Ein Besuch in Sarmizegetusa lässt sich entlang dreier archäologischer Perspektiven ordnen: der Geschichte von Ulpia Traiana Sarmizegetusa, den Sammlungen des Archäologischen Museums und den Spuren der antiken Stadtmauer in den Höfen der Bewohner. Diese Blickwinkel ergänzen einander, sind aber nicht dasselbe. Im Museum stehen Objekte und Ausstellungsräume im Vordergrund; beim Spaziergang durch das Dorf geht es um Mauerreste, während Tempel und Grabmonumente konkrete historische Themen eröffnen.
Ulpia Traiana Sarmizegetusa und ihre Geschichte
Ulpia Traiana Sarmizegetusa wurde zwischen 109 und 110 n. Chr. vom Statthalter Decimus Terentius Scaurianus im Auftrag Kaiser Trajans gegründet. Die Stadt diente als vorläufige Hauptstadt des römischen Dakiens. Die Gründung markiert eine Zeitangabe, der Hauptstadtstatus beschreibt eine weitere historische Rolle. Beides hilft, die römische Vergangenheit des Ortes einzuordnen, ohne die Geschichte auf ein einzelnes Bauwerk zu reduzieren.
Das Amphitheater von Ulpia Traiana Sarmizegetusa lag außerhalb der Mauern der römischen Stadt. Im Bereich des Amphitheaters fanden zwischen 1981 und 1983 erste Ausgrabungen am Tempel der Nemesis statt. Diese Jahreszahlen beziehen sich auf die Ausgrabungen, nicht auf die Entstehung des Tempels. Ein anderes religiöses Thema eröffnet der Tempel der palmyrenischen Götter: Er wurde unter Septimius Severus errichtet und ist für das Verständnis der palmyrenischen Religion von besonderer Bedeutung.
Sammlungen und Ausstellungsräume
Das Archäologische Museum Sarmizegetusa besitzt römisch-archäologische Sammlungen mit epigrafischen und skulpturalen Denkmälern, Mosaiken, Fragmenten von Wandmalereien, Waffen, Silberarbeiten sowie Gegenständen aus Bronze und Knochen. Hinzu kommen Keramik, Glas und Münzen. Die verschiedenen Objektgruppen geben unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Inschriften und Skulpturen stehen neben Alltagsgegenständen und weiteren archäologischen Funden. So lässt sich der Museumsbesuch nach den Themen ordnen, die Sie besonders interessieren, statt alle Sammlungen als gleichartige Objekte zu betrachten.
Die Dauerausstellung umfasst vier Räume im Erdgeschoss und fünf Räume im Obergeschoss. Ein weiterer Raum im Erdgeschoss ist Wechselausstellungen gewidmet. Damit sind die Bereiche der Dauerausstellung und der für temporäre Ausstellungen vorgesehene Raum klar zu unterscheiden. Für die Planung eines Museumsbesuchs ist diese Aufteilung hilfreich, wenn Sie sowohl die dauerhaft gezeigten Sammlungen als auch wechselnde Präsentationen berücksichtigen möchten.
Grabmonumente und Spuren im Dorf
Die Nekropole der Siedlung umfasst das Mausoleum der Aurelier. Es wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts errichtet und besteht aus mehreren benannten Elementen: einem Tumulus mit steinernem Sockel, einer Stele, einem Grabaltar und einer Grabkammer aus Ziegelmauerwerk. Diese Bestandteile machen das Mausoleum zu einem konkreten Beispiel für die unterschiedlichen Formen, aus denen ein Grabmonument aufgebaut sein kann. Die Datierung in die Mitte des 3. Jahrhunderts ordnet es zeitlich neben die Geschichte der früher gegründeten römischen Stadt ein.
Auch ein Spaziergang durch das Dorf Sarmizegetusa eröffnet einen Blick auf die antike Stadt: In den Höfen der Bewohner können Spuren der Mauern entdeckt werden, die sie umgaben. Dabei geht es nicht um eine ausgewiesene Gehzeit oder eine bestimmte Streckenlänge, sondern um die Möglichkeit, Mauerreste im Dorfzusammenhang wahrzunehmen. Wer sich für die Stadtbefestigung interessiert, kann diesen Blick mit dem Wissen verbinden, dass das Amphitheater außerhalb der Mauern lag.
Anreise und Maßstab der Reise
Sarmizegetusa ist über die DN 68 zwischen Hațeg und Caransebeș erreichbar. Per Bahn führen die genannten Anreisewege über die Strecken Petroșani–Subcetate oder Simeria–Subcetate. Prüfen Sie die konkrete Verbindung für Ihren Reisetag, wenn Sie Ihre Anreise planen.
Für einen größeren historischen Zusammenhang führt die Route der römischen Kastelle von Ulpia Traiana Sarmizegetusa zu den Ruinen der romano-byzantinischen Festung Sucidava und umfasst über 1.500 Kilometer. Sarmizegetusa ist außerdem ein historischer Halt auf dieser Route. Ihr Maßstab unterscheidet sich deutlich von den örtlichen Themen im Dorf, im Museum und am Amphitheater. Bei der Wahl einer Unterkunft können Sie deshalb überlegen, ob Ihr Aufenthalt vor allem den archäologischen Sehenswürdigkeiten vor Ort gilt oder ob Sie Sarmizegetusa als Teil dieser weiträumigen historischen Route einordnen möchten.
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