge zugeschrieben. Später wurde es unter arabischer Herrschaft befestigt und nach der christlichen Eroberung im Jahr 1148 mehrfach repariert und erweitert. Das Santuário do Senhor Jesus da Pedra setzt einen anderen architektonischen Akzent: Sein zentraler Grundriss verbindet einen äußeren zylindrischen Baukörper mit einem inneren hexagonalen Polygon. Das Heiligtum wurde 1747 eingeweiht und gilt als eines der bedeutenden Barockdenkmäler Portugals.

In der Igreja de Santa Maria gehören monumentale Fliesenkompositionen zu den herausragenden Arbeiten der nationalen Azulejo-Kunst; ihre Gestaltung basiert auf Brutesco-Motiven und wird durch Deckenornamente ergänzt. Das Museu Municipal de Óbidos stellt Werke von Josefa d’Óbidos sowie von weiteren bedeutenden portugiesischen Künstlern wie André Reinoso, Baltazar Gomes Figueira und Belchior de Matos heraus. Daneben zeigt es religiöse Kunst aus dem 15. bis 18. Jahrhundert – darunter Kultgegenstände, Malerei und Skulptur – sowie archäologische Artefakte. Das Museu Abílio de Mattos e Silva widmet sich den verschiedenen Facetten des Werks dieses Künstlers.

Weitere Stationen führen in die Geschichte einzelner Einrichtungen: Die Ursprünge der Igreja de São João Baptista reichen bis ins späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert zurück. Damals ließ Königin Santa Isabel an diesem Ort ein Leprosarium mit einer dem São Vicente gewidmeten Kapelle errichten; 2003 wurde die Kirche zum Museu Paroquial umgebaut. Der Überlieferung nach gründete Königin D. Leonor die Igreja da Misericórdia 1498 als Santa Casa da Misericórdia de Óbidos. Der Pelourinho ist seit 1910 als Nationaldenkmal klassifiziert. Die Casa do Arco da Cadeia stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert und diente ursprünglich als Gefängnis und Rathaus.

Lagune, Vogelwelt und Wege

Die Lagoa de Óbidos ist ein küstennahes Lagunensystem mit hoher Biodiversität in seinen Ökosystemen sowie bei Tier- und Pflanzenarten. Ihre Gesamtfläche beträgt ungefähr 6,9 km², die durchschnittliche Tiefe zwei Meter. Dort lassen sich auch Zugbewegungen verschiedener Vogelarten beobachten. Die Ecovia da Lagoa umrundet die gesamte Wasserfläche und führt an Orten mit besonderem Reichtum an Fauna und Flora vorbei. Auf der Rota das Poças wiederum können Sie vielfältige Fauna und Flora sowie zahlreiche seltene Vogelarten beobachten, die in den Poças brüten und dort leben; die Poças gelten als einer der besten Orte Europas zur Vogelbeobachtung. Die drei Perspektiven – Lagunensystem, Rundweg und Vogelbeobachtung – geben jeweils einen eigenen Zugang zur Natur.

Wer eine Route durch eine andere Landschaft sucht, findet mit der Rota dos Moinhos einen Weg durch Kiefernwälder, Weinberge und Obstgärten hinauf zum Gipfel der Serra da Amoreira mit ihren markanten Windmühlen. Die Route ist 5,5 Kilometer lang, weist 126 Höhenmeter auf und ist mit Schwierigkeitsgrad II sowie einer Dauer von 1 Stunde und 45 Minuten angegeben. Bedingungen und Beschilderung können sich ändern; prüfen Sie die Hinweise vor dem Start. Die Rota do Aqueduto führt an der Mãe de Água und am Aqueduto da Usseira entlang. Unterwegs lassen sich verschiedene Ingenieurslösungen aus der Bauzeit des Aquädukts im 16. oder 17. Jahrhundert betrachten.

Lokale Spezialitäten und Anreise

Das Internationale Schokoladenfestival von Óbidos findet jährlich statt und verbindet Schokolade mit Gastronomie, Kultur und Innovation; das Programm variiert je nach Ausgabe. Zur lokalen Produktwelt gehört auch die Ginjinha de Óbidos: Der dunkelrote Sauerkirschlikör wird pur oder mit Früchten im Likör angeboten und manchmal mit Vanille oder einer Zimtstange aromatisiert.

Óbidos ist über die Eisenbahnlinie do Oeste erreichbar. Der Bahnhof liegt ungefähr einen Kilometer vom historischen Zentrum entfernt; prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan. Das Posto de Turismo de Óbidos befindet sich neben dem wichtigsten Parkplatz außerhalb der Stadtmauern und etwa 200 Meter vom Eingang der Vila de Óbidos entfernt.

Weitere Reiseziele entdecken: Óbidos, Usseira, Vau, Amoreira, A dos Negros, Sobral da Lagoa, Olho Marinho, Figueiró Dos Vinhos.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Leiria.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.