Ein zehn Hektar großer Park im französischen Stil gehört zum Klosterkomplex Mănăstirea Curtea de Argeș. Zusammen mit der monumentalen Kirche „Adormirea Maicii Domnului“, dem Agheasmatar und dem Bischofspalast macht er die Vielfalt des Komplexes deutlich: Sakralbauten, historische Ausstattung und Parkanlage gehören hier zu einem Ensemble.
Kloster und königliche Erinnerung
In der Mănăstirea Curtea de Argeș befinden sich eine Ikonostase aus dem 17. Jahrhundert und einige Ikonen aus der Zeit Șerban Cantacuzinos. Im Pronaos liegen die Gräber der walachischen Fürsten Neagoe Basarab und Radu de la Afumați sowie der rumänischen Königspaare Carol I und Elisabeta und Ferdinand und Maria. So tritt neben die kirchliche Ausstattung auch die Geschichte der Fürsten und des Königshauses.
Eine weitere königliche und erzbischöfliche Nekropole ist die Noua Catedrală Arhiepiscopală. Sie trägt die Patrozinien der heiligen Märtyrerin Filoteea und der heiligen Erzengel Michael und Gabriel. Ihre Nekropole umfasst 16 Grabplätze für Mitglieder des rumänischen Königshauses und die Erzbischöfe von Argeș und Muscel. Die Grabstätten im Pronaos der Klosterkirche und die Grabplätze der neuen Kathedrale stehen damit für unterschiedliche Orte königlicher Erinnerung.
Kirchen, Fresken und archäologische Spuren
Die Biserica Domnească Sfântul Nicolae bewahrt originale Wandmalerei aus dem 14. Jahrhundert. Einen anderen Zugang zur Baugeschichte bieten die Ruinen der Biserica Sân Nicoară: In ihrem Mauerwerk wechseln sich Reihen aus Flusssteinen und Ziegeln ab. Bei archäologischen Ausgrabungen kamen glasierte Keramikreste, Silber- und Kupfermünzen, Silberringe aus dem 14. und 15. Jahrhundert, Glasgefäße und Freskenfragmente ans Licht. Erhaltene Malerei und ausgegrabene Fundstücke setzen unterschiedliche Akzente, wenn Sie sich für die Geschichte der Kirchen interessieren.
Die Biserica Olari wurde im 17. Jahrhundert durch die Bemühungen der Nonne Salomia erbaut. Zu ihren Innenfresken gehört eine Darstellung mit dem Titel „Moartea“, die als einzigartig in Rumänien und als eine der wenigen Darstellungen dieser Art weltweit gilt. Neben der Mănăstirea Curtea de Argeș steht außerdem die Fântâna Meșterului Manole, ein im 19. Jahrhundert im rustikalen Stil errichteter Brunnen. Bei diesen Bauwerken treffen unterschiedliche Jahrhunderte und Formen sakraler Kunst aufeinander.
Sammlungen und profane Bauwerke
Casa Goangă wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut. Sie ist das umfangreichste erhaltene traditionelle Wohngebäude im historischen Zentrum von Curtea de Argeș. Ihre Einordnung als Wohngebäude unterscheidet sie von den Kirchen und Klosteranlagen, die an anderen Orten der Stadtgeschichte im Mittelpunkt stehen.
Das Muzeul de etnografie Dumitru Norocea zeigt Argeșer Keramik, Stickereien, für die Region typische Textilien und Volkstrachten aus dem Argeș-Gebiet. Hinzu kommen Werkzeuge für häusliche Tätigkeiten und landwirtschaftliche Arbeiten. Die Sammlung lenkt den Blick damit auf Kleidung, Handwerk und Alltagsarbeit statt auf kirchliche Ausstattung oder Grabstätten.
Im Bischofspalast befindet sich ein Museum mit vier originalen Fresken aus der Kathedrale des Klosters sowie einer von Șerban Cantacuzino gestifteten Ikonostase. Während das ethnografische Museum regionale Keramik, Textilien und Werkzeuge vereint, stehen hier Fresken und Ikonostase im Vordergrund. Die beiden Sammlungen bieten so verschiedene thematische Schwerpunkte, ohne dass ihre Inhalte miteinander verwechselt werden müssen.
Unterschiedliche Schwerpunkte für Ihren Aufenthalt
Wenn Sie historische Malerei vergleichen möchten, stehen die originale Wandmalerei der Biserica Domnească aus dem 14. Jahrhundert und die Fresken der Biserica Olari mit ihrer Darstellung „Moartea“ für unterschiedliche Werke und Zeitangaben. Für archäologische Spuren sind dagegen die Funde bei den Ruinen der Biserica Sân Nicoară ein eigener Anhaltspunkt. Die Themen lassen sich daher nach Kunst, Baugeschichte, archäologischen Funden oder regionalem Alltagsleben ordnen, statt alle Orte als gleichartige Sehenswürdigkeiten zu betrachten.
Auch die Architekturdenkmäler setzen verschiedene Akzente: Casa Goangă ist ein traditionelles Wohngebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert; die Gara Regală ist als architektonisches Denkmal von nationaler historischer Bedeutung eingestuft. Zusammen mit dem Klosterkomplex, den Kirchenruinen und den Museen ergibt sich ein kulturhistorisch geprägter Aufenthalt, bei dem Bauwerke, Sammlungen und königliche Erinnerung jeweils eigene Fragen aufwerfen.
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