Beladice verbindet Keramikkunst mit einer vielschichtigen Baugeschichte. Die Gallery of Artistic Ceramics zeigt ihre Werke im Park und in den Räumen eines Herrenhauses. Weitere Orientierung geben historische Herrenhäuser, eine Kirche in Veľké Chrašťany und der Park Pustý Chotár. Auch die Lage am Bach Drevenica gehört zum Bild des Ortes. So lassen sich bei der Reiseplanung Kunst, Architektur und Landschaft anhand konkreter Details gewichten.
Lage und Gewässer
Beladice liegt im Donautiefland auf der Žitava-Tafel. Der Bach Drevenica fließt durch den Ort, entspringt unterhalb des Tribeč und mündet in den Fluss Žitava. Die Namen bezeichnen dabei unterschiedliche Punkte des Gewässerverlaufs: Die Drevenica ist der Bach, der Beladice durchfließt, die Žitava der Fluss, in den sie mündet. Der Tribeč verortet den Ursprung der Drevenica zusätzlich in der Landschaft. Diese geografischen Beziehungen ergänzen die historischen Bauwerke um einen eigenen Blick auf Beladice.
Keramikkunst im Park und Herrenhaus
Die Gallery of Artistic Ceramics ist für Touristen und die breite Öffentlichkeit frei zugänglich. Als dauerhafte Außenexposition verteilt sie ihre Werke auf den Park und die Räume des Herrenhauses. Die Kunst begegnet damit in zwei verschiedenen räumlichen Zusammenhängen, statt sich auf einen einzigen Ausstellungsraum zu beschränken. Eröffnet wurde die Galerie im August 2007. Für Kunstinteressierte ist die Verbindung von Keramik, Park und Herrenhaus ein prägender Aspekt des Orts: Das Ausstellungsthema steht neben der Architektur und der gestalteten Umgebung, nicht losgelöst von ihnen.
Herrenhäuser und Baugeschichte
In Beladice steht ein barockes Herrenhaus aus dem späten 18. Jahrhundert, das der Familie Szentiványi gehörte. Das Sentiványi Manor wurde 1874 nach Plänen von V. Balogh grundlegend umgebaut, und zwar im romantischen neobarock-klassizistischen Stil. Zu diesem Komplex gehören ein Familienmausoleum und eine Krypta aus demselben Jahr. Im Erdgeschoss sind Kassettendecken und eine hölzerne Wandverkleidung erhalten. So treffen unterschiedliche architektonische Aspekte aufeinander: die stilistische Beschreibung des Umbaus, die Anlage von Mausoleum und Krypta sowie erhaltene Details der Innenausstattung.
Ein weiteres Herrenhaus befindet sich in Pustý Chotár. Es wurde 1808 vom königlichen Rat Karol Jesenský errichtet und ist neoklassizistisch. Die Jahreszahlen stehen für unterschiedliche Bauvorgänge: 1808 bezeichnet die Errichtung dieses Herrenhauses, während 1874 beim Sentiványi Manor für einen grundlegenden Umbau steht. Wer die Baugeschichte vergleicht, kann diese Daten daher nicht als gleichartige Gründungsjahre lesen. Zusammen geben die Angaben einen Überblick über mehrere Epochen und Bauformen, ohne die beiden Vorgänge miteinander zu vermischen.
Kirche und Park Pustý Chotár
In Veľké Chrašťany steht die Church of St John Nepomuk, ein klassizistischer Kirchenbau, der zwischen 1795 und 1804 errichtet wurde. In der Kirche befindet sich ein steinernes Rokoko-Taufbecken mit plastischem Rokailledekor aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Taufbecken ist damit älter als der Kirchenbau. Gebäude und Ausstattung lassen sich also auch zeitlich unterscheiden: Das eine entstand an der Wende zum 19. Jahrhundert, das andere schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der Baumbestand des Parks Pustý Chotár umfasst einheimische Laubbäume wie Ahorn, Esche und Linde. Dort steht außerdem ein rotblättriges Exemplar der Blutbuche Fagus sylvatica 'Atropunicea'. Für Besucher mit Interesse an Natur und Gartenkultur sind dies zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte: die genannten Baumarten als Teil des Bestands und eine konkret bezeichnete Varietät als einzelnes Exemplar. Zusammen mit der Keramikausstellung im Park und den historischen Gebäuden ergibt sich ein vielschichtiges Ortsbild, das sich aus Kunst, Architektur und botanischen Details zusammensetzt.
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