Die Igreja de São Pedro do Mosteiro de Cete verbindet Klosterarchitektur mit einem bemerkenswerten Detail: In der Kirche befindet sich eine reich mit hispano-maurischen polychromen Fliesen verzierte Grabkapelle von D. Gonçalo Oveques. Ein Kreuzgang verbindet die früheren Klostergebäude mit der Kirche. An diesem Ort lässt sich die kulturelle Vielfalt Paredes’ besonders konkret entdecken.
Auch außerhalb der Kirchen prägen Geschichte, Kunst und Landschaft das Bild der Gegend. Mittelalterliche Ensembles, öffentliche Kunst und markante Quarzitformationen bieten unterschiedliche Zugänge zu Paredes – von kunsthistorischen Einzelheiten bis zu geologischen Zusammenhängen.
Klöster, Kirchen und Kunst im öffentlichen Raum
Die Igreja de São Pedro do Mosteiro de Cete ist seit 1910 als Monumento Nacional klassifiziert und in die Rota do Românico integriert. In Vilela bilden die Igreja de Santo Estêvão und das Mosteiro de Vilela ein mittelalterliches klösterliches Ensemble. In der Neuzeit wurde es grundlegend umgestaltet; heute ist es als Monumento de Interesse Público klassifiziert.
Eine andere Baugeschichte erzählt die Igreja de São Cristóvão de Louredo: Ihre heutige Gestalt entstand im 18. Jahrhundert. Die Kirche ist ebenfalls als Monumento de Interesse Público klassifiziert. Ihre reich ornamentierten Retabel sind für die hohe Qualität der Schnitzarbeiten bekannt und dem Barroco de Estilo Nacional zugeordnet. Die Stilbezeichnung hilft, die dekorative Ausstattung als Teil einer konkreten kunstgeschichtlichen Tradition einzuordnen.
Der Circuito Aberto de Arte Pública macht Paredes zu einem offenen Museum zeitgenössischer Kunst, das eng mit der örtlichen Gemeinschaft und dem baulichen Erbe verbunden ist. Er umfasst 18 Werke nationaler und internationaler Künstler sowie neun zusätzliche temporäre Installationen. Damit gehören sowohl dauerhaft angelegte Kunstwerke als auch zeitlich begrenzte Installationen zum Konzept. Einen historischen Bezug im Zentrum markiert der Pelourinho de Paredes, der bereits 1758 neben dem damaligen Gericht und Gefängnis erwähnt wurde.
Am Palacete da Granja fallen brasilianisch geprägte architektonische Merkmale ins Auge: eine Balustrade am Dreiecksgiebel und gelb-weiße Fassadenfliesen mit Hochrelief aus der Fabrik von Massarelos. Zur lokalen Handwerkstradition gehören außerdem alte Holztechniken, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Beides zeigt, wie Baukunst und handwerkliches Können unterschiedliche Seiten des kulturellen Erbes bilden.
Das Núcleo Museológico Padre Amadeu Soares da Silva befindet sich in einem Nebengebäude und umfasst drei Räume mit der historischen Sammlung der Pfarrei Louredo: den Raum der Bruderschaft des Allerheiligsten Sakraments, die Sakristei und den Passionsraum. Die thematische Gliederung macht die verschiedenen Bestandteile dieser Sammlung einzeln erkennbar.
Quarzitlandschaft und Wege
Paredes wird von Landschaftskontrasten geprägt, die auf geomorphologische Prozesse und menschliche Einwirkung zurückgehen. Am Canhão da Senhora do Salto durchquert der Rio Sousa Quarzitgestein. Seine Härte und Erosionsbeständigkeit haben ein sehr enges, tiefes Tal mit senkrechten Hängen geformt. Hier lässt sich die Landschaft nicht nur als Kulisse, sondern auch durch die Kräfte verstehen, die ihre Formen hervorbringen.
Der Standort des CISS – Centro de Interpretação da Senhora do Salto liegt im Natura-2000-Gebiet Site de Valongo, das als Zona Especial de Conservação ausgewiesen ist. Interaktive Ausstattung des Zentrums dient dazu, Besuchern die Vergangenheit näherzubringen und den Ort Senhora do Salto in seiner Gegenwart zu interpretieren. Ein weiterer Aussichtspunkt befindet sich an der Torre do Castelo de Aguiar de Sousa: Von dort lassen sich Quarzitklippen, die Wasserfälle der Levadas und der Zusammenfluss des Rio Sousa in Richtung Douro beobachten.
Auch die Wege eröffnen verschiedene Perspektiven. Der Trilho dos Chocolateiros führt durch eine Tradition aus Sobrosa: Am Nachmittag wurde Kaffee mit Broa in einem Keramikgefäß namens „chocolateira“ serviert. Der Name des Gefäßes verweist auf einen besonderen Alltagsbrauch. Wer eine kürzere Rundtour sucht, findet im Trilho dos Moinhos (PR1) einen kurzen, 5,2 Kilometer langen Rundweg.
Grünflächen, Sport und Orientierung
Der Parque da Cidade de Paredes erstreckt sich über etwa 2,5 Hektar und bietet Gelegenheit zum Aufenthalt und zum Kontakt mit der Natur. Zur Anlage gehören Bereiche für Ausgleichssport und Spielbereiche für Kinder. In die Grünanlage integriert ist außerdem ein Skate Park für Skateboarder, Inline-Skater und BMX-Freestyle-Fahrer. Rampen, Geländer und Mauern sind für Anfänger ebenso wie für erfahrene Nutzer dieser Sportarten vorgesehen.
Für weitere sportliche Interessen stehen unterschiedliche Anlagen zur Auswahl. Das Kartódromo de Baltar umfasst eine 1.203 Meter lange Kartingstrecke sowie jeweils eine Strecke für Rallycross und Kartcross. Der Campo de Golfe do Aqueduto bietet einen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Neun-Loch-Platz mit Par 3 und zwei unterschiedlich ausgeführten Abschlagsbereichen. Im weiteren Reiseangebot der Rota do Românico gibt es Mountainbike-Touren für einen Vormittag, einen ganzen Tag oder einen zweitägigen Ausflug; die Streckenoptionen reichen von 20 bis 75 Kilometern.
Das CIMOCB – Centro de Interpretação das Minas de Ouro de Castromil e Banjas widmet sich dem geologischen, archäologischen und kulturellen Bergbauerbe von Paredes. Zugleich dient es als Empfangsstelle und Ausgangspunkt für Besuche der Goldminen von Castromil. Die Informationszentren der Rota do Românico in Paredes sind für den Empfang und die Unterstützung von Besuchern und Touristen da.
Für die Anreise ist Paredes über die Autobahnen A4, A41, A42 und A43 erreichbar. Von Porto aus führt die Linha do Douro nach Paredes; zugänglich ist sie von den Bahnhöfen São Bento oder Campanhã. So lässt sich die Reiseplanung an unterschiedliche Anreisewege anpassen, während die Entdeckungen vor Ort von Kirchen und Kunst bis zu Landschaft und Sport reichen.
Weitere Reiseziele entdecken: Paredes, Mouriz, Gandra, Vilela, Cete, São Cosme, Santo Tirso, Lavra.
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