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Čermany verbindet eine vielschichtige Ortsgeschichte mit religiösen Bauwerken und einem geschützten Feuchtgebiet. Die Kirche Kostol Narodenia Panny Márie, eine Friedhofskapelle mit drei unterirdischen Sarkophagen und mehrere Denkmäler geben der Ortsgeschichte konkrete Bezugspunkte. Zugleich liegt die Gemeinde in der Nitrianska pahorkatina; der Perkovský potok fließt durch Čermany.

Kirche und Baugeschichte

Im südlichen Teil von Čermany steht die Kirche Kostol Narodenia Panny Márie auf einer kleinen, nach Westen erhöhten Anhöhe. Von allen Seiten des Gemeindegebiets aus ist sie sichtbar und bildet einen Orientierungspunkt im Ortsbild. Die klassizistische Kirche geht auf einen Renaissancebau zurück. 1760 wurde sie barock umgebaut, 1813 renoviert. Um die Kirche ist eine Renaissance-Mauer mit Schlüsselschießscharten erhalten. So treffen hier Bauformen verschiedener Epochen aufeinander. Der Grundriss ist einschiffig; das Presbyterium endet polygonal, eine Sakristei ist angebaut und der Turm vorgestellt. „Einschiffig“ bezeichnet den Bau mit einem Kirchenschiff; der polygonale Presbyteriumsabschluss beschreibt die mehrkantige Form an diesem Teil der Kirche. Diese Details machen den Unterschied zwischen der ursprünglichen Renaissancekirche, dem barocken Umbau und dem klassizistischen Bau verständlicher.

Siedlungsgeschichte von Čermany

Die Siedlung Čermany ist seit dem 8. Jahrhundert archäologisch belegt. Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1257; damals lautete der Name „CHERMEN“. Eine historische Deutung sieht in der Siedlung zudem eine Militär- und Handelsstation an einer Römerstraße im germanischen Hinterland. Zwischen 1857 und 1861 siedelten deutsche Bewohner aus Hannover und Oldenburg nach Čermany über. Die Gemeinde war von Bauern aus Norddeutschland besiedelt, die Holzschuhe herstellten, Wälder rodeten und Landwirtschaft betrieben. So verbindet Čermany frühe Siedlungsspuren und mittelalterliche Namensnennung mit einer späteren Ansiedlung und den damit verbundenen handwerklichen und landwirtschaftlichen Tätigkeiten.

Kapelle, Bildwerke und Gedenken

Die Friedhofskapelle Kaplnka Zmŕtvychvstalého stammt aus dem Jahr 1892. In ihren unterirdischen Räumen befinden sich drei Sarkophage. Aus dem späten 18. Jahrhundert stammt eine spätbarocke Statue des heiligen Johannes Nepomuk. 1868 errichteten Štefan Laluch und seine Ehefrau eine spätklassizistische Säule mit einer Wegplastik der Heiligen Dreifaltigkeit. Kapelle, Statue und Säule stehen für unterschiedliche Formen religiöser Erinnerung im Ort. Im Ortszentrum wurde am 3. Juni 1932 eine Statue des Heiligsten Herzens mit einer Christusplastik im Zentrum errichtet. Auf dem Denkmal sind die Namen aller im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten verewigt.

Landschaft und geschütztes Feuchtgebiet

Čermany liegt im mittleren Teil der Nitrianska pahorkatina. Der Perkovský potok fließt durch die Gemeinde. Im Katastergebiet von Čermany befindet sich außerdem das 5,45 ha große Feuchtgebiet Čermiansky močiar. Es steht unter dem fünften Schutzgrad und fällt in den Zuständigkeitsbereich der CHKO Ponitrie. Der moorige Lebensraum ist ökologisch und pädagogisch bedeutsam und beherbergt geschützte Tierarten. Damit steht neben der Bau- und Ortsgeschichte ein eigenständiger Natur- und Schutzschwerpunkt.

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