In Sant'antonio (Carena) lässt sich die Geschichte der Eisenverarbeitung an mehreren Orten nachvollziehen: am erhaltenen Eisenwerkshaus Cà dal Fer, am Komplex Maglio e Forno und in den Minen der Valletta. Der Via del Ferro greift das Thema als Weg auf. Oratorium, Erinnerungszeichen und Routen ins alpine Gelände ergänzen die Auswahl für einen Aufenthalt.
Eisenwerk und Bergbaugeschichte
Das frühere Eisenwerkshaus Cà dal Fer ist in Carena erhalten. Giovanni Bruni und seine Geschäftspartner errichteten es 1792/93. Es diente als Herrenhaus, in dem sich die Büros des Eisenwerks befanden. Der vorindustrielle Komplex Maglio e Forno umfasste weit mehr als einen Ofen: Dazu gehörten ein Hammer, Unterkünfte für Arbeiter, Kohlelager, Schmieden und Räume zur Metallverarbeitung.
Die Geschichte der Verarbeitung reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert: Bei Corte del forno verarbeitete das Unternehmen der Muggiasca Eisenerz. Die Minen der Valletta wurden nachweislich vom Mittelalter bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigte der Betrieb des Maglio 80 bis 100 Arbeiter; 1813 war der Ofen des Eisenwerks der einzige seiner Art im Tessin.
Die Ruinen von Maglio e Forno wurden ausgegraben, konsolidiert und restauriert. Dabei kamen 1999 der alte Ofen und weitere Überreste ans Licht. Miniera del Pozzo und Miniera Diritta wurden zwischen 2006 und 2007 wieder geöffnet, gesichert und aufgewertet. Geführte Besichtigungen am Komplex werden grundsätzlich im Jahresverlauf organisiert; konkrete Termine und Buchungsmodalitäten können variieren. Die Innenräume der Minen der Valletta sind auf dem Via del Ferro nur im Rahmen einer geführten Tour zugänglich. Stimmen Sie Termine und Besuchsarrangements daher vorab ab.
Via del Ferro und Wege durch die Landschaft
Die Piazza della Via del Ferro in Carena gilt als Ausgangspunkt des Via del Ferro; dort befindet sich auch dessen erste thematische Informationstafel. Eine Bronzestatue auf dem Platz stellt die frühere Arbeit der Männer und Frauen dar, die im oberen Tal Eisenerz abbauten und verarbeiteten. Die Informationen zum Via del Ferro weisen über die Bocchetta di Sommafiume in Richtung der italienischen Täler Cavargna und Albano. Das Gelände von Corte del forno wird zudem von der antiken Saumstraße nach San Jorio durchquert.
Der Via del Ferro führt durch die alpine Umgebung der Alpe Giumello und einen seltenen Bergföhrenwald, bevor er das Waldgebiet von Giggio erreicht. Auf der Alpe Giumello produziert die Käserei den Käse Giumello DOP. Besuche dort können mit der Azienda Agraria Cantonale di Mezzana vereinbart werden; der saisonale Zugang reicht von Mitte Juni bis Mitte September. Klären Sie Ihren Besuch vorab mit der Azienda ab.
Auch die Routen rund um Carena unterscheiden sich in ihrem Verlauf. Carena ist mit 958 Metern über Meer der Endpunkt einer E-Bike-Tour durch das Val Morobbia. Bei Valle Morobbia Bike verlässt die Route nahe Carena die asphaltierte Straße und führt auf einem Singletrail durch einen Kastanienhain zu den Monti Paudo. Eine weitere Themenroute des ForTI-Projekts beginnt in Carena und führt entlang militärischer Bauten und Befestigungen aus dem Ersten Weltkrieg in Richtung San Jorio und zur Gesero-Hütte. Die Routen unterscheiden sich in Wegthema und Untergrund.
Oratorium und Erinnerungsspuren
Das Oratorio di San Bernardino in Carena ist ein kleiner rechteckiger Bau mit kreuzgratgewölbtem Chor und einem Glockenturm an der Hauptfassade. Der Stuckaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zum Oratorium gehört außerdem ein Kreuzweg aus 14 Holztafeln, gestiftet vom Künstler Gottfried Müller. Architektur, Altar und Tafeln setzen damit einen anderen Akzent als die Zeugnisse der früheren Eisenverarbeitung.
Auch die Militärpräsenz im Val Morobbia hinterließ Spuren an den Häusern in Carena: Gedenktafeln und Fresken erinnern daran. Der Künstler Carlo Campelli schuf hier zwischen 1939 und 1945 drei Fresken und sechzehn Gedenktafeln. Zusammen mit den industriellen Schauplätzen bietet dieser Teil der Ortsgeschichte einen eigenen Zugang zum kulturellen Charakter von Carena.
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