Zum Inhalt

Krauchthal zeigt, wie Sandstein Landschaft und Ortsgeschichte prägt: Das Museum Krauchthal bietet Führungen im Museum und auf dem Sandsteinpfad sowie kombinierte Besichtigungen beider Orte. Im Naturschutzgebiet Chrüzflue–Brächerflue begegnet das Thema zudem in einer markanten Felsenlandschaft. Kirche und Thorberg ergänzen diesen Blick um unterschiedliche historische Epochen.

Eine Gemeinde mit unterschiedlichen Landschaftsräumen

Krauchthal ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kantons Bern. Sie umfasst die Ortschaften Krauchthal mit Hub und Dieterswald sowie Hettiswil mit Grauenstein und Hängelen. Die Gemeinde liegt im voralpinen Gebiet im Tal des Krauchtalbachs und erschließt das Emmental von Norden. Krauchthal und Hub liegen in einem engen, ost-westlich ausgerichteten Tal; Dieterswald liegt auf einem leicht abfallenden Plateau. Hettiswil befindet sich nördlich in mäßig hügeligem Gelände, mit freier Sicht über das bernische Mittelland bis zum Jurasüdfuß. Krauchthal liegt ziemlich genau zwischen den Städten Bern und Burgdorf.

Am Rand der Ortschaft Krauchthal liegt das Naturschutzgebiet Chrüzflue–Brächerflue. Molassefelsen werden von einem Föhrenwald eingerahmt; zum Gebiet gehören artenreicher Trockenrasen und eine vielfältige Insektenfauna. Für Felsenbrüter bietet es ein besonders geeignetes, ungestörtes Habitat. Der als Kreuzfluh bezeichnete Sandsteinfelsen erhebt sich gut hundert Meter über den Talboden. Vom 1929 erbauten Pavillon reicht der Blick über das Dorf und in die Täler, über das Mittelland in Richtung Jura.

Sandsteinpfad und Wanderwege

Ein 2,5 Kilometer langer Wanderweg verläuft im Naturschutzgebiet Chrüzflue–Brächerflue. Zu seinen Attraktionen zählt ein steinernes Gästebuch, das mit originalem Steinmetzwerkzeug gestaltet wurde. Wer sich für Sandstein interessiert, kann das Thema also sowohl im Museum als auch auf dem Weg aufgreifen; das Museum bietet Führungen an beiden Orten und kombinierte Besichtigungen an.

Eine weitere Museumsführung trägt den chronologisch aufgebauten Titel «Wie aus einem Kloster ein Zuchthaus wurde». Sie ergänzt die Sandsteinangebote um die Geschichte des Ortes. Auch beim Thorberg-Trail gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Der Haupttrail ist 13 Kilometer lang und weist 500 Höhenmeter auf; der Kurztrail umfasst 5 Kilometer und 150 Höhenmeter. Daneben gibt es einen Walktrail. Haupt- und Kurztrail lassen sich anhand ihrer angegebenen Länge und Höhenmeter vergleichen, ohne die Strecken gleichzusetzen.

Kirche und Thorberg: Baukunst und Geschichte

Die Kirche Krauchthal wurde 1793/94 unter der Leitung von Ludwig Emanuel Zehender als spätbarocke Kirche errichtet und wird von zwei Holzlauben eingefasst. An der Westfassade steht zentral ein dreigeschossiger Turm, flankiert von zweigeschossigen Holzlauben aus dem Jahr 1797. Taufstein, Wandgestühl und Orgelempore stammen aus der Bauzeit der Kirche.

Der Thorberg-Komplex geht auf eine Burg zurück, die vor rund tausend Jahren von den Rittern von Thorberg errichtet wurde. 1397 vermachte das letzte Mitglied der Familie von Thorberg seinen Besitz dem Kartäuserorden. Bis zum Untergang des Alten Bern im Jahr 1798 diente der Thorberg als Landvogtsitz. Diese Stationen geben der Geschichte des Komplexes einen zeitlichen Rahmen, der von der mittelalterlichen Burg bis zum Ende der bernischen Landvogtei reicht.

Hettiswiler Ortsgeschichte

Das Lindenzytli ist das Wahrzeichen des Dorfes Hettiswil. Die originale Lindenzytli-Glocke ist im Schulhaus Hettiswil ausgestellt; wenn Sie sie gezielt sehen möchten, prüfen Sie vor einer Anreise die aktuelle Ausstellungssituation. Die Glocke wiegt 55 Kilogramm und trägt in gotischen Lettern die Inschrift «AVE MARIA GRATIA PLENA». So verbindet das markante Gewicht ein konkretes Objekt mit seiner überlieferten Beschriftung.

Unweit des Lindenzytli befand sich auf dem Gebiet der Öle von 1107 bis 1529 das Cluniazenserpriorat Hettiswil. Auch das Wybermahl gehört zu den örtlichen Themen: Es findet alle zwei Jahre statt, der Zutritt ist Hettiswiler Frauen vorbehalten. Wenn Sie das Ereignis in Ihre Reiseplanung einbeziehen möchten, prüfen Sie den aktuellen Veranstaltungstermin.

Anreise und Planung

Das Museum Krauchthal ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Bei der Anreise mit dem Auto stehen beim Schulhaus Krauchthal genügend Parkplätze zur Verfügung. Im veröffentlichten Routenvorschlag «Emmentaler Sandmonumente» führt die Busanreise nach Krauchthal über Bolligen und Bern; prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Verbindungen.

Für die Planung können Sie die Museumsangebote, die Wanderwege und die historischen Themen getrennt betrachten oder dort verbinden, wo eine kombinierte Museumsbesichtigung angeboten wird. Die Angaben zu Haupt- und Kurztrail machen Länge und Höhenmeter vergleichbar; für den Sandsteinpfad ist eine Länge von 2,5 Kilometern genannt.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Weitere Reiseziele

Weitere Reiseziele entdecken: Kaltacker, Burgdorf, Lyssach, Oberburg, Hasle Bei Burgdorf

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Burgdorf.