Für einen Kulturaufenthalt in Diemrich ist die Cetatea Deva ein markanter Ausgangspunkt: Die Festung verbindet eine besondere Landschaftslage mit einer Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Weitere Bauwerke und Sammlungen eröffnen Einblicke in Epochen von der Renaissance bis zur Architektur und öffentlichen Kunst des 20. Jahrhunderts.
Festung, Landschaft und Aussicht
Die Cetatea Deva wurde erstmals 1269 urkundlich erwähnt. Sie steht auf einem 378 Meter hohen Vulkankegel an der Stelle, an der der Mureș zwischen den Munții Metaliferi und den Munții Poiana Ruscă eine Schlucht bildet. Vom Gipfel reicht der Ausblick auf das Mureș-Tal. So lassen sich an der Festung sowohl die markante Geländeform als auch die Lage des Flusses betrachten.
Die restaurierte Festung ist über touristische Wege und eine Standseilbahn zugänglich. Deren Strecke ist 278 Meter lang; der Höhenunterschied beträgt 158 Meter, die Kapazität 16 Personen. Wege und Bahn sind damit zwei unterschiedliche Zugänge zu demselben Ziel. Die Angaben zur Standseilbahn beschreiben Strecke, Höhenunterschied und Kapazität.
Magna Curia und ihre Sammlungen
Magna Curia verbindet Architekturgeschichte mit dem Museumsbestand des Muzeul Civilizației Dacice și Romane. Nach 1615 wurde das Gebäude unter Fürst Gabriel Bethlen erweitert und im Renaissancestil umgestaltet. Der Architekt Giacomo Resti da Verna leitete die Arbeiten. Das historische Zentrum von Diemrich umfasst das Gebiet um Magna Curia.
Die Museumssammlungen decken verschiedene Zeiträume und Fachgebiete ab: Dazu gehören Bestände zur prähistorischen, dakischen, römischen, frühmittelalterlichen und mittelalterlichen Archäologie sowie zu Numismatik, Geschichte und Kunst. Hinzu kommen ethnografische und naturwissenschaftliche Sammlungen, darunter Botanik, Paläontologie und Mineralogie. Wer sich für die Geschichte der Region interessiert, findet hier also neben archäologischen Themen auch kunst- und naturwissenschaftliche Perspektiven.
Architektur vom 19. bis ins 20. Jahrhundert
Das heutige Teatrul de artă dramatică Deva wurde 1911 fertiggestellt. Es wurde von den austro-ungarischen Architekten Marcell Komor und Jakab Deszo entworfen. An der Hauptfassade zeigen florale Motive und Bänder mit Girlanden Elemente der Sezessionssprache. Der Bau lässt sich damit nicht nur über sein Entstehungsjahr, sondern auch über konkrete Details seiner Fassadengestaltung einordnen.
Bei der Casa Dr. Petru Groza liegen Entwurf und Fertigstellung in unterschiedlichen Jahren: Horia Creangă entwarf das Haus zwischen 1927 und 1929 in seinem Atelier in Bukarest. Er gilt als Vertreter der kubistischen Strömung. Eine Firma aus Arad schloss die Bauarbeiten Ende 1930 ab. Diese zeitliche Abfolge macht deutlich, dass die Entwurfsphase dem Abschluss der Arbeiten vorausging.
Ein weiteres Zeugnis ist die Casina Română an der Piața Unirii 9, ein eingetragenes historisches Denkmal. Das Gebäude wurde zwischen 1847 und 1856 errichtet und 1903 erweitert. Es diente als Sitz der Casina Națională Maghiară din Deva, einer kulturellen Vereinigung, die Intellektuellen aus dem Kreis Hunedoara offenstand. Der Ort steht damit auch für die Kulturgeschichte einer Vereinigung, nicht nur für die Geschichte eines Gebäudes.
Kirchen und öffentliche Kunst
Der Turm der alten orthodoxen Kirche wurde 1727 errichtet und ist der einzige vollständig erhaltene Teil einer Kirche aus den Jahren 1640 bis 1645. Bei der reformierten Kirche reichen die Daten weiter zurück: Ihre Vorgängerkirche ist 1332 als Stadtkirche urkundlich erwähnt; die heutige Kirche wurde 1910 geweiht. Die beiden Beispiele ordnen erhaltene Bausubstanz und historische Erwähnung unterschiedlich ein.
Auch öffentliche Kunst lässt sich in Diemrich mit konkreten Namen und Daten verbinden. Der Stadtpark wurde zwischen 1886 und 1893 als öffentlicher Stadtraum angelegt. In dem Park unterhalb der Cetatea Deva steht die Statue des Königs Decebal, geschaffen von Professor Radu Moga (1905–1950) vom Liceul Avram Iancu in Brad. Sie wurde am 6. August 1937 enthüllt; ihr Sockel trägt vier bronzene Flachreliefs. Das Statuenensemble Horia, Cloșca și Crișan ergänzt diese Denkmäler mit Bronzebüsten des Bildhauers Ion Vlasiu.
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