Zwischen Aare und dem steilen Westhang des Chestenbergs liegt Holderbank, auf halbem Weg zwischen Lenzburg und Brugg. Hier treffen Flusslandschaft, ein fossilreicher Steinbruch und Bauzeugnisse aus mehreren Jahrhunderten aufeinander. Wer einen Aufenthalt plant, kann den Schwerpunkt auf Natur und Geologie, Wege am Wasser und am Chestenberg oder auf die Geschichte des Dorfes legen.
Lage und Landschaft
Holderbank liegt im Bezirk Lenzburg an der Aare. Das Gemeindegebiet erstreckt sich zwischen dem Fluss und dem steilen Westhang des Chestenbergs. Wälder, Felshänge, Kiesgruben und die Flusslandschaft gehören zur Umgebung. Die Höhen reichen von 348 Metern an der Aare bis zu 647 Metern an der höchsten Erhebung. Fluss und Hang geben der Landschaft damit zwei unterschiedliche Seiten.
Schümel: Natur und Geologie
Im alten Steinbruch Schümel finden sich seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere. Die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt verändert sich saisonal; der ökologische Wert des Areals bleibt dennoch dauerhaft. Auch geologisch ist der Steinbruch bemerkenswert: Er gilt als geologisches Denkmal und ist für seinen Fossilreichtum bekannt. Natur und Erdgeschichte sind hier zwei eng verbundene Themen.
Das Gebiet kann auf einem Weg von Norden nach Süden und ebenso in der Gegenrichtung durchquert werden. Ein Zugang ist auch über den Wanderweg von Schloss Wildegg zum Chärnenberg möglich. Da sich Wegbedingungen und Zugang ändern können, prüfen Sie die Besuchsmöglichkeiten vorab.
Gesteine aus der Schweiz entdecken
Der Gesteinspfad in Holderbank ergänzt das geologische Thema mit einem Überblick über Gesteinstypen aus verschiedenen Teilen der Schweiz. An 27 Exponaten reicht die Auswahl vom Jura bis ins Tessin. Der Holcim-Gesteinspfad ist mehr als einen Kilometer lang und frei zugänglich. Die Anordnung der Exponate kann sich ändern.
Am Fluss und auf dem Chestenberg
Wege führen entlang der Aare und über den Grat des Chestenbergs. Das Wanderwegnetz am Chestenberg eröffnet Ausblicke auf das Mittelland, das Aaretal und das Schenkenbergertal. Am Fluss nutzen Spaziergänger den Aaredamm; gefischt wird sowohl vom Ufer als auch von Booten aus. So stehen Uferwege und Höhenwege für unterschiedliche Landschaftseindrücke, während die Aare zugleich ein Ort für Spaziergänge und Fischerei ist.
Dorfgeschichte und historische Bauten
Holderbank wurde 1259 erstmals unter dem Namen „Halderwang“ erwähnt. Der Hof war ein Lehen der elsässischen Fürstabtei Murbach; 1291 kaufte König Rudolf I. von Habsburg ihn dem Kloster ab. 1415 kam Holderbank unter bernische Herrschaft, seit 1803 gehört es zum Kanton Aargau. Die Abfolge macht den Wandel der politischen Zugehörigkeit über mehrere Jahrhunderte nachvollziehbar.
Die Kirche Holderbank wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von den Schlossherren von Wildegg, der Familie Effinger, gestiftet und anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet. Baumeister war Samuel Jenner (1653–1720) aus Bern. Seit 1960 steht die Kirche unter kantonalem Denkmalschutz. Im Kirchhof nördlich der Kirche umfasst die Gruppe der Grabdenkmäler der Familie von Effinger insgesamt vier Denkmäler.
Das Hochstudhaus an der Hausmattenstrasse 1 stammt aus dem Jahr 1634 und gilt als ältestes Gebäude Holderbanks. Im alten Dorfkern ist es der einzige Vertreter dieses Bautyps und nimmt eine hervorgehobene Stellung ein. Auch das Pfarrhaus an der Effingerstrasse 1 verweist auf die frühere Verbindung mit Schloss Wildegg: Es war früher ein Meierhaus des Schlosses.
Anreise zum Schümel
Holderbank verfügt über eine SBB-Haltestelle mit Verbindungen nach Aarau und Brugg. Von der Haltestelle Holderbank sind es zu Fuß sieben Minuten bis zum Ausgangspunkt des Schümel-Besuchs; vom Parkplatz unterhalb des Schümel dauert es drei Minuten. Die beiden Gehzeiten beziehen sich auf unterschiedliche Startpunkte und helfen, die Anreiseoptionen zu vergleichen. Prüfen Sie vor der Anreise den Fahrplan und die aktuelle Parkplatzsituation.
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