Corippo liegt im Verzascatal im Kanton Tessin und im Bezirk Locarno. Der Höhenbereich des Ortes reicht von 416 bis 2.065 Metern über dem Meeresspiegel. Im Dorf treffen religiöse Kunst, frühere Alltagsorte und Wege in die Naturlandschaft aufeinander. Für die Planung ist es hilfreich, die Stationen zu unterscheiden: Der Infopoint in der Dorfpiazzetta führt in Siedlung und Landschaft ein und ist zugleich der Ausgangspunkt des ethnografischen Rundgangs. Von der Postautohaltestelle zur Piazzetta dauert der Fußweg etwa 15 Minuten.
Dorfplatz, Kirche und Kunstwerke
Der monumentale Dorfplatz wird von der Kirche mit ihrem nahen Glockenturm, der Schule, dem Pfarrhaus und dem Beinhaus mit ehemaligem Gemeindeamt eingefasst. Am Pfarrhaus ist das Wappen des Kaplans Albrizzi von 1672 aufgemalt. Im charakteristischen Ortskern stehen einfache Steinhäuser mit dicken Mauern aus unbearbeiteten Steinen und steinernen Satteldächern. An einigen Häusern sind religiöse Fresken oder Spuren davon erhalten.
Die Kirche Beata Vergine del Carmelo wurde 1614 geweiht. In ihrem Inneren ist ein Fragment eines Letzten Abendmahls erhalten, das bereits 1703 erwähnt wurde. Eine weitere markante Station ist die Cappella della Crosetta am Haupteingang von Corippo. Sie weist die reichste architektonische Gestaltung und die umfangreichsten Malereien des Ortes auf: Zu sehen sind eine Pietà, der heilige Johannes der Täufer, ein nicht identifizierter Heiliger, der heilige Petrus mit den Schlüsseln und der heilige Josef. An der Decke ist der Ewige Vater dargestellt.
Zur Weihnachtszeit schmückt seit vielen Jahren eine große Krippe die Kirche und füllt die dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kapelle vollständig aus. Wenn Sie die Krippe einplanen möchten, prüfen Sie die Präsentationstermine vorab. Das dem Oratorio dei Novei geweihte Oratorium ist meist geschlossen. In den Tagen vor dem Patronatsfest ist es Ziel einer Wallfahrt; das Fest wird gewöhnlich am dritten Sonntag im Juli gefeiert.
Rundgang und Landschaft
Eine etwa 30-minütige Abzweigung auf dem Rundgang bei Corippo bietet ein weites Panorama des künstlichen Stausees. Bei sehr niedrigem Wasserstand können dort die frühere Straße durch das Verzascatal und Überreste einiger tiefer gelegener Ortsteile von Vogorno sichtbar werden. Diese Ortsteile wurden 1965 beim Füllen des Stausees überflutet. Der Blick auf den See verbindet so die Landschaft mit ihrer Veränderung durch den Stausee, ohne dass die Spuren bei jedem Wasserstand sichtbar sind.
Auch die Terrassen erzählen von der Nutzung des Hangs: Sie ermöglichten Felder auf einem Gelände, das sonst für den Anbau ungeeignet war. Auf einigen restaurierten Terrassen wurden etwa zehn Obstbäume gepflanzt. Unterhalb der Straße am Hang ist zudem eine Kastanienselve wiederhergestellt worden; dafür entfernte man das Unterholz und beschnitt die Kastanienbäume. Die Landschaft lässt sich hier über verschiedene Formen ihrer Bearbeitung erschließen, vom terrassierten Feld bis zum Kastanienbestand.
Kastanien spielten früher eine zentrale Rolle in der Ernährung Corippos. Zur Haltbarmachung wurden sie in sogenannten Graa getrocknet: Dafür unterhielt man über mehrere Wochen ein Feuer. Zu den weiteren Zeugnissen früherer Arbeit gehören zwei ehemalige Öfen. Einer wurde in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt; ungewöhnlicherweise ist seine Öffnung durch das Dach geschützt.
Wanderwege und Mühle
Von Corippo beginnen zahlreiche Wanderwege, darunter auch Routen für vergleichsweise einfache Ausflüge. Die Wege eröffnen eine andere Perspektive als die Stationen im Dorfkern; welche Route passt, hängt davon ab, ob Sie den Rundgang, die Landschaft oder längere Bewegung draußen in den Mittelpunkt stellen möchten. Bedingungen können sich ändern, prüfen Sie deshalb die Wegverhältnisse vor dem Aufbruch.
Weiter oben liegt die Mühle von Corippo. Sie wurde restauriert und ist betriebsfähig; an mehreren Tagen im Jahr wird sie zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen. Die Termine können variieren. Wenn Sie eine Vorführung einplanen möchten, erkundigen Sie sich vor dem Besuch nach dem Termin und bestätigen Sie den Zugang zur Mühle.
Anreise und Unterkunftssuche
Für die Anreise wird die Postautohaltestelle „Bivio di Corippo“ empfohlen. In Corippo stehen etwa 15 Parkplätze zur Verfügung; die Zufahrt für Wohnmobile ist verboten. Prüfen Sie diese praktischen Angaben vor der Reise noch einmal. Wer eine Ferienwohnung für einen Aufenthalt in Corippo sucht, kann die Anreise mit den geplanten Schwerpunkten abgleichen: Dorfplatz und Kirche, ethnografischer Rundgang oder Wege in die Landschaft.
Weitere Reiseziele entdecken: Lavertezzo, Cavigliano, San Nazzaro, Mergoscia, Frasco, Contone, Brione Sopra Minusio, Muralto
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Locarno.