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Traditionelle Schwingbrunnen, steinerne Grabmale und Kirchen prägen die Sehenswürdigkeiten von Horný Tisovník. Der Ort lenkt den Blick auf eine mit dem Novohrad verbundene Volkskunst und auf Baugeschichte, die sich an mehreren konkreten Orten ablesen lässt. Für die Reiseplanung stehen zwei unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: das Kulturerbe im Ort und eine ausgewiesene längere Wanderung nach Zvolen.

Landschaft im Tal des Tisovník

Horný Tisovník liegt im Nordwesten des Novohrad, südöstlich unter dem Javorie-Gebirge, im östlichen Teil der Krupinská vrchovina und im Tal des Tisovník. Der größte Teil des Gemeindegebiets ist von Waldbeständen bedeckt. Zugleich sind in Horný Tisovník und seiner Umgebung historische Landschaftsstrukturen mit landwirtschaftlich-pastoralem Charakter erhalten. Diese Angaben zeichnen ein Bild, in dem Wald und Spuren einer traditionell landwirtschaftlich geprägten Landschaft nebeneinanderstehen.

Auch die geologischen Merkmale gehören zum Charakter des Gemeindegebiets: Es besteht aus andesitischen Tuffen und Lavaströmen und weist Mineralquellen auf. Die Schwingbrunnen und das steinerne Erbe setzen dazu einen eigenen kulturellen Akzent. So lässt sich Horný Tisovník nicht nur über seine Bauwerke, sondern ebenso über Landschaft und überlieferte Handwerkstraditionen einordnen.

Volkskunst am alten Friedhof

Auf dem restaurierten alten Friedhof sind mehr als 80 steinerne Grabmale erhalten. Die volkstümlichen Grabmale aus Horný und Dolný Tisovník entstanden zwischen 1870 und 1930. Sie zeigen Pflanzenornamente, verschiedene Stern- und Sonnenmotive sowie Darstellungen von Vögeln, Insekten und menschlichen Figuren. Die steinernen und hölzernen Grabmale der evangelischen Christen Augsburger Bekenntnisses aus beiden Orten gelten als die repräsentativste und geschlossenste Darstellung der Volkskunst des Novohrad. In Horný Tisovník etablierte sich zudem das volkstümliche Steinmetzhandwerk.

Auf dem Friedhof stellt eine Informationstafel Michal Miloslav Laciak (1826–1904) vor, der dort bestattet ist. Zur Präsentation gehören weitere Informationstafeln, erläuternde Texte in geschnitzten Kästen, ein zentraler Bereich mit einer Hauptinformationstafel und Bänke. Sie liegt in naturnaher Umgebung an einem Hang oberhalb von Horný Tisovník, nahe der evangelischen Kirche und einer Glockenstube. Eine Gedenkstube widmet sich ebenfalls den volkstümlichen Grabmalen des Novohrad.

Die Pflege dieses Erbes erhielt auch über den Ort hinaus Anerkennung: Horný Tisovník bekam 2017 einen Sonderpreis für die Wiederentdeckung und Restaurierung volkstümlicher Grabmale sowie für die Pflege des geistigen Erbes der Vergangenheit. Die Anerkennung verbindet die konkreten Arbeiten an den Grabmalen mit der Bewahrung des immateriellen Erbes.

Kirchen und Glockenstuben

Die evangelische Kirche steht an der Stelle eines hölzernen evangelischen Bethauses von 1791 und wurde 1867 erbaut. Eine andere Baugeschichte erzählt die Kirche des heiligen Philippus und Jakobus im Nordosten des Dorfes: Sie war ursprünglich gotisch, wurde in der Renaissance vollständig umgebaut und zwischen 1751 und 1755 barock umgestaltet. Die unterschiedlichen Bauphasen machen die Kirchen zu eigenen Stationen innerhalb der lokalen Geschichte.

Auch die Glockenstuben lassen sich an ihren baulichen Merkmalen unterscheiden. Die gemauerte Glockenstube steht an einem Hang im mittleren Teil des Dorfes. Sie hat einen quadratischen Grundriss, rechteckige Schallöffnungen, glatte Fassaden und ein Zeltdach. Die hölzerne Glockenstube in Dolný Tisovník weist die charakteristische offene, arkadenförmige Renaissanceform des 17. Jahrhunderts auf. Zusammen mit den Kirchen und Grabmalen bieten diese Bauwerke verschiedene Zugänge zur Architekturgeschichte der Gegend.

Eine längere Wanderung nach Zvolen

Wer den Aufenthalt um eine ausgewiesene Wanderung ergänzen möchte, findet eine zweitägige Route von Horný Tisovník nach Zvolen. Die am 27. Oktober 2021 veröffentlichte Routenbeschreibung nennt eine Länge von 40 Kilometern; der Weg führt über mehrere Siedlungen und Wegpunkte. Damit unterscheidet sich die Tour deutlich von den auf den Ort konzentrierten Kulturerbestationen: Sie verbindet Horný Tisovník mit einer längeren Wanderplanung bis nach Zvolen.

In dieser Routenbeschreibung ist Horný Tisovník als Busanschluss genannt. Prüfen Sie vor der Tour den Fahrplan sowie die Weg- und Zugangsinformationen, denn Routenbedingungen können sich ändern. So lässt sich die Wanderung als eigener Bestandteil des Aufenthalts einplanen, ohne sie mit den Sehenswürdigkeiten im Ort gleichzusetzen.

Weitere Reiseziele entdecken: Klokoč, Dettwa, Kriváň, Vígľaš, Stožok, Podkriváň, Latky, Hriňová

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Detva.

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