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Viana Do Castelo liegt am Meer und an der Mündung des Rio Lima. Die Küste erstreckt sich über 24 Kilometer; zugleich erzählen Kirchen, Museen und historische Bauwerke von unterschiedlichen Epochen und Traditionen. Wer den Ort erkundet, kann zwischen Kultur, Wasserlandschaften und Aktivitäten im Freien eigene Schwerpunkte setzen.

Baugeschichte und Sammlungen entdecken

In der Casa dos Nichos trifft ein restauriertes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert auf Archäologie: Die Ausstellung zeigt Funde, die die Besiedlung des Gebiets von der Vorgeschichte bis zum 16. Jahrhundert belegen. Führungen und Aktivitäten dort sind nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Eine andere Geschichte erzählt das Navio Hospital Gil Eannes. Das Schiff nahm 1955 seinen Krankenhausbetrieb auf und unterstützte jahrzehntelang die portugiesische Kabeljaufangflotte in den Fanggründen vor Neufundland und Grönland. Es wurde in ein Museum und ein Centro de Mar umgewandelt und ist als industrielles Kulturerbe im portugiesischen Nationalen Netzwerk für Industrietourismus vertreten.

An der Sé Catedral de Viana do Castelo verbinden sich unterschiedliche architektonische Einflüsse: Das Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert ist romanisch und zugleich von gotischer Ästhetik beeinflusst. Drei reich verzierte Archivolten des Portals werden von sechs Apostelskulpturen getragen. Die Basílica de Santa Luzia wiederum entstand zwischen 1904 und 1959 nach einem Entwurf des Architekten Miguel Ventura Terra. Ihre historistische Architektur ist vom romanisch-byzantinischen Stil inspiriert. Die beiden Bauwerke bieten damit verschiedene Beispiele dafür, wie sich architektonische Formen und Einflüsse unterscheiden.

Auch Sammlungen geben Einblick in die Kultur der Region. Das Museu do Traje zeigt Werkzeuge zur traditionellen handwerklichen Herstellung von Kleidung sowie die Dauerausstellungen „A lã e o linho no traje do Alto Minho“, „Traje à Vianesa“ und „Oficina do Ouro“. Im Museu de Artes Decorativas, das in einem Palastgebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist, gehören portugiesische historische Fayencen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, Möbel aus dem indo-portugiesischen Raum des 18. Jahrhunderts sowie portugiesische und hispano-arabische Fliesen zu den Sammlungen.

Weitere bauliche Details zeigen die Igreja da Misericórdia und das zugehörige Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche besitzt vergoldete Schnitzretabel im nationalen Stil, Fliesenverkleidungen von Policarpo de Oliveira Bernardes und Deckenfresken von Manuel Gomes. Das 1589 errichtete Haus Casa das Varandas ist ein Beispiel für von Renaissance und Manierismus inspirierte Architektur. Das Forte de Santiago da Barra ergänzt das Bild: Die polygonale Küstenfestung wurde Ende des 16. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Filippo de Terzi errichtet.

Küste, Fluss und grüne Wege

Die Landschaft lässt sich auch über ihre geologischen und ökologischen Zusammenhänge betrachten. Der Geoparque Litoral de Viana do Castelo veranschaulicht anhand des inventarisierten geologischen Erbes die Entwicklung des Gebiets im Verlauf der letzten 570 Millionen Jahre. Der Parque Ecológico Urbano de Viana do Castelo umfasst rund 20 Hektar rund um das Wasserbecken der Caldeira das Azenhas de D. Prior. Als von den Gezeiten beeinflusstes Übergangshabitat steht er unter dem Einfluss des Salzgehalts im Ästuar des Rio Lima.

Für Aktivitäten im Freien gibt es zwei Ecovias für naturbezogene Freizeitaktivitäten und ein gut ausgebautes Wegenetz, an dem Bäche und Wasserfälle liegen. Am Wasser unterscheiden sich die Möglichkeiten ebenfalls: Auf dem Rio Lima kann man Jetski fahren, segeln, rudern und Kanu fahren. An den Sandstränden von Viana Do Castelo gehören Surfen, Windsurfen, Kitesurfen und Bodyboarden zu den möglichen Aktivitäten. Vier nautische Zentren ermöglichen beziehungsweise unterstützen Rudern, Kanufahren, Surfen und Segeln.

Orientierung für den Aufenthalt

Viana Do Castelo ist mit der Bahn und mit Bussen von Rede Expressos erreichbar. Prüfen Sie vor der Fahrt die Fahrpläne. Mit dem Auto ist die Stadt über die A27 oder die EN13 erreichbar. Wer über die A3 zwischen Porto und Valença anreist, soll bei Ponte de Lima abfahren und der A28 folgen. Für den Monte de Santa Luzia gibt es drei angegebene Zugangswege: Standseilbahn beziehungsweise Elevador, Auto oder Freitreppe. Von dort reicht der Blick über einen bedeutenden Abschnitt des Lima-Tals, große Teile der Küste nördlich und südlich des Flussästuars sowie auf die grüne Serra.

Im historischen Zentrum liegen die meisten Sehenswürdigkeiten. Die Wege verlaufen dort überwiegend über Fußgängerstraßen mit mittigem Granitplattenstreifen und geringer Neigung. Wer mit dem Zug anreist, befindet sich näher am historischen Zentrum. Diese Orientierung hilft dabei, die Ankunft und die Erkundung des Zentrums bei der Reiseplanung mitzudenken.

Weitere Reiseziele entdecken: Viana Do Castelo, Outeiro, Meixedo, Mujães, Vila de Punhe, Lanheses, Anha, Montaria, Deocriste, Chafé.

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