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Ein Quarzitrücken, der über Jahrtausende von Menschen gestaltet wurde, gibt Murça einen ungewöhnlichen historischen Bezugspunkt: den Crasto de Palheiros, auch Fragada do Castro genannt. Seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. bis in die Gegenwart wurde dieser Rücken von den Bevölkerungen der Region geformt und errichtet. Im Chalkolithikum, zwischen 2900 und 2300 v. Chr., verwandelte sich der 2,5 Hektar große Quarzitrücken in ein großes steinernes Monument. In der Eisenzeit wurde der Ort erneut als Siedlung genutzt; sie bestand etwa 500 Jahre und wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. So liegen an diesem Ort unterschiedliche Kapitel der Besiedlungsgeschichte nebeneinander.

Spuren aus Stein und Geschichte

Auch die römische Geschichte lässt sich in Murça an Bauwerken und Wegen nachvollziehen. Eine römische Straße verlief durch Murça, verband Astorga mit der Mündung des Douro und überquerte den Tinhela. Die Ponte e Calçada Romana wurde vor mehr als 2.000 Jahren von den Römern errichtet und danach fortlaufend genutzt und instand gesetzt. Die mutmaßlich alte römische Brücke wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch eine andere ersetzt. Zur Ponte e Calçada Romana führt ein rechts abzweigender Weg von der EN15 bei Kilometer 145; ein weiterer Zugang liegt bei der Escola Profissional de Murça.

Die Igreja Matriz de Murça vereint vergoldete Schnitzaltäre, ein Triptychon aus dem 16. Jahrhundert von Pedro de França, einen gekreuzigten Christus und eine gotische Darstellung. Das heutige Gotteshaus wurde um 1734 wiederaufgebaut und erweitert, nachdem eine frühere Kapelle durch einen Brand zerstört worden war. Auf der Praça 5 de Outubro, auch Praça Velha genannt, nimmt das Herrenhaus Paços do Concelho den gesamten Nordflügel ein. Der Pelourinho Manuelino de Murça, ein Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert, fällt durch seinen gedrehten Schaft, ein Kapitell mit heraldischen Symbolen und fünf gedrehte Fialen auf. Er wurde in das erste portugiesische Dekret von 1910 zur Einstufung historischer Gebäude als Nationaldenkmäler aufgenommen.

Mit der Porca de Murça begegnet Ihnen eine steinerne Berrão-Statue aus der Eisenzeit. Mit ihr werden möglicherweise keltische Fruchtbarkeitskulte verbunden. Eine weitere archäologische Besonderheit sind die drei Mamoas bei der Mamoa do Castelo im Ort Castelo, in der Gemeinde Jou: Auf 709 Metern Höhe treten sie deutlich aus der Hochebenenlandschaft hervor. Sie liegen 500 Meter vom Castro entfernt; eine scheint intakt zu sein.

Flussufer, Wälder und Wege

Die Serra da Garraia ist eine grüne, von Granit geprägte Waldlandschaft. Andere Einblicke in die Natur eröffnen die Wege an Tua und Tinhela. Der Trilho da Sobreira verläuft am rechten Ufer des Tua bis zum Dorf Sobreira und führt anschließend zum Aussichtspunkt Miradouro Casa da Floresta. Dieser liegt in Sobreira neben einem alten Forsthaus, in einem neu aufgeforsteten Gebiet, mit Blick auf den Tua.

Am Tinhela folgen zwei Routen dem Fluss auf unterschiedliche Weise. Der Trilho do Tinhela verläuft am linken Ufer bis in die Nähe der Mündung und führt an Thermalquellen vorbei. Er liegt in der Microrreserva do Rio Tinhela, wo Wälder, Ufergalerien und aquatische Lebensräume zu sehen sind. Der Trilho dos Passadiços do Tinhela setzt auf Holzstege und kleine Beobachtungspunkte entlang der Uferlandschaft. Als Rundweg beginnt und endet er an der Porta de Entrada de Murça des Parque Natural Regional do Vale do Tua.

Auch der etwa 240 Kilometer lange Caminho Português de Santiago de Leon de Rosmithal verbindet Natur, religiöses Erbe und Geschichte. Für die Orientierung ist wichtig: Der Weg ist derzeit nicht ausgeschildert und kann nur mit GPS begangen werden. Wenn Sie sich für Sternbeobachtung interessieren, gilt der Crasto de Palheiros im Vale do Tua als einer von fünf besonders geeigneten Orten, um Planeten, Sterne und Sternbilder zu beobachten.

Süße Traditionen und Termine

Zu den typischen Süßspeisen gehören die Queijadas de Murça, ein Klostergebäck mit einem Teig aus Mehl, Eiern, Wasser, Salz und Fett. Die Füllung besteht aus Zucker, Eigelb, Kürbiskonfitüre, Mandeln und Zimt; das Rezept wird von den Süßwarenherstellerinnen von Murça bewahrt. Auch Toucinho-do-Céu gehört zur kulinarischen Überlieferung. Es wird angenommen, dass das Originalrezept in Murça entstand; die Süßspeise gilt als Tradition der Benediktinerinnen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts jahrhundertelang in einem Kloster von São Bento in Murça lebten.

Murça liegt in der abgegrenzten Weinregion Douro. Zur Landwirtschaft des Município gehören Wein, Olivenöl und Honig; die Olivenhaine sind mit der Rota de Azeite verbunden. Die Feira do Azeite e do Vinho findet jährlich am zweiten Maiwochenende statt. Die Feira de Murça geht auf eine mittelalterliche Marktsatzung zurück, die D. Dinis am 18. April 1304 ausstellte, und findet am 13. und 28. jedes Monats statt. Wenn Sie Ihren Besuch auf einen Markt oder ein Fest abstimmen möchten, prüfen Sie die Termine vor der Reise.

Die größte sommerliche Romaria von Murça ist Nosso Senhor dos Aflitos gewidmet und findet am zweiten Juliwochenende statt. Einen anderen Blick auf die Landschaft bietet der Miradouro de São Domingos: Von dort reicht das Panorama über Murça und die umliegenden Weinberge und Olivenhaine. Die Caldas de Santa Maria Madalena, im Volksmund Termas de Carlão genannt, liegen im Município de Murça; sie werden seit undenklichen Zeiten genutzt und mit ihnen werden anerkannte therapeutische Eigenschaften verbunden. Die Rampa de Murça wiederum ist ein Motorsportwettbewerb im Rahmen der portugiesischen Nationalen Bergmeisterschaft.

Weitere Reiseziele entdecken: Murça, Candedo, Noura, Armamar, Peso Da Régua, Montalegre, Mesão Frio, Sabrosa.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vila Real.

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