Die Rosenlaui-Gletscherschlucht lässt sich mit etwa 45 Minuten Besichtigungszeit anders planen als eine rund fünfstündige Rundwanderung. Hinzu kommen kürzere Wege, Kulturspaziergänge und Kletterthemen. Wer Schattenhalb als Reiseziel auswählt, kann die Tage nach Gehzeit und Interessenschwerpunkt gestalten.
Gletscherschlucht und Wanderwege
Durch die Rosenlaui-Gletscherschlucht führt ein gesicherter, etwa 1,2 Kilometer langer Weg: Er verläuft durch Tunnel, über mehr als 200 Stufen und durch Bergwald. Für die Besichtigung sollten Sie etwa 45 Minuten einplanen. Die Schlucht eignet sich für Familien, die gern in unberührter Natur wandern. Am Ausgang liegt ein Rastplatz, nahe dem Eingang der Grillplatz Broch. Hunde dürfen die Schlucht begleiten. Im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn müssen sie zum Schutz der Wildtiere im gesamten Gebiet an der Leine geführt werden.
Die Rosenlaui-Wanderung hat ein anderes Profil: Ein abschüssiger Abschnitt ist mit Seilen gesichert und wird nur geübten Wanderern empfohlen. Für die Anreise führt die Verbindung mit der Bahn bis Meiringen und anschliessend per Postauto zum Hotel Rosenlaui; zurück fährt ein Postauto von Kaltenbrunnen-Säge nach Meiringen. Prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Reisetag. In der Sommersaison verkehren Postautos von Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald. Auch im Winter verkehren Postautos, wenn die Schneeverhältnisse gut und der Schlittelweg geeignet sind.
Der kurze Rundweg über Willigen, Reichenbachfall, Geissholz, Lammi und die Aareschlucht dauert ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden. Mehr Zeit beansprucht der Rundweg Zwirgi–Isetwald–Seilialp: Er ist 15,1 Kilometer lang, dauert etwa fünf Stunden und beginnt und endet mit dem Postauto in Zwirgi. Wetter- und Wegbedingungen können die Routenangaben beeinflussen. Eine Wanderung im Reichenbachtal führt an Wasserfällen vorbei und bietet Ausblicke auf Berggipfel.
Landschaft und Natur
Das Chaltenbrunnen-Hochmoor gilt als Europas höchstgelegenes Hochmoor; dort wurde nie Torf abgebaut. Der Chaltenbrunnen-Hochmoorweg führt durch das Moor und quert ein Naturschutzgebiet. Die rund 30 Hektar grosse Alp Isetwald in der Gemeinde Schattenhalb liegt wie eine Terrasse hoch über dem Talboden von Meiringen. Auf den Weiden finden sich Trockensteinmauern, weisses Wollgras und ausgeprägte Karstformen.
Im Landschaftsbild des Reichenbachtals prägen blumenreiche Wiesen, mächtige Bergahorne und zahlreiche Trockenmauern die Umgebung. Im Hintergrund erheben sich Wellhorn und Wetterhorn mit ihren fast senkrechten Nordwänden; die Sicht auf die Berge hängt vom Wetter ab. Die Wälder von Schattenhalb dienen als Grünzonen und Erholungsgebiete für den Tourismus. Das Naturschutzgebiet Alp Kaltenbrunnen–Turen gehört zum Wandergebiet von Schattenhalb. Klären Sie den Zugang vor Ort, bevor Sie dort einen Besuch einplanen.
Kulturwege und historische Spuren
Bei Tannenhubel ist ein auf 1600 datiertes Runensymbol in eine Granitwand eingeritzt. Schattenhalb besitzt viele alte Holzbauten; das älteste Haus der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1605. Der Kulturführer Schattenhalb stellt in drei Rundgängen 28 sehenswerte Objekte vor. Der Kultur-Rundgang durch Willigen beginnt an der Station der Reichenbachbahn. Entlang des Rundwegs durch Willigen können Gebäude aus mehr als vier Jahrhunderten besichtigt werden; die Zugänglichkeit einzelner Objekte kann sich ändern.
Die traditionellen Häuser am Willigen-Weg entsprechen dem typischen Bautyp des Berner Oberlands: Sie haben ein massives Erdgeschoss und zwei darüberliegende Holzgeschosse. So lässt sich der Rundgang auch mit einem Blick auf die Bauweise verbinden, die den Ort prägt. Für eine konkrete Wegwahl stehen daneben Dauer und Verlauf des Rundwegs im Vordergrund: Er führt über Willigen, Reichenbachfall, Geissholz, Lammi und die Aareschlucht und dauert ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden.
Der alte Scheideggweg war einst eine bedeutende Handelsroute zwischen Grindelwald und Meiringen. Später gewann er durch die Beliebtheit des Heilbads Rosenlaui und der Oberland-Rundreise über Kleine und Grosse Scheidegg touristische Bedeutung. Das Heilbad Rosenlaui wurde 1771 entdeckt; dort entwickelte sich der Kurbetrieb, bis ein Erdrutsch das Bad kurz vor dem Ersten Weltkrieg zerstörte. Der Bau der Brünigbahn 1888 unterstützte den aufkommenden Tourismus in Schattenhalb. Viele Einwohner arbeiteten anschliessend als Bergführer, Kutscher und Träger. Die Reichenbachbahn ist 714 Meter lang und wurde am 8. Juni 1899 eröffnet.
Klettern an den Engelhörnern
Die Engelhörner sind die Hausberge der Gemeinde Schattenhalb. Im vergangenen Jahrhundert gehörten sie zu den berühmtesten Kletterbergen der Schweiz und werden auch heute noch häufig zum Klettern begangen. Für Klettertouren empfiehlt die Gemeinde Bergführer aus Schattenhalb, die dem Bergführerverein SAC Haslital angehören. Tourenbedingungen und Verfügbarkeit von Bergführern können variieren; bestätigen Sie die Verfügbarkeit vor einer Buchung.
Weitere Reiseziele entdecken: Gadmen, Hasliberg, Unterbäch, Guttannen, Innertkirchen, Hohfluh, Meiringen, Reuti
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