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Eine Besonderheit Zofingens ist seine planvoll angelegte Altstadt: Sie gilt als typische Frohburger Anlage und hat ihren historischen Charakter gut bewahrt. Ihr Grundriss bildet ein unregelmäßiges Rechteck von rund 470 Metern Länge und maximal 225 Metern Breite. Am nach ihm benannten Brunnen und Platz steht das Standbild des Schultheißen Niklaus Thut. Diese Details geben der Stadtgeschichte konkrete Bezugspunkte – von der Anlage des Stadtkerns bis zu einer Person, die im Stadtbild sichtbar bleibt.

Römische Spuren und lange Baugeschichte

Die römischen Mosaiken in Zofingen sind restaurierte Mosaikböden eines Gutshofes aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus. Sie können frei besichtigt werden; klären Sie vor einem Besuch die örtlichen Bedingungen. Zum selben Gutshof gehörte ein Herrenhaus, das über 100 Meter lang war. Damit war es das größte unter rund 200 römischen Gutshöfen im Kanton Aargau – ein Maßstab, der die Anlage in einen größeren Zusammenhang rückt.

Auch die Stadt- und ehemalige Stiftskirche St. Mauritius verbindet unterschiedliche Zeitschichten. Ihre ältesten Grundmauern werden auf die Zeit um 600 nach Christus datiert, während die dreischiffige Grundgestaltung aus dem 11. Jahrhundert stammt. Der Turm ist über 60 Meter hoch; die Kirche gilt als Wahrzeichen Zofingens. Teile der Stadtmauer sind bis heute sichtbar. Die Ringmauern entstanden vermutlich im 13. Jahrhundert. In der Letzigasse lassen sich Mauerteile an der Rückseite eines Fachwerkhauses sehen, das früher als Scheune genutzt wurde.

Weitere Bauwerke führen durch spätere Jahrhunderte: Das Rathaus entstand von 1792 bis 1795 im Übergang vom späten Rokoko zum Klassizismus. Der Stiftsturm wurde 1595 errichtet und gehörte zu den Gebäuden des Chorherrenstifts. Sein Glockenspiel kann über eine Abspielautomatik mehrere hundert Volkslieder und Bearbeitungen klassischer Musikstücke spielen. Der Pulverturm stammt aus den Jahren 1361 bis 1363 und ist ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung. Die Markthalle wiederum ist ein Barockgebäude von 1726; am St. Urbanhof treffen barocke Fenster auf mittelalterliche Bausubstanz.

Grünräume, Tiere und Ausblicke

Eine andere Seite Zofingens erschließt sich im Wildpark. In einer naturnahen Anlage mit altem Baumbestand und einem Bächlein leben Rot-, Dam-, Axis- und Sikahirsche sowie Wildschweine, Puten und Hühner. Der Tierbestand kann sich ändern. Gut begehbare Spazierwege verbinden den Wildpark mit dem Heiternplatz, dem nahegelegenen Wald und den umliegenden Feldern. So lassen sich mehrere unterschiedliche Landschaftsbilder in den Blick nehmen, ohne sie zu einem einzigen Parkgelände zusammenzufassen.

Der Heiternplatz besitzt ein Lindengeviert, das 1745 als Exerzierplatz angelegt wurde. Von dort reicht der Blick auf die Zofinger Altstadt und die Alpen. Auch der Obstsortengarten setzt einen eigenen Akzent: Auf etwa neun Hektaren stehen rund 800 Hochstamm-Obstbäume; bislang wurden 441 verschiedene Obstsorten bestimmt. Diese Bestandszahlen können sich mit der Entwicklung des Gartens und der weiteren Erfassung verändern.

Museum, Kunst und lokale Termine

Das Museum Zofingen ist das älteste Museum im Kanton Aargau und umfasst eine historische sowie eine naturhistorische Abteilung. Zur historischen Sammlung gehören Archäologie, das Ringiermuseum, das Zofingiamuseum, das Monetarium, Filme und Grabfunde aus der Stadtkirche. Etwa einmal im Monat bietet das Museum Familiennachmittage an, bei denen sich die Sammlungen spielerisch erkunden lassen. Die Termine können sich ändern; prüfen Sie deshalb vorab das aktuelle Programm.

Im Kunsthaus Zofingen stehen jährlich vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst auf dem Programm. Gezeigt werden unter anderem Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installationen, neue Medien und Performances; das Ausstellungsprogramm kann wechseln. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei, rollstuhlgängig und mit dem Aufzug erreichbar, die Toiletten behindertengerecht eingerichtet. Eine mobile Rampe wird bei Bedarf aufgebaut. Wenn diese Vorkehrungen für Ihren Besuch entscheidend sind, stimmen Sie die nötigen Arrangements vorher ab.

Zu den wiederkehrenden Anlässen gehören unterschiedliche Formate: New Orleans Meets Zofingen findet seit 1997 jedes Jahr am Montag vor dem traditionellen Zofinger Kinderfest und den Sommerferien in der Altstadt statt. Auf zwei Bühnen gibt es Jazz und Blues aus dem Süden der Vereinigten Staaten sowie ein kulinarisches Angebot. Die Tradition des Kinderfests reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück; seine heutige Form besteht seit 1810. Dazu gehören ein Umzug durch die Stadt und anschließende Aktivitäten auf dem Heitern.

Der Heiternplatz ist auch Schauplatz des Heitere Open Air, das seit 1991 jedes Jahr stattfindet und seit 1998 ein dreitägiges Festival ist. Während der Festivalwoche gibt es bereits vor dem eigentlichen Open Air mehrere Konzerte und weitere Veranstaltungen auf dem Zofinger Hausberg. Für konkrete Besuchstermine empfiehlt es sich, die aktuellen Veranstaltungsdaten zu prüfen.

Für einen Eindruck vom lokalen Alltag bietet der Wochenmarkt regionale Produkte: Er findet dienstags und samstags von 7 bis 11 Uhr statt, darunter frisches Gemüse, Fisch und Käse. Am zweiten Donnerstag des Monats gibt es außerdem einen Warenmarkt. Da sich Markttermine ändern können, prüfen Sie die Zeiten am besten vor Ihrer Planung.

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