Die Geschichte Pădurenis lässt sich über archäologische Fundplätze, Geländeformen und Ortsnamen erschließen. Bei Pădureni – Pusta Mică stehen Funde aus der Bronzezeit und der dakisch-römischen Zeit im Mittelpunkt; andere Fundorte sind durch ihre Lage am Timiş, an ehemaligen Flussarmen oder an einer Waldgrenze geprägt. Dazu kommen der historische Siedlungsname Lighed und eine Stelle südlich des Dorfes, an der sich ein kleiner mittelalterlicher Sakralbau befand. Für Ihre thematische Einordnung lassen sich damit drei Fragen unterscheiden: Welche Funde und Befestigungen interessieren Sie, wie liegen die Fundorte in Fluss- und Waldlandschaft, und welche Spuren bewahren die Ortsnamen?
Pusta Mică: Funde und befestigter Tell
Am archäologischen Fundplatz Pădureni – Pusta Mică wurde sehr reichhaltiges Material aus der Bronzezeit und der dakisch-römischen Zeit entdeckt, das um einen befestigten Tell angeordnet ist. Den Tell umgibt mindestens ein kreisförmiger Wehrgraben. So kommen an diesem Fundplatz zeitliche Einordnung und bauliche Form zusammen: Die Funde stammen aus zwei verschiedenen Epochen, während der Graben die defensive Anlage beschreibt. Pusta Mică liegt in der Câmpia Timişului, einer Untereinheit der Câmpia de Vest, auf einem Flussrücken, der etwa einen Meter höher liegt als die umgebende Landschaft. Damit gehört neben den historischen Zeitstellungen auch die Lage in der Ebene zum Bild des Fundplatzes.
Fundorte im Fluss- und Waldraum
Der Abschnitt des Erdwalls „Valul de pământ de la Pădureni - Valul roman II/ Iarc“ liegt außerhalb des Dorfes, nördlich davon, am linken Hang eines kleinen Seitenarms des Timiş. Beim Fundplatz Pădureni – Mlaca Sud ist dagegen ein höherer Flussrücken zwischen ehemaligen Seitenarmen des Timiş prägend. Der Vergleich zeigt zwei unterschiedliche Geländeformen im selben Flussraum: den Hang an einem Seitenarm und den Rücken zwischen früheren Flussläufen. So lässt sich die Lage der beiden Plätze nicht auf den gemeinsamen Bezug zum Timiş reduzieren.
Der Fundplatz Pădureni – Pădurea Unip ergänzt diese Orientierung um eine Waldgrenze. Er liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Pădureni am Südufer des Timiş, an der Grenze zwischen Pădurea Unip und Pădurea Lighed. Entfernung und Himmelsrichtung verorten den Platz relativ zum Dorf; Uferlage und Waldgrenze bilden weitere Bezugspunkte. Während bei anderen Fundorten Flussrücken oder ein Seitenarmhang prägend sind, kommt hier die Lage zwischen zwei benannten Wäldern hinzu.
Name und Ortsgeschichte
Der historische Name der Siedlung Pădureni war Lighed; im Alt-Türkischen bedeutet „lighet“ „Wald“. Diese sprachgeschichtliche Spur ergänzt die Fundgeschichte um eine andere Perspektive auf den Ort. Etwa einen Kilometer südlich von Pădureni, in Richtung Jebel, befand sich an der Stelle Movila Hârţului oder Movila Bisericuţa ein kleiner mittelalterlicher Sakralbau. Die beiden Bezeichnungen beziehen sich auf dieselbe Stelle. Damit stehen unterschiedliche historische Bezüge nebeneinander: Funde aus der Bronzezeit und der dakisch-römischen Zeit bei Pusta Mică, ein mittelalterlicher Sakralbau südlich des Dorfes und der überlieferte frühere Siedlungsname Lighed.
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