Chevroux liegt am Südufer des Neuenburgersees. Der Sentier didactique de Chevroux ermöglicht die Erkundung der Naturschutzreserve Grande Cariçaie und vermittelt zugleich Aspekte der älteren und jüngeren Geschichte des Ortes. Auf diesem Weg begegnen sich Naturraum und Ortsgeschichte. Prähistorische Seeufersiedlungen sowie die reformierte Kirche ergänzen das Spektrum um Archäologie und Baugeschichte.
Lehrpfad und Naturerkundung
Der Sentier verläuft in zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten: Vom Ostende bis zur Schutzhütte von Chevroux sind es etwa 1,3 km; anschließend führt die Strecke von der Schutzhütte bis zum Fußballplatz von Chevroux über etwa 800 m. Die Schutzhütte ist damit Endpunkt des ersten und Ausgangspunkt des zweiten Abschnitts. Der erste Teil ist länger, der zweite kürzer. An jeder Informationstafel befinden sich QR-Codes, über die Smartphone-Nutzer zusätzliche Informationen erhalten. Der Sentier verbindet damit die Erkundung der Grande Cariçaie mit Themen der älteren und jüngeren Ortsgeschichte.
Pfahlbauten und archäologische Zeitspuren
Chevroux–Village umfasst zwei aufeinanderfolgende Siedlungsphasen aus dem späten Neolithikum und gilt als eine der am besten erhaltenen prähistorischen Seeufersiedlungsstätten im Gemeindegebiet. Bei Chevroux–La Bessime sind archäologische Überreste seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Festland erhalten. Die Fundstelle liegt am Rand des Waldes und des Ufermoors in einem geschützten Naturgebiet. Dort sind zwei aufeinanderfolgende Siedlungsphasen des mittleren Neolithikums sowie eine spätere Phase aus der späten Bronzezeit nachgewiesen. Zeitlich unterscheiden sich die beiden Orte deutlich: Chevroux–Village steht für das späte Neolithikum, La Bessime umfasst mittlere neolithische Phasen und eine spätere aus der späten Bronzezeit. Im Uferbereich von Chevroux liegen mindestens dreizehn prähistorische Seeufersiedlungsstellen auf einer Strecke von mehr als fünf Kilometern. Zwei der Pfahlbauten von Chevroux gehören seit 2011 zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Zu den Funden aus der Stein- und Bronzezeit zählen Feuersteindolche, Steinäxte und geschäftete Sägen.
Reformierte Kirche und Baugeschichte
Die reformierte Kirche von Chevroux ist als historisches Denkmal geschützt und war früher Saint-Jean-Baptiste geweiht. Eine im 15. Jahrhundert errichtete Kapelle, ebenfalls Johannes dem Täufer geweiht, wurde zum Chor der heutigen Kirche. Das Kirchenschiff wurde 1678 erbaut und 1788 wiederaufgebaut oder restauriert. So lassen sich am Gebäude verschiedene Bauphasen unterscheiden: Der Chor geht auf die ältere Kapelle zurück, während das Kirchenschiff eine spätere Baugeschichte aufweist.
Hafen und Fischspezialitäten
Der Hafen von Chevroux verfügt über mehr als 1.000 Liegeplätze und gilt als Europas größter Hafen in Binnengewässern. In Chevroux gibt es außerdem Restaurants mit Fischspezialitäten. Wenn Sie solche Gerichte gezielt einplanen, prüfen Sie vor dem Besuch das aktuelle Angebot.
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